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Potsdam Sigmar Gabriel für Wiederaufbau
Lokales Potsdam Sigmar Gabriel für Wiederaufbau
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00:31 11.05.2014
Sigmar Gabriel findet die Idee des Wiederaufbaus der Garnisonkirche "ausdrücklich gut". Quelle: dpa
Berlin/Potsdam

Der Wiederaufbau der Garnisonkirche bekam am Donnerstag Unterstützung von prominenter Stelle: "Die Kirche wurde zweimal von den Feinden der Demokratie missbraucht. Es ist auch ein Symbol dafür, dass sich am Ende die Feinde der Freiheit nicht durchsetzen dürfen", sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel unter Anspielung auf den "Tag von Potsdam" am 21. März 1933 an, an dem in der Kirche der Nazi-Reichstag eröffnet worden, und auf die Sprengung der Kirche 1968 auf Geheiß der SED-Führung.

Das Engagement derer, die sich für den Wiederaufbau einsetzen, könne "nicht nur der Stadt Potsdam etwas geben, sondern dem ganzen Land", bekannte sich Gabriel zu dem umstrittenen Projekt: "Ich persönlich finde die Idee des Wiederaufbaus ausdrücklich gut."

Anlass der Rede war eine Einladung für Freunde und Förderer des Wiederaufbauprojekts zur Übergabe einer kleinen historischen Glocke aus dem alten Glockenspiel des Garnisonkirchturms, die zwei Potsdamer Brüder aus den Bombentrümmern nach dem Luftangriff am 14. April 1945 geborgen hatte. Für die Veranstaltung hatte der internationale Werkzeugkonzern Würth aus Schwaben in seine noble Firmenrepräsentanz auf die Halbinsel Schwanenwerder im Wannsee geladen. Unter den Gästen waren unter anderem Alt-Bischof Wolfgang Huber als Vorsitzender der Kuratoriums der Garnisonkirchenstiftung, Alt-Ministerpräsident und Kuratoriumsmitglied Manfred Stolpe (SPD) und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Eine Hand voll Demonstranten von der Bürgerinitiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" hatte sie vor der Firmenrepräsentanz mit Protest-Plakaten begrüßt.

Der Vizekanzler sagte weiter, die Garnisonkirchenstifung habe mit ihrer Arbeit begonnen, vor dem Hintergrund der schwierigen Geschichte des Ortes "Steine des Anstoßes aufzuschichten, die Deutschland zur Debatte zwingen". Aber auch die Stiftung müsse Konflikte um das Projekt aushalten können, schrieb der Vizekanzler den Freunden und Förderern ins Stammbuch. Die aktuellen Diskussionen seien ein guter Test, „ob die Stiftung das dauerhaft durchhalten kann". Gabriel, selbst bekennender Christ, sieht den Wiederaufbau unter der Oberhoheit der evangelischen Kirche "in guten Händen". Sie stelle sich der Ambivalenz des Ortes, indem sie ihn dank des Friedens- und Versöhnungskonzepts zu einem "Zeugnis für den heutigen demokratischen Geist" umwandle.

Auch von Seiten der Gastgeber, der Würth-Gruppe, gab es am Donnerstag viel Rückendeckung für die Förderer des Wiederaufbaus. "Wir wollen nicht zulassen, dass das Bild des Missbrauchs dieser Kirche das letzte Wort sein soll", sagte Manfred Kurz, Leiter der Berliner Firmenrepräsentanz: "Wir halten das Projekt für unterstützenswert." Ob der für seine Kunstförderung bekannte Konzern eine Großspende für den Wiederaufbau plant, ließ Kurz offen: "Es ist noch nicht entschieden."

Von Ildiko Röd

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