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Potsdam Neue Runde im Streit ums Mohrenrondell
Lokales Potsdam Neue Runde im Streit ums Mohrenrondell
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10:49 02.04.2014
Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Andreas Menzel, der vor drei Wochen aus der Grünen-Fraktion ausgeschlossen wurde, will in der Fragestunde laut Vorabtext wissen, ob der Oberbürgermeister "bereit" ist, "die umfassende Information und öffentliche Diskussion über die Hintergründe der Namensgebung des M.-Rondells zu unterstützen?" Laut Menzel ist diese Bezeichnung verknüpft "mit der Vergangenheit des preußischen Kurfürstenhauses im Sklavenhandel Groß Friedrichsburgs, in dessen Folge Kinder aus Afrika nach Potsdam verschleppt wurden".

Menzel forderte von Jakobs bereits in der jüngsten Sitzung eine Stellungnahme zur Bezeichnung "Mohrenrondell", die er selbst in Frage stellt. Jakobs wies das Anliegen mit Verweis auf die Vorgeschichte in friderizianischer Zeit als "irrelevant" zurück. Für überregionale Empörung sorgten jedoch auch im Stadtverordneten-TV aufgezeichnete Äußerungen des Oberbürgermeisters, der etwa auf den Golmer Ortsvorsteher Ulf Mohr verwies, den man ebenso fragen könne, "wie er es findet, dass er so heißt". Die Rassismusforscherin Iman Attia warf Jakobs "Verhöhnung" vor (MAZ berichtete), die Organisation Venrob kritisierte "offen rassistisch konnotierte Bemerkungen". Menzel, der ohne Fraktion keine eigenen Anträge stellen darf, will heute mit der Anfrage darum werben, dass fünf Stadtverordnete sein Anliegen unterstützen, dass Jakobs bei der Schlösserstiftung auf eine Namensänderung und Informationen etwa mit einer Schautafel dringt. MAZ-Leser haben in der Online-Umfrage bislang mit 55 zu 790 Stimmen gegen die geforderte Umbenennung votiert.

Die Stiftung selbst bereitet nach MAZ-Informationen eine Aufbereitung der historischen Hintergründe für die elektronischen Medien vor. Stiftungssprecher Frank Kallensee, der sich dazu am Mittwoch allerdings nicht äußern wollte, verwies statt dessen auf Publikationen wie das 2012 von der Stiftung herausgegebene Buch "Tod, Glück und Ruhm in Sanssouci" von Adrian von Butlar, in dem der koloniale Hintergrund erörtert wurde, und auf die Ausstellung "Onder den Oranjen bom" von 1999, in der Brandenburgs Sklavenhandel Thema war.

Umfrage: Abstimmen kann man weiterhin unter www.maz-online.de/mohrenrondell

Von Volker Oelschläger

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