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Potsdam Die Stadt als Bauherr: „Es war das Jahr der Wasserschäden“
Lokales Potsdam Die Stadt als Bauherr: „Es war das Jahr der Wasserschäden“
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15:54 27.12.2019
Der Neubau für das Schulzentrum Am Stern wurde 2019 beendet. Quelle: Rainer Schüler
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Potsdam

Fast 70 Millionen Euro hat der Kommunale Immobilienservice (Kis) in den letzten zwölf Monaten in der Stadt investiert. Eine Rekordsumme, die fast vollständig in den Neubau und die Sanierung von Schulen, Kitas und Sportanlagen geflossen ist.

Von 2020 bis 2022 werden 182 Millionen Euro investiert. „Das letzte Jahr war ein deutlicher Peak, aber wir schrauben die Investitionen nicht zurück“, sagt Richter. Im Vergleich zu Vorjahren, als nur rund 30 bis 40 Millionen Euro jährlich investiert wurden, bleibe das Niveau der Investitionen mit rund 60 Millionen Euro im Jahr sehr hoch.

Zahlreiche Havarien traten 2019 auf

Doch zum Jahresende bilanzierte Kis-Werkleiter Bernd Richter am Freitag auch die zahlreichen Havarien und bösen Überraschungen, die der Eigenbetrieb der Stadt bewältigen musste. „Es war das Jahr der Wasserschäden“, fasst er die schlechten Nachrichten zusammen.

Bernd Richter ist Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice der Stadt Quelle: Christel Köster

Starkregenereignisse, aber auch technische Defekte haben ganze Kitas, Turnhallen und Gebäude der Verwaltung unbenutzbar gemacht. Extremer Regen führte zur Überschwemmung der Turnhalle Am Hechtsprung in Groß Glienicke, ließ aber auch den Keller des Stadthauses volllaufen. Drei weitere Gebäude auf dem Verwaltungscampus sind von schweren Regenfällen betroffen gewesen.

Die Kita Sinnesgarten im Bornstedter Feld musste unerwartet geschlossen werden – dort lief lange Zeit wegen eines Defekts unbemerkt Wasser in Böden und Wände. Sie soll bis zum Sommer 2020 saniert sein.

Wegen Schimmelbefalls musste die Turnhalle Am Schilfhof im Schlaatz geschlossen werdenund zuletzt ist die gerade erst neugebaute Turnhalle der Grundschule am Jungfernsee Opfer eines Wasserschadens geworden. Die Eröffnung im Februar verzögert sich hier aber voraussichtlich nur um zwei oder drei Wochen.

>>>Schimmelbefall: Turnhalle der Gesamtschule am Schilfhof gesperrt

Projekte für das Jahr 2020

Das Jahr 2020 beginnt mit der Übergabe der neuen Sporthalle in der Haeckelstraße und der Kita Burgstraße im Februar. Gleichzeitig soll der vergrößerte Hort in der Lotte-Pulewka-Straße in Zentrum-Ost an den Träger übergeben werden.

Im kommenden Jahr steht zudem die Planung für zahlreiche Großprojekte der Stadt im Vordergrund. „Jetzt ist Planungsstart für die Gesamtschule an der Pappelallee und die Grundschule Nuthewinkel. Auch der Neubau der Zweifeldhalle und Mensa der Voltaire-Gesamtschule kann jetzt beginnen“, sagte Richter. Das Projekt an der Voltaire-Schule war wegen Personalmangels zurückgestellt worden.

Sobald der Doppel-Haushalt verabschiedet ist, beginnt auch die Planung der neuen Sporthalle und Mensa der Peter-Joseph-Lenné-Gesamtschule in Zentrum Ost. Für den Schulcampus Waldstadt Süd wird das Wettbewerbsverfahren gestartet.

