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Potsdam Rote Karte für die 'Sportstadt' Potsdam
Lokales Potsdam Rote Karte für die 'Sportstadt' Potsdam
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18:45 15.01.2015
Probleme mit Sportplätzen ist dem SV Concordia Nowawes wohl bekannt. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Mitglieder zahlreicher Sportvereine in Potsdam haben eine Demonstration angekündigt, um auf ihre Unzufriedenheit mit den Bedingungen für den Breitensport in der Stadt aufmerksam zu machen. Die Sportler wollen laut Einladungsflyer die „Rote Karte für die ,Sportstadt' Potsdam“ zeigen. Ihre Forderung: "Die Potsdamer Stadtverwaltung muss sich endlich bewegen, damit Potsdam sich künftig bewegen kann!"

Am 23. Januar werden vor dem Nikolaisaal unter anderem Mitglieder folgender Vereine demonstrieren:

  • "Westkurve" aus Potsdam-West,
  • der Potsdamer Laufclub,
  • die Potsdamer Kickers,
  • der Babelsberger Kinderfußballverein SV Concordia Nowawes,
  • Mitglieder des Fußballvereins SV Babelsberg 03 und die
  • Discgolfer vom Verein "Hyzernauts", deren Spielflächen auf dem Volksparkgelände verkleinert werden sollen.

Den Neujahrsempfang wollen sie nutzen, "um auf enorme Defizite in der Sportinfrastruktur der Stadt hinzuweisen", wie es in dem Einladungsschreiben auf dem Flyer heißt.

Dabei verweisen sie unter anderem auf eine Studie der Uni Potsdam, derzufolge in der Landeshauptstadt 17 Sportplätze fehlen. Laut Prognos-Familienatlas liege die kinderfreundliche Stadt Potsdam in der Kategorie „Mitgliedschaft von Kindern in Sportvereinen“ auf dem 402. Platz unter 402 verglichenen Städten und Kreisen. Statt auf dem Siegertreppchen zu stehen, holt sich Potsdam also nur die Rote Laterne.

Auch der Schul- und Sportentwicklungsplan, für den die Stadtverordneten 160 Millionen Euro locker gemacht haben, scheint kein Rundum-Sorglos-Paket zu sein. Während die Stadt nun zwar beim Bau der Sporthallen aufholen wird, bleibe die Sportplatz-Problematik auch künftig außen vor, so die Kritik der Sportler: "Zwar sollen in den nächsten Jahren einige neue Schulsporthallen entstehen und bestehende Hallen saniert werden. Allerdings wird die Stadt den Sportentwicklungsplan bei den dringend benötigten Sportplätzen nicht umsetzen", befürchten die Sportler.

Obwohl der Bedarf an Fußballplätzen nur zu 70 Prozent gedeckt ist, seien im Potsdamer Norden keine zusätzlichen Plätze vorgesehen. „Kein Schulneubau ohne wettkampftauglichen Sportplatz und moderne Halle mehr“, lautet deshalb der Appell der Demonstranten. Auch der einzige Großfeldplatz, für den die Stadtverwaltung überhaupt noch Flächen vorsieht – die Nowawiese im Babelsberger Park – ist nach wie vor ein Vorhaben ohne absehbares Happy End.

Die fehlenden Sportplätze sind nur ein Punkt auf der langen Mängelliste, die von den Sportlern aufgestellt wird. Ihr Forderungskatalog umfasst den Bau einer neuen Skaterhalle und von Fußballplätzen in Bornstedt und Babelsberg, die Fertigstellung eines wettkampftauglichen überdachten Rollsportfeldes sowie die Sanierung und den Ausbau der Sportanlagen am Schlaatz, in der Kirschallee und im Kirchsteigfeld.

Die Demonstranten fordern zudem „eine unbürokratische Unterstützung“ für Vereine wie den SC Potsdam, der 2014 aufgrund der Hallenschließungen am Luftschiffhafen harte Zeiten durchleiden musste. Die Folgen waren Mitgliederverluste und die Kündigung von Trainern und Spitzenathleten.

"Drei Fragen an…“ ... an Philip Stadler, Mitbegründer des Discgolfer-Vereins „Hyzernauts“ im Volkspark PotsdamMAZ:Was stört Sie an der Jahreskampagne „Potsdam bewegt“? Das ist doch eine äußerst löbliche Sache, sich dem Sport zu widmen. Man brüstet sich gerne mit dem Titel „Sportstadt“, aber die Stadt wird diesem Titel einfach nicht gerecht. Es fehlen an allen Ecken und Enden Sportstätten für Jung und Alt. Der Breitensport leidet, genauso wie der wachsende Individualsport mit den Skatern, den Bikern oder eben den Discgolfern. Was genau sind die Sorgen der Discgolfer?In den letzten acht Jahren haben wir einen der größten Discgolfclubs in Mitteleuropa aufgebaut. Dabei hat unser Parcours noch nicht mal die Standardgröße von 18 Bahnen, sondern nur 14. Diese teilen wir uns mit den Freizeitsportlern. Jetzt soll die Anlage auch noch verkleinert werden, weil Häuser in den jetzigen Volkspark hineingebaut werden sollen. Vier Bahnen werden dadurch komplett wegfallen – das hat dann auch Auswirkungen auf unsere Wettkämpfe.Was wünschen Sie sich von der Stadt?Dass sie uns eine Fläche zur Verfügung stellt, auf der wir einen professionellen Parcours hinbauen können. Das wäre auch im Sinne der Stadt, weil man bei uns den Sport gratis ausüben kann. Quelle: MAZ

Von Ildiko Röd

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