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Potsdam Straßenlaterne als E-Ladesäule: Wo es Sinn macht und wo nicht
Lokales Potsdam Straßenlaterne als E-Ladesäule: Wo es Sinn macht und wo nicht
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21:08 05.12.2019
Straßenlaternen in der Breiten Straße. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die Idee der Lade-Laterne für Elektrofahrzeuge hat am Mittwochabend die Mehrheit der Potsdamer Stadtverordneten überzeugt: Auf Antrag der Linkenhaben die Politiker die Stadtverwaltung beauftragt, die Umwandlung von Straßenlaternen in Ladesäulen und Fördermöglichkeiten zu prüfen, vorliegen soll das Ergebnis Mitte 2020. Doch wie realistisch ist die Vision von den Lade-Laternen wirklich?

Die MAZ hat bei dem Chef der Energie und Wasser Potsdam (EWP), Eckard Veil, nachgefragt. Das Ergebnis, ernüchternd: „Im Bestand der Straßenbeleuchtung ist das Laden von E-Autos nur sehr eingeschränkt möglich.“ Im Neubau wiederum könne die erforderliche Infrastruktur berücksichtigt werden. Doch auch dann stelle sich die Frage: Wer zahlt’s?

Eine Straßenlaterne in der Berliner Markgrafenstraße, die das Unternehmen Ubitricity zur Ladesäule umgerüstet hat. Quelle: Ubitricity

Das Problem bei den bestehenden Laternen ist laut Veil vor allem die Infrastruktur. So seien die Kabel auf die Abnahme so großer Mengen Strom in kurzer Zeit nicht ausgelegt, würde man mehrere hundert Laternen umrüsten, „wäre die Ladeleistung verschwindend gering und die Ladezeit extrem lang“, sagt Veil.

Wirtschaftlich nicht sinnvoll

Hinzu kommt, dass die „Bestandsanlagen zentral über den Schaltschrank gesteuert werden und tagsüber ohne Spannung sind“. Unterm Strich hieße das: Für effektives Laden müssten zusätzliche Kabel verlegt, der Lichtmast müsste möglicherweise ersetzt, das Steuerungssystem komplett geändert und ein 24-Stunden-Störungsdienst eingerichtet werden. „Das wäre unverhältnismäßig teuer, allein die Verlegung neuer Kabel kostet extrem viel Geld“, sagt Veil. Kurzum: „Wirtschaftlich nicht sinnvoll.“

Warum es das Modell Lade-Laterne in anderen Städten trotzdem gibt? „Das sind meines Wissens nach sehr hoch geförderte Pilotprojekt oder die Laternen liegen in Neubaugebieten“, sagt Veil. Für zukunftsfähig hält er die Idee auf jeden Fall nicht – zumindest nicht im Bestand.

Antragsteller Sascha Krämer (Linke) sagt zur Einschätzung des EWP-Chefs: „Um die E-Mobilität in Potsdam attraktiver zu gestalten, müssen wir neue Wege gehen.“ Er hoffe auf eine Prüfung der Stadt, „die nicht nur Gründe liefert, warum es nicht geht, sondern Möglichkeiten liefert, wie wir Zukunft in Potsdam realisieren können“. Krämer ist überzeugt: „Was in Berlin, London oder Leipzig geht, wird auch in Potsdam klappen.“

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Von Anna Sprockhoff

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