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Potsdam Alter Friedhof: Unbekannte Täter zerstören Grabschmuck
Lokales Potsdam Alter Friedhof: Unbekannte Täter zerstören Grabschmuck
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01:16 24.05.2019
Grabschmuck an den anonymen Gräbern auf dem Alten Friedhof in Potsdam ist nur an ganz bestimmten Plätzen erlaubt. Quelle: Ansgar Nehls
Teltower Vorstadt

Auf dem Alten Friedhof an der Heinrich-Mann-Allee haben unbekannte Täter großflächig Grabschmuck zerstört. Vor allem an den anonymen Gräbern, in denen Verstorbene auf einer Wiese ohne einzelnen Grabstein beerdigt werden, wurden abgestellte Engelsfiguren und Grablichter beschädigt, in den Müll geworfen und geklaut.

Die erste Tat ereignete sich bereits vor mehr als einer Woche in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai. Friedhofsmitarbeiter entdeckten zahlreiche, zum Teil zerstörte Figuren in den Beeten und umliegenden Müllcontainern. In den vergangenen Tagen kam es aber immer wieder zu Fällen von Vandalismus. Zudem wurden Pflanzen auf dem Friedhofsgelände willkürlich in andere Beete umgepflanzt.

Friedhosleiter: „Es dürften deutlich mehr Gräber betroffen sein“

Das berichtet der Friedhofsleiter Gunther Butzmann: „Bislang haben sich drei Bürger bei uns gemeldet. Es dürften aber noch deutlich mehr Gräber betroffen sein. Ich würde mir wünschen, dass sich andere Betroffene auch bei uns melden“. Butzmann erstattete Anzeige bei der Polizei und bedauert die Vorfälle: „Mir tut das alles so leid. Das ist eine Störung der Totenruhe und fast schon Grabschändung. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Das ist eine Urnengemeinschaftsanlage

An der sogenannten Urnengemeinschaftsanlage werden Menschen anonym bestattet. Die Urnen werden auf einer großen Wiese auf dem Alten Friedhof in die Erde hinabgelassen. Einen eigenen Grabstein für die Verstorbenen gibt es nicht. Dafür können Angehörige an einzelnen Stellen Grablichter, Blumen, Bilder oder Engelsfiguren ablegen um der Verstorbenen zu gedenken. Auf vielen Friedhöfen werden diese weniger pflegeintensiven Gräber immer populärer.

Die Mitarbeiter des Friedhofes seien bereits besonders aufmerksam, könnten aber nicht rund um die Uhr vor Ort sein, sagt Butzmann. Er verdächtigt eine Frau, die in den vergangenen Tagen von mehreren Friedhofsbesuchern auf dem Gelände gesehen wurde und die möglicherweise geistig verwirrt ist. „Sie schreit herum und bewegt sich sehr affektiert“, sagt Butzmann.

Verdächtigt wird eine möglicherweise verwirrte Frau

Die Mitarbeiter des Friedhofs haben die Frau auf dem Gelände noch nicht ansprechen können, Butzmann sah sie aber vor einigen Tagen in der Nähe des Friedhofs. Die Frau wurde den Mitarbeitern zudem von mehreren Besuchern beschrieben. „Es gibt eine Frau, die hier vor einiger Zeit ihre Sozialstunden abgeleistet hat, auf die die Beschreibung sehr genau zutrifft. Ob sie die Täterin ist, bleibt aber natürlich eine Vermutung“, sagt Butzmann.

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Gina Lindner jedenfalls hat kein Verständnis für die Tat. Diese mutwillige Zerstörung sei „sehr traurig und armselig“ schreibt Lindner auf Facebook. Am vergangenen Samstag wollte sie das Grab ihrer Oma auf dem Alten Friedhof besuchen und musste feststellen, dass bis auf eine Laterne mit dem Bild der vor einem Jahr verstorbenen Großmutter sämtlicher Grabschmuck gestohlen wurde. Verschwunden seien eine Solarkerze und drei Engel. „Meine Tochter war so traurig, dass ihr Engel weg ist, der ihre Ur-Oma immer beschützen sollte“, schreibt Lindner.

Potsdamerin beklagt auf Facebook Diebstahl am Grab ihrer Oma

Unter den zahlreichen wütenden Kommentaren und Beileidsbekundungen unter Lindners Beitrag kam auch der Verdacht auf, dass Friedhofsmitarbeiter den Grabschmuck nach einiger Zeit entfernen würden. Dem widerspricht Gunther Butzmann: „Wenn Blumen aufgestellt werden und irgendwann verwelken, dann werden sie weggeräumt. Es soll ja auch schön aussehen an den Gräbern“, sagt Butzmann.

An den eigens für Grabschmuck vorgesehenen Stellen rund um die anonymen Gräber würden aber keine Engelsfiguren von den Friedhofsmitarbeitern weggeräumt oder weggeworfen. Butzmann hofft nun, dass die ermittelnde Kriminalpolizei den Fall bald aufklären kann. Eine Sprecherin bestätigte auf Anfrage der MAZ die Anzeige. Da der Fall aber noch nicht vollständig ermittelt sei, könnten zur Zeit keine weiteren Angaben gemacht werden.

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Von Ansgar Nehls

MAZ-Service: MAZTrauer

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