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Potsdam Beifallsstürme für das Filmorchester
Lokales Potsdam Beifallsstürme für das Filmorchester
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19:49 26.08.2018
Die Band „Django 3000“ brachte auf dem Straßenfest am Samstag das Adrenalin zum Kochen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett – und die Potsdamer auch nicht. Mit minutenlangen Standing Ovations wollten sie das Filmorchester Babelsberg am Ende des Krimi-Musik-Konzertes am Samstagabend im Nikolaisaal am liebsten gar nicht ziehen lassen. Das Konzerthaus startete mit einer großen Gala und einem Straßenfest in der Wilhelm-Staab-Straße in seine 19. Saison. Schon am Freitag wurden die Klassikfreunde von der Kammerakademie Potsdam verwöhnt, und am Sonntag waren die kleinen Besucher zum bunten Familiennachmittag eingeladen.

Mit teils frenetischem Applaus auch zwischen und zu den einzelnen Stücken zeigten die Zuschauer im Nikolaisaal, was ihnen fehlen würde, gäbe es das Filmorchester nicht mehr. „Ich freue mich jeden Tag, dass sie noch da sind“, leitete Radio-Eins-Moderator Knut Elstermann seine Programmbegleitung ein. Um so unverständlicher ist es für Orchesterintendant Klaus-Peter Beyer, dass sich die Stadt Potsdam offenbar wenig um die Rettung des Filmorchesters sorgt, und die Stadtverordneten statt dessen Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) beauftragt haben, Hilfe vom Land zu erbitten. Laut einer Studie im Auftrag des Landes zur Kulturlandschaft in Brandenburg gehört die Konzertreihe des Filmorchesters zu den längsten und beliebtesten im Nikolaisaal, sagt Beyer.

Für sein Krimi-Musik-Konzert zum Saisonauftakt im Nikolaisaal Potsdam erntete das Filmmuseum Babelsberg minutenlange stehende Beifallsstürme des Publikums. Quelle: Bernd Gartenschläger

„Einfach genial“, „ausgezeichnet“ und „eine unglaubliche Leistung“ waren die Prädikate, die Sybille Wilfer und Markus Nuding für das Konzert fanden. Die Babelsberger kannten drei Viertel der gespielten Filmmusiken und waren von der Authentizität der Wiedergabe begeistert. Extra aus Königs Wusterhausen kamen Simone und Jörg Marschner nach Potsdam. Sie versuchen, keine „Tatort“-Folge zu verpassen und waren auch von den anderen Filmtiteln mitgerissen.

Zwei Überraschungsgäste hatte Elstermann mitgebracht. Professor Knut Albrecht, neuer Direktor des Brandenburgischen Instituts für Rechtsmedizin, räumte mit einem Filmklischee auf, Rechtsmediziner würden beim Sezieren immer klassische Musik hören. „Das geht eigentlich nicht. Das würde beim Diktieren des Berichts stören.“ Im Gegensatz zu den Pathologen würden sich Rechtsmediziner nicht nur mit Toten beschäftigen, sondern auch lebende Opfer von Gewalt untersuchen, klärte Albrecht auf.

Bei der „Großen Sommernacht“ am Freitagabend im Nikolaisaal wurden Mezzosopranistin Anna Bonitatibus und die Kammerakademie Potsdam unter der Leitung von Antonello Manacorda vom Publikum gefeiert. Quelle: Bernd Gartenschläger

Aufklärungsarbeit steht seit 26 Jahren auch im Mittelpunkt der RBB-Reihe „Täter – Opfer – Polizei“. Moderator Uwe Madel wollte vor seiner Karriere als Fernseh-Fahnder eigentlich Auslandskorrespondet werden. Nun ist er „Ehrenkommissar“ der Brandenburger Polizei.

Während sich im Nikolaisaal zum berühmten hohen Streicherpart der „Psycho“-Filmmusik die Gänsehaut aufrichtete, kochte draußen das Adrenalin. Die Bands „Django Lassi“ und „Django 3000“ brachten die Menge in der Wilhelm-Staab-Straße zum Wogen und Mitsingen. Das störte selbst die reifere Generation nicht, die von den Tischen an den Hauswänden aus das Treiben beobachtete. Wer es etwas ruhiger haben wollte, zog sich in den Innenhof des Konzerthauses zurück. Familie Dreßler aus Potsdam kommt seit 2010 in jedem Jahr zu dieser „coolen Mugge“, weil sie im Freien stattfindet und keinen Eintritt kostet. „Bei unserem ersten Besuch hat es Rosenblätter aus den Fenstern geregnet. Das sollten die mal wieder machen.“

Saison geht von August bis Juli des nächsten Jahres

Die Saison im Nikolaisaal Potsdam beginnt in jedem Jahr mit einem Auftakt am letzten Augustwochenende und endet im Juli des darauffolgenden Jahres.

Ein Höhepunkt der diesjährigen Saison ist Ende März des nächsten Jahres ein Gemeinschaftsprojekt von Nikolaisaal und Kammerakademie Potsdam zum Thema Johannes Brahms. In einem Festival wollen beide mit weiteren Partnern weniger den Komponisten, als vielmehr den jungen, revolutionären Brahms vorstellen.

Die Zusammenarbeit von Nikolaisaal und Kammerakademie besteht bereits seit der Gründung der Akademie vor 18 Jahren.

 Seit zwei Jahren ist der Nikolaisaal immer in der Veranstaltungspause im Sommer nach und nach renoviert worden. So wurden beispielsweise die Wände neu gemalert, der Fußboden erneuert und die Sicherheitsbeleuchtung modernisiert.

Mit vier Orchestern arbeitet der Nikolaisaal seit Jahren eng zusammen. Das sind neben dem Filmorchester Babelsberg und der Kammerakademie das Staatsorchester Frankfurt an der oder und die Brandenburger Symphoniker.

Für Nikolaisaal-Geschäftsführerin Andrea Palent ist der Start in die neue Saison zugleich ein Abschied von der aktiven Kulturarbeit. Potsdams Publikum dankte ihr vor Konzertbeginn mit lang anhaltendem Beifall für 19 Jahre erfolgreiche Arbeit. Heike Bohman als Geschäftsführerin und Michael Dühn als Programmdirektor führen das Haus demnächst weiter. „Jetzt setze ich mich auch mal in den Zuschauerraum“, kündigt Palent an.

Von Heinz Helwig

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