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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Dienstag
Lokales Potsdam

Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig, 16. November 2021

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07:40 16.11.2021
In Potsdam gibt es heute wieder ein mobiles Impf-Angebot. Eine Expertin klärt über Gefahren und Möglichkeiten der social Media für Kinder auf und am Landgericht wird der Oberlin-Prozess fortgesetzt.
In Potsdam gibt es heute wieder ein mobiles Impf-Angebot. Eine Expertin klärt über Gefahren und Möglichkeiten der social Media für Kinder auf und am Landgericht wird der Oberlin-Prozess fortgesetzt. Quelle: dpa (2)/ Julian Stähle
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Potsdam

Guten Morgen! An dieser Stelle wie gewohnt der morgendliche Überblick über die wichtigsten Termine am heutigen Dienstag in Potsdam. Zudem gibt es wieder einige schöne Veranstaltungstipps. Bleiben Sie gesund!

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Apropos: In Potsdam ist die Inzidenz weiterhin hoch, aber auch die Zahl der Impfwilligen scheint zu steigen. Die (sehr) langen Schlangen vor den mobilen Impf-Stationen in der vergangen Woche sind ein deutliches, ein gutes Zeichen. Heute gibt es erneut die Chance sich spontan und ohne Terminabsprache gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Okay, ganz so spontan wird es vermutlich nicht gehen. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Impf-Aktionen lautet die Empfehlung: Gehen Sie rechtzeitig hin. Ab 8 Uhr öffnet die mobile Impf-Station in der Turnhalle auf dem Verwaltungscampus der Landeshauptstadt Potsdam, Zugang über Jägerallee. Bis 16 Uhr werden dort Erst-, Zweit-, und Drittimpfungen mit Biontech sowie Impfungen mit Johnson & Johnson durchgeführt. Das lange Schlangestehen könnte übrigens schon bald ein Ende haben bzw. die Schlangen könnten sich entzerren: Wie die MAZ gestern erfuhr, plant die Stadt Potsdam, noch in diesem Monat ein eigenes Impfzentrum zu eröffnen.

UPDATE: Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam am Dienstagmorgen auf Höchstwert gestiegen

Aktuelle Corona-News gibt es zudem jeden Morgen aktuell im MAZ-Corona-Newsblog für Potsdam.

Corona-Lage in Potsdam: Aktuelle Inzidenz-Übersicht für alle Altersgruppen (Stand: 15. November 2021).

News und Termine

Dritter Verhandlungstag: Heute wird der Prozess gegen die Pflegerin fortgesetzt, die sich vor dem Landgericht Potsdam wegen vierfachen Mordes verantworten muss. Es ist unstrittig, dass die 52-jährige am 28. April 2021 vier schwerst behinderte Menschen im Thusnelda-von-Saldern-Haus, eine Wohneinrichtung für Erwachsene mit Körper- und Mehrfachbehinderung, getötet hat. Der Prozess hatte bereits Ende Oktober begonnen, wurde aber nach dem ersten Verhandlungstag unterbrochen, da es einen Corona-Verdacht bei einem der Prozessbeteiligten geben hatte. Die Angeklagte selbst hatte sich bisher nur zu ihrer Person geäußert – eine erschreckende Lebensbeichte.

Sprengstoff in der Wohnung: Vor dem Amtsgericht muss sich heute Nachmittag ein 34-jähriger Mann verantworten, dem die Staatsanwaltschaft „Unterschlagung, unerlaubter Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen und unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln“ vorwirft. Konkret geht es um das Jahr 2020. In dieser Zeit sei der Mann als Soldat bei er Bundeswehr dafür zuständig gewesen sein, Blindgänger und Übungsmunition zu vernichten. Dem kam er laut der Anklage nicht (immer) nach. In seiner Wohnung wurden „97 Patronen und Kartuschen sowie Sprengstoffgegenstände mit einer Nettogesamtsprengmasse von 1,9982 Kilogramm“ gefunden.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Führung (auch) für Blinde: Das Potsdam Museum bietet heute eine Führung durch die Ausstellung „Bernhard Heisig: Menscheitsträume. Das malerische Spätwerk“ an, zu der auch explizit blinde oder sehbehinderte Menschen willkommen sind. Die Veranstaltung unterliegt nach Angaben des Museums den 3G-Regeln: Zutritt halten nur diejenigen, die entweder geimpft, genesen oder getestet. Weitere Informationen unter www.potsdam-museum.de oder telefonisch unter (0331) 289 6868.

