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Potsdam Weihnachtsfeiern gegen Einsamkeit
Lokales Potsdam Weihnachtsfeiern gegen Einsamkeit
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08:59 21.12.2019
Für immer mehr Menschen ist ein Weihnachtsfest mit der Familie nicht selbstverständlich. Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp
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Potsdam

Weihnachten allein verbringen, während andere um den geschmückten Baum sitzen und sich gutes Essen schmecken lassen? Das muss nicht sein. Vielerorts in Brandenburg finden Einsame und Obdachlose einen Platz zum Verweilen und Feiern, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Beispiel Potsdam: „In der Metropolis-Halle sind beispielsweise über 700 Kunden der Tafel der Einladung zum Feiern gefolgt“, berichtete Stadtsprecher Markus Klier.

Zuletzt habe es Veranstaltungen bei der Potsdamer Tafel und in der Suppenküche der Volkssolidarität auf dem Verwaltungscampus gegeben. Auch in den Obdachlosenunterkünften werde in der Regel gemeinschaftlich Weihnachten gefeiert. Die Angebote werden dem Sprecher zufolge sehr gut angenommen und sind gut besucht. „Geworben wird oftmals nur in den Einrichtungen und nicht extra darüber hinaus, da viele der Veranstaltungen lange Traditionen haben und die Betroffenen vor Ort immer rechtzeitig informiert werden.“

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Stadt Cottbus unterstützt Projekt finanziell

In Cottbus hat das Diakonische Werk Niederlausitz wie in den vergangenen Jahren eine Finanzspritze der Stadt zur Ausrichtung einer Weihnachtsfeier für Bedürftige erhalten. Die Förderung habe sich in diesem Jahr auf 3840 Euro belaufen, teilte Stadtsprecher Jan Gloßmann mit. „Davon werden Geschenke, Lebensmittel und Getränke, Material für Öffentlichkeitsarbeit sowie Fahrt- und Mietkosten finanziert.“

Bereits für Freitag habe die Stadtmission der Diakonie Niederlausitz zur traditionellen Weihnachtsfeier einsame, sozial schwache oder wohnungslose Menschen in das Familienhaus der Jugendhilfe eingeladen. Die Feier sei wie im vergangenen Jahr sehr gut besucht gewesen.

Ungewöhnlicher Weihnachtsabend

In Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) bietet am 24. Dezember die Evangelische Gesamtkirchengemeinde einen ungewöhnlichen Weihnachtsabend im Catharina-Dänicke-Haus. Unter dem Motto „ ... sie hatten einen Raum in der Herberge!“ sind laut Superintendent Matthias Puppe alle eingeladen, die noch nicht wissen, wo und mit wem sie Weihnachten verbringen.

Ab 19 Uhr könne jede und jeder zum gemeinsamen Essen, Singen und Erzählen kommen. „Wir freuen uns über alle Menschen, unabhängig von ihrer Kultur und ihrer Religionszugehörigkeit“, sagte Pfarrer Matthias Puppe.

Private Feier bei Ehepaar Schäfer in Rheinsberg

In der Nachbarstadt Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) wiederum lädt das Ehepaar Schäfer zu sich privat nach Hause ein. „Einmal die Woche sind immer Interessierte zu Gesprächskreisen willkommen“, sagte Gisela Schäfer. In diesem Jahr soll erstmals an Weihnachten die Tür offenstehen. „Wir werden für unsere Gäste kochen“, kündigte Schäfer an. Los geht es Heiligabend ab 12.30 Uhr. Die Motivation des Paares, wildfremde Menschen zu sich einzuladen: Nächstenliebe.

Der katholische Wohlfahrtsverband, bei dem Nächstenliebe schon im Namen Programm ist, die Caritas, will Alleinstehenden in Brandenburg ebenfalls ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen. Sie seien am Nachmittag des 24. Dezember in Frankfurt (Oder) und Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) willkommen, sagte Christina Kölpin, Sprecherin vom Caritasverband für das Erzbistum Berlin.

Im Sozialen Zentrum der Caritas in Königs Wusterhausen wird Kölpin zufolge seit zehn Jahren traditionell sowohl an Heiligabend als auch am ersten Weihnachtsfeiertag gefeiert. Während dort am 24. Dezember ein lebendiger Adventskalender und Lagerfeuer locken, gibt es am ersten Weihnachtstag ein traditionelles Gänseessen.

Von RND / dpa

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