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Potsdam Schlösser erstmals für bessere Bezahlung bestreikt
Lokales Potsdam Schlösser erstmals für bessere Bezahlung bestreikt
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13:11 26.12.2019
Mitarbeiter von Fridericus streikten am 2. Weihnachtsfeiertag vor dem Neuen Palais in Potsdam für eine bessere Bezahlung. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Potsdams Schlösser sind am zweiten Weihnachtsfeiertag erstmals bestreikt worden. Mitarbeiter der Servicegesellschaft „Fridericus“ haben in Potsdam und Berlin die Öffnung des Neuen Palais und des Schloss Charlottenburg verhindert. Auf den Text des Arbeiterkampflieds „Die Internationale“ sangen sie am Eingang zum Schlosspark Sanssouci: „Wacht auf, ihr Diener dieser Schlösser, die stets man noch zum Hunger zwingt.“

Jeweils rund 20 Mitarbeiter forderten eine bessere Bezahlung für den gesamten Besucherservice. Rund 150 Mitarbeiter der Servicegesellschaft, die eine Tochterfirma der Stiftung Preußische Schlösser & Gärten (SPSG) ist, arbeiten als Schlossführer, Kassierer, Besucherbetreuer oder werben an den Parkeingängen von Sanssouci für einen freiwilligen Parkeintritt.

Verdi fordert Tarifverhandlungen mit der Schlösserstiftung

„Während die Wachleute und Reinigungskräfte von Fridericus nach dem Tarifvertrag ihrer Branche bezahlt werden, ist das bei den Mitarbeitern des Besucherservice nicht der Fall“, erklärte Andrea Germanus von der Dienstleistungsgesellschaft Verdi am Neuen Palais. Die Streikenden fordern zudem, mehr Urlaubsanspruch und eine Jahressonderzahlung.

„Im Unterschied zu den Angestellten der Stiftung verdienen sie rund 20 Prozent weniger. Ein Ausgleich würde jährlich rund eine Million Euro kosten“, sagt Germanus. Sie fordern eine Bezahlung nach dem Tarif der Länder. Wenn es nicht zu Tarifverhandlungen mit der SPSG komme, werde man weitere Warnstreiks und Aktionen durchführen.

Unterschiedliche Reaktionen der Parkbesucher

Parkbesucher nahmen den Streik unterschiedlich wahr. „Wenn Sie das morgen machen würden, hätte ich vollstes Verständnis. Wenn meine Firma gestreikt hat, galt immer noch eine Versorgungspflicht“, ärgerte sich ein Mann. Andere bekundeten aber Verständnis für die Anliegen der Fridericus-Mitarbeiter und pochten auf kein Grundrecht auf Schlossbesichtigungen.

Auch ein Reisebus mit Touristen aus der Lausitz war eigens für eine Besichtigung des Neuen Palais angereist. Die Gästeführerin reagierte professionell, sie machte mit den Besuchern stattdessen einen Parkspaziergang mit anschließender Stadtrundfahrt durch Potsdam. Die SPSG bedauerte den Warnstreik und bat die Besucher um Verständnis. Die Parks selbst waren uneingeschränkt zugänglich.

>>>Fridericus-Mitarbeiter drohen mit Streik

Von Peter Degener

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