>>>Lenné-Schule: Neue Sporthalle mit Mensa wird im Zentrum-Ost gebaut

Etwas weiter ist der Kis beim Sportforum Schlaatz. Hier läuft das Wettbewerbsverfahren bereits. Voraussichtlich im April werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt.

Ganz am Anfang steht dagegen die Neuplanung für den Verwaltungscampus. Bis zum Sommer sollen zwei Varianten vorgestellt werden: der Neubau eines externen Rathauses für alle Mitarbeiter der Verwaltung, oder aber die kleinere Variante, wonach neben dem bisherigen Verwaltungscampus ein „technisches Rathaus“ für rund 1000 Mitarbeiter außerhalb der Innenstadt errichtet wird.

>>>Stadt könnte Verwaltungscampus im Zentrum aufgeben

Suche nach Ingenieuren

Ein Problem für den Kommunalen Immobilienservice ist weiterhin der Fachkräftemangel. Im Bereich Hochbau sind fünf Stellen unbesetzt. Die Ausschreibungen laufen, doch Werkleiter Richter wäre schon froh, wenn „ein bis zwei“ davon im Frühjahr besetzt werden könnten.

Immerhin habe man „größere Abwanderungsbewegungen“ in die freie Wirtschaft mit der Zahlung der Fachkräftezulage an Kis-Mitarbeiter verhindern können, das habe bei Nachverhandlungen eine große Rolle gespielt.

Duales Studium in Kooperation mit der Fachhochschule

Seit September füllt sich eine besondere Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam mit Leben. „Wir können jetzt endlich auch eigenes Ingenieurpersonal ausbilden“, freute sich Richter. Drei Studenten haben ein duales Bauingenieurstudium aufgenommen. Das ist sogar einer mehr, als ursprünglich geplant.

Auf Nachfrage räumt Richter allerdings ein, dass das Projekt im nächsten Jahr nicht direkt fortgesetzt wird. Man werde nach zwei Jahren schauen, wie sich die Stellensituation entwickelt hat und dann nach Bedarf weitere Studenten einstellen.

Verwaltung des städtischen Finanzvermögens übernommen

Mit dem Jahreswechsel übernimmt der Kis auch eine zusätzliche Aufgabe – die Verwaltung des sogenannten Finanzvermögens der Stadt. Darunter fallen eta 1900 Grundstücke der Stadt, die nicht selbst vom Kis genutzt werden: etwa Klein und Erholungsgärten, aber auch Garagen und verpachtete landwirtschaftliche Flächen, sowie vermietete Wohn- und Gewerberäume.

„Das ist eine interne große Herausforderung“, sagt Richter. Die Aufgabe war ursprünglich schon einmal beim Kis, wurde aber seit fast einem Jahrzehnt von der Gewoba wahrgenommen. „Wir waren für solche Aufgaben softwaretechnisch nicht ausgerichtet, jetzt sind wir in der Lage, das zu verwalten“, sagt Richter. Für über 1600 Mieter und Pächter ändert sich inhaltlich nichts.

Das waren die wichtigsten Projekte 2019

Viele langjährigeProjekte des Kommunalen Immobilienservice konnten 2019 abgeschlossen werden:

Die Motorhalle in Babelsbergwurde bereits im Januar nach Sanierung und Erweiterung neu eröffnet. Im Mai konnten der Neubau des Schulzentrums Am Stern der Montessori-Schule und das Gerätehaus der Marquardter Feuerwehr übergeben werden. Im Sommer wurde auch die Turnhalle des Schulzentrums Am Stern fertiggestellt.

Zum neuen Schuljahrwurde die Eröffnung des Neubaus der Grundschule Bornim gefeiert. In Fahrland konnte die neue Kita Feldmäuse im Sommer in Modulbauweise fertiggestellt werden.

Zu den Kis-Aufgabengehören auch Instandhaltungsmaßnahmen – ein wichtiges Projekt in diesem Bereich war die Erneuerung der Klimatechnik im Saal des Obelisk-Kabarett.

Von Peter Degener

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