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Potsdam Potsdam verdichtet Bus-Netz im Norden: Das ändert sich bei Linienführung und Fahrzeit
Lokales Potsdam

Potsdam: Verkehrsbetrieb stellt Bus-Netz im Norden neu auf

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17:12 27.10.2021
Busse am Hauptbahnhof in Potsdam
Busse am Hauptbahnhof in Potsdam Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Mit mehreren neuen Querverbindungen im Norden und der Ausdünnung paralleler Linien will der Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP) fünf Prozent mehr Leistung im Nahverkehrsnetz erbringen. Zum April 2022 plant die ViP GmbH diese Änderungen im neuen Fahrplan. Neue Technik soll nach jetzigem Stand nicht angeschafft werden; man braucht aber vier neue Fahrer. Das werde man „irgendwie hinbekommen“, sagte Stadtwerksprecher Stefan Klotz am Donnerstag in einem Pressegespräch. Das Unternehmen steht seit längerem in der Kritik, weil zu viele Fahrer fehlen und kurzfristig auch nicht eingestellt werden können.

Das im Auftrag der Stadt Potsdam erstellte Konzept wird am heutigen Mittwoch in einer digitalen Veranstaltungen und am 4. November bei einer Bürgerveranstaltung vor Ort in Eiche vorgestellt.

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„Das Bus-Fahren soll künftig einfacher, schneller und mit weniger Umsteigen erfolgen“, erklärte ViP-Geschäftsführer Uwe Loeschmann: „Wir werden wichtige ÖPNV-Routen im Potsdamer Nordwesten neu ordnen und eine neue, schnelle Verbindung zwischen Bornstedt/Bornim und Potsdam-West anbieten. Damit entfällt der bisher notwendige Umweg durch die Innenstadt.“

Parallelverkehre werden vermieden

Nach Auskunft des Verkehrsentwicklungs-Chefs der Stadt, Norman Niehoff, berücksichtigt das Konzept den Umzug von Schulstandorten, die Erweiterungen von Wissenschaftseinrichtungen und den Bau neuer Wohngebiete wie in Krampnitz. Die stärkere Orientierung des Busnetzes auf Bahnhöfe und Tramlinien vermeide bisherige Parallelverbindungen, sagte er. Außerdem werde der ÖPNV auf zukünftige Planungen vorbereitet, beispielsweise auf den zu erwartenden Bedeutungsgewinn des Bahnhofs Pirschheide durch die neue Regionalbahn-Anbindung Potsdams an den Flughafen BER. Mit der Wiederinbetriebnahme der derzeit verwüsteten oberen Bahnsteige rechnet er aber nicht vor 2023; das ist eine Aufgabe der Deutschen Bahn.

Die Veränderungen im Detail

Die Veränderungen betreffen die Buslinien 605 (zusätzlich 606), 612, 692, 695, 697, 698, X5 und X15. Geplant sind teilweise neue Direktverbindungen. Die Linie 605 verkehrt künftig im Zehnminutentakt von Golm nach Bahnhof Charlottenhof. In nur elf Minuten kommen Busfahrgäste künftig von der Kirschallee zum Bahnhof Park Sanssouci. Bezogen auf die Buslinien im Gebiet Potsdam Nordwest gibt es fünf Prozent mehr Angebot.

Der Bahnhof Charlottenhof wird besser ins Busnetz von Potsdam eingebunden. Quelle: Rainer Schüler

An zwei Standorten werden neue Haltestellen gebaut, andere werden reaktiviert. Durch den „Lückenschluss“ – eine Tangentialverbindung entlang der Amundsenstraße – entfällt für diverse Verbindungen die Notwendigkeit, aus der einen Nordrichtung erst in die Innenstadt und von dort in die andere Nordrichtung zu fahren. Das spart bis zu 20 Minuten Fahrzeit und verringert die Zahl der Umstiege.

Übersicht über die Änderungen der Buslinien

Die Buslinie 605zwischen Science Park West und dem Hauptbahnhof erhält eine Taktverdichtung im Bereich Golm/Eiche aufgrund gestiegener Nachfrage und verbesserte Anschlüsse zum RE1 am Bahnhof Park Sanssouci. Am Bahnhof Charlottenhof endende bzw. beginnende Busse haben Anschluss zur Tram. Zwischen Science Park West und Bahnhof Park Sanssouci sowie Bahnhof Charlottenhof mit Anschlüssen zur Regionalbahn oder Tram fährt der Bus 605 im 10-Minuten-Takt.

Die Buslinie 695zwischen Alt-Golm und Hauptbahnhof bietet neue Verbindungen von Golm/Eiche in die nördliche Innenstadt. Die künftige Linienführung kombiniert Strecken der heutigen Linien 606 und 695 und ist eine neue Direktverbindung zwischen den Uni-Standorten Golm und Orangerie.

Die Buslinie 612erhält eine neue Führung als Direktverbindung zwischen Golm/Eiche und Bornim/Bornstedt (inklusive Universität und Fachhochschule). Der Bus verkehrt von Neu Töplitz über Science Park/Universität zum Campus Fachhochschule. Es gibt eine neue Haltestelle Katharinenholzstraße in der Amundsenstraße. Die Erschließung des Ortskerns von Golm erfolgt mit den Haltestellen Kirche Golm und Weinmeisterstraße. Man richtet die Linie auf die Inselschule Töplitz sowie die weiterführenden Schulen in Potsdam aus.

Zu Vorlesungszeiten werden weiterhin zusätzliche Busse als Linie X5 eingesetzt. Sie verknüpft die Uni-Standorte Neues Palais und Golm und bietet eine Verbindung von und zum Hauptbahnhof. Sie wird nur in Zeiten von Nachfragespitzen eingesetzt. Aufgrund eines verdichteten Busangebots der Linien 605 und 695 werden aber voraussichtlich weniger Zusatzfahrten als bisher nötig sein.

Die Buslinie X15als touristisches Angebot zwischen Schloss Sanssouci, der Innenstadt und dem Hauptbahnhof wird neu über den Platz der Einheit/West gefahren und ersetzt dort die Linie 695. Geplant ist der Betrieb der Buslinie X15 wie bisher saisonal an Wochenenden.

Die Buslinie 697von Bahnhof Pirschheide verkehrt künftig als neue Tangentialverbindung zwischen Bornstedt/Bornim und Potsdam West und realisiert den Anschluss des Bereichs Bornstedt/Bornim an den Bahnverkehr am Bahnhof Park Sanssouci. Sie verkehrt über die neue Haltestelle Katharinenholzstraße und über den Campus Jungfernsee bis Berlin-Kladow. Sie wird zwischen Kirschallee und Bahnhof Pirschheide im 20-Minuten-Takt fahren.

Die Buslinie 692zwischen Klinikum und Campus Jungfernsee hat künftig an der Haltestelle am Abzweig nach Nedlitz. Zum Campus Jungfernsee fährt sie einmal stündlich, zur Haltestelle Institut für Agrartechnik fährt sie zweimal stündlich (alle 20 bis 40 Minuten). Die Linie wird damit auf Nachfragespitzen von und zum Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie ausgerichtet.

Die Linie 698zwischen Geiselberg und Kirschallee erhält in Bornim eine neue Linienführung über Hügelweg, Mitschurinstraße und Golmer Chaussee. Diese bedarfsgerechte Feinerschließung erfolgt mit Midi-Bussen. Diese sind mit zehn Metern Länge etwas kleiner als Solobusse

Von Rainer Schüler