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Potsdam Stau in Potsdam wäre vermeidbar
Lokales Potsdam Stau in Potsdam wäre vermeidbar
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19:30 29.07.2014
Stau am Dienstag auf der Langen Brücke in Potsdam.
Stau am Dienstag auf der Langen Brücke in Potsdam. Quelle: Nadine Fabian
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Potsdam

Hauptstraßen werden zu Einbahnstraßen, Verbindungswege werden ganz gekappt, die Umleitungen sind verstopft und auch Busfahrer geben genervt auf. Das Chaos, das in diesen Tagen die Potsdamer Autofahrer zur Weißglut bringt, hätte vermieden werden können, davon ist der Automobilclub ADAC überzeugt.

Dazu hätte es eine bessere Vorbereitung der Baustellenzeit gebraucht. "Es hätten Einfädelungsspuren markiert werden müssen, doppelte Rechtsabbiegerspuren eingerichtet und Ampeln anders geschaltet werden müssen", sagt Jörg Becker, Leiter der Verkehrsabteilung beim ADAC Berlin-Brandenburg. Eine solche Vorbereitung sei natürlich aufwendig und teuer, aber vor allem mit Blick auf den Tourismus würde sich eine solche Investition lohnen, so Becker. "Die Verkehrssituation ist die Visitenkarte für den Tourismus. Das ist das, was die Gäste als Eindruck mit nach Hause nehmen", sagt er.

Damit dieses Bild nicht von stehenden Autos und verstopften Straßen geprägt ist, hat die Agentur für Stadttourismus umgeplant. Jetzt fahren auch auf den Bussen Stadtführer mit, auf denen normalerweise die Informationen zu Geschichte und Stadtwissen vom Band kommen. "Die Guides können auch mal eine Anekdote erzählen, wenn der Bus im Stau steht und so die Wartezeit erträglicher machen", sagt Katrin Pochte. Sie warnt beim Kartenverkauf die Touristen auch gleich vor, dass die Tour vielleicht etwas später beginnen wird, weil die vorherige Fahrt länger dauert.

Anderen Kunden ist gerade die Pünktlichkeit das Wichtigste. Die Taxi-Fahrer müssen in diesen Tagen damit rechnen, dass sie nirgends zur vereinbarten Zeit ankommen. Wer einmal im gelben Wagen sitzt, für den kann es aber teuer werden. "Das Taxameter dürfen wir auch im Stau nicht ausschalten. Das ist traurig für den Kunden", sagt Erhard Fietze von der Taxi-Genossenschaft. Viele Fahrgäste griffen deshalb in den vergangenen Tagen zur radikalen Methode: Mitten im Stau zahlten sie ihren bisherigen Fahrpreis und gingen den restlichen Weg zu Fuß. Dabei könnte zumindest für die Taxen das Chaos schnell entzerrt werden, wie Fietze vorschlägt: "Wenn wir wenigstens genau wie die Busse auf den Straßenbahngleisen fahren dürften, würden wir viel schneller durchkommen." In solchen Extremsituationen würde das den Taxi-Verkehr enorm entlasten. "Es gibt ja nun auch nicht so viele Taxen, dass wir diese Spur blockieren würden", sagt er.

Der Verkehrsbetrieb ViP hat am Dienstag vier Busse mehr eingesetzt. Damit wurde die Linie 694 verstärkt, wenn die Busse aus Spandau den Potsdamer Hauptbahnhof nicht rechtzeitig erreichten. Kunden sollten auch in den nächsten Tagen möglichst auf die Straßenbahn umsteigen, vor allem auf die Linien 92 und 96 im Norden.

Unabhängig von kurzfristigen Veränderungen werden auch Stimmen laut, die das gesamte Verkehrskonzept kritisieren. Die Stadt habe es versäumt und ignoriert, den Durchgangsverkehr in der Innenstadt zu ordnen und die nördlichen Stadtteile besser anzubinden, heißt es von Wieland Niekisch (CDU), Landtagskandidat im Wahlkreis 21. Auch mit demLandkreis Potsdam-Mittelmark müsste ein entlastendes Verkehrsnetz geschaffen werden.

Von Lisa Rogge

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