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Potsdam Feuerwehr empfiehlt Rauchmelder für Demenz-WG
Lokales Potsdam Feuerwehr empfiehlt Rauchmelder für Demenz-WG
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21:18 14.04.2014
Am mOrgen nach dem Brand in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Quelle: Christel Köster
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Drewitz‒

Während die Kriminalpolizei noch ermittelt, wie es in der Nacht auf Sonntag zu dem Brand in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke kommen konnte, appelliert der Potsdamer Feuerwehrchef an Angehörige, Betreuer und Träger ähnlicher Wohngruppen, sich fachkundigen Rat ins Haus zu holen. Viele solcher Wohnprojekte - egal, ob für pflegebedürftige Menschen oder für Menschen mit Behinderungen - werden laut Wolfgang Hülsebeck nämlich wie ein Privathaushalt behandelt. Das heißt, es gibt für die Einrichtungen weder die Verpflichtung, sich bei der Feuerwehr zu melden, noch gibt es spezielle, gesetzlich festgeschriebene Brandschutz-Auflagen.

"Wir Feuerwehrleute kämpfen schon seit einiger Zeit für eine stringente Regelung: zum Schutze der Bewohner, der Mitbewohner im Haus und der Nachbarn." Bisher sei die Feuerwehr auf Tipps von der Aufsicht für unterstützende Wohnformen des Landes Brandenburg (ehemals Heimaufsicht) angewiesen. Allerdings seien dort nur größere Wohngemeinschaften gelistet. "Von den kleinen erfahren wir nichts. Deshalb sind wir gerade dabei, mit Vermietern in Dialog zu treten", sagt Wolfgang Hülsebeck. "Unterstützende Wohnformen sind wichtig und zeitgemäß - allerdings ist mehr Transparenz dringend nötig."

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So sei es für die Feuerwehrleute wichtig zu wissen, auf wen sie im Ernstfall treffen, wie rüstig oder hilfsbedürftig die Bewohner sind und wie die Räumlichkeiten beschaffen sind. Zudem könnten die Experten schon beim Einrichten einer Wohnung wichtige Hinweise zum Brandschutz geben. "So eine Brandschau, wie wir sie regelmäßig in Kitas und Schulen durchführen, dient der Sicherheit", so Hülsebeck. Die Fachleute helfen einerseits dabei, den Haushalt mit einfachen Mitteln und Kniffen sicherer zu machen, und können andererseits schneller eingreifen, wenn sie die Örtlichkeiten kennen.

"Generell empfiehlt sich der Einbau von Rauchmeldern", sagt der Feuerwehrchef. "Die Geräte mögen lästig sein, zahlen sich aber für alle Mieter im Haus aus. Montiert in einem zentralen Raum, erfüllen selbst günstige Modelle ihren Zweck." Derzeit besteht noch keine Rauchmeldepflicht in Brandenburg. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde aber Ende 2012 im Landtag vorgelegt. In diesem Jahr nun will die Landesregierung die Installation von Rauchmeldern in Neubauten per Gesetz verordnen und bestehende Wohnungen bis Ende 2020 nachrüsten lassen. "Wir Feuerwehrleute hoffen, dass das in diesem Jahr endlich verpflichtend wird."

Wie berichtet, stand am frühen Sonntagmorgen gegen halb drei die Küche einer Demenz-WG im Mehrfamilienhaus Nummer 75 in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Babelsberg in Flammen. Eine Person erlitt bei dem Unglück leichte Brandverletzungen, zehn Hausbewohner kamen mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus, insgesamt 17 mussten aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht werden. Offenbar hatte eine Betreuerin der Wohngruppe eine Pfanne mit Fett unbeaufsichtigt auf dem Herd stehen lassen - in vielen WGs ist es Usus, dass nachts das Essen für den nächsten Tag vorgekocht wird.

Von Nadine Fabian

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