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Potsdam Oberbürgermeister Schubert kritisiert geplante Kundgebung von Demokratiegegnern
Lokales Potsdam

Potsdam: Oberbürgermeister Schubert kritisiert geplante Kundgebung von Demokratiegegnern

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07:34 14.11.2020
Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert kritisiert die geplante Demonstration scharf. Quelle: Karoline Wolf
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Potsdam

In Potsdam wollen am Samstag (13.00 Uhr) sogenannte Reichsbürger, Rechte und andere Demokratiegegner demonstrieren. Die unter dem Thema „zum Jahrestag der sogenannten Abdankung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. unter dem Motto Heimath und Weltfrieden“ angemeldete Veranstaltung sollte ursprünglich vor dem Neuen Palais im Neuen Garten stattfinden, was aber untersagt wurde. Jetzt findet sie außerhalb des Neuen Gartens auf öffentlichem Land statt.

Nach Angaben der Polizei wurde der Veranstalter darauf hingewiesen, die Grundsätze des Infektionsschutzes einzuhalten. Abstandsgebot und Maskenpflicht sind demnach einzuhalten.

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Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat die geplante Demonstration kritisiert. „Wir sehen es mit Sorge, dass sich Bürger mit ihren Positionen außerhalb unseres Grundgesetzes stellen“, sagte er.

In einem Telefonat mit Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern und Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., habe er über die Demonstration gesprochen. Dabei habe der Nachkomme der deutschen Monarchen deutlich gemacht, das Deutschland Freiheit, Frieden und früher nicht gekannten Wohlstand für die meisten biete.

Keine Gegendemo wegen Corona

Der Prinz von Preußen wolle sich persönlich dafür einsetzen, die ganze deutsche Geschichte in allen ihren Licht- und Schattenseiten in den Blick zu nehmen, teilte der Oberbürgermeister mit.

Das Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ will sich am Samstag künstlerisch-kreativ zu dem Aufzug in der Nähe des Neuen Palais äußern. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage wird nicht zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Laut Polizei wurde die Veranstaltung von Reichsbürgern und Monarchisten unter dem Titel „zum Jahrestag der sogenannten Abdankung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.“ angemeldet.

Künstlerische und politische Reaktion

Das will das Bündnis nicht unwidersprochen hinnehmen und beabsichtigt, eine künstlerische, aber auch politische Antwort darauf zu geben. Dies diene dazu, der gefährlichen und antidemokratischen Ideologie der Reichsbürger etwas entgegenzusetzen und die Botschaft des Potsdamer Bündnisses einer zukunftsorientierten, toleranten und demokratischen Gesellschaft zu verkünden.

Das Hans-Otto-Theater hat seinen Protest schon in Form einer Satire zum Ausdruck gebracht. In einem Video richtet sich der letzte Kaiser wiederauferstanden an sein „Volk“.

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Von MAZonline/dpa