Auf den Spuren eines elsässischen Pfarrers: Heute Nachmittag wird in der Oberlinkirche in der Rudolf-Breitscheid-Straße der Dokumentarfilm „Oberlin. Auf den Spuren eines einzigartigen Lebens.“ gezeigt. Der Film ist Teil eines inklusives Filmprojekts, das pünktlich zum 150. Jubiläum des Vereins Oberlinhaus fertiggestellt wurde und sich mit dem Leben und Wirken des elsässischen Pfarrers und Reformers Johann Friedrich Oberlin auseinandersetzt. Das Theaterstück hatte seine Premiere bereits, heute wird nun der Film gezeigt – nach einem kurzen Vorfilm über das besagte Theaterstück. Beginn der heutigen Veranstaltung ist um 16.30 Uhr. Der Zutritt zur Kirche ist barrierefrei. Tickets gibt es nur online unter theater.miteinanders@gmail.com. Weitere Informationen unter https://oberlinhaus.de.

Kinder und soziale Medien: In einem kostenfreien Online-Vortrag wird Judith Ackermann, Professorin an Fachhochschule Potsdam, heute am frühen Abend über die Gefahren und Möglichkeiten aufklären, die von den sozialen Medien ausgehen – gerade im Hinblick auf die jüngsten Nutzer. Nach einem einführenden Vortag haben Eltern Zeit, konkrete Fragen an die Expertin zu stellen. Beginn ist um 18 Uhr, eine vorherige Anmeldung ist nötig. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung unter www.wis-potsdam.de.

Filmgespräch: Auf Grundlage des Romans von Eugen Ruge hat Wolfgang Kohlhaase das Drehbuch für den Film „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ geschaffen. Im Buch wie im Film geht es um das Auseinanderbrechen einer Familie als Sinnbild für den Untergang der DDR in all seinen Facetten. Heute Abend wird der Film, in der Hauptrolle Bruno Ganz, im Filmmuseum Potsdam an der Breiten Straße gezeigt. Zu Gast bei der Vorführung ist heute der Drehbuchautor persönlich. Kohlhaase wird mit Filmhistoriker Ralf Schenk über das Werk sprechen. Angekündigt sind zudem „persönliche Worte“ von Sylvester Groth, Darsteller, sowie von Matti Geschonneck, der bei der Verfilmung die Regie führte. Und wenn wir jetzt noch verraten, dass im Anschluss ein Sektempfang geplant ist, wird nachvollziehbar, warum es im Vorverkauf keine Karten mehr gibt. An der Abendkasse könnte es jedoch noch Restkarten geben, heißt es auf der Homepage des Museums. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Mehr Informationen unter www.filmmuseum-potsdam.de.

Nützliche Pflanzen: Es grünt so grün auch mitten in der Großstadt am Wegesrand. Wer diese Pflanzen lapidar als Unkraut abtut, wird ihnen nicht gerecht. Heute Abend werden Heiderose Häsler und Iduna Wünschmann, beide haben für den Rbb zahlreiche Filme und Fernsehbeiträge über Wildnis in Berlin und Brandenburg gedreht, erläutern, welches Potential in vielen dieser Pflanzen schlummert. Einige von ihnen haben den Menschen einst nicht nur zum Essen und Heilen, sondern auch zum Waschen, Kinderkriegen und Morden gedient. Beginn der Veranstaltung im Haus der Natur ist heute um 19 Uhr. Weitere Informationen zu der Veranstaltung und der heute startenden Ausstellung über eben jene Pflanzen am Wegesrand unter https://hausdernatur-potsdam.de.

Debüt im Nikolaisaal: Die junge Cellistin Julia Hagen ist heute im Foyer des Nikolaisaals zu Gast. Die bereits mehrfach preisgekrönte Musikern ist „auf dem besten Weg zu einer großen Solokarriere“, heißt es in der Ankündigung. Wer sich davon selbst überzeugen will, hat heute Abend um 19 Uhr im Nikolaisaal die Gelegenheit dazu. Mehr Informationen unter www.nikolaisaal.de.

Damals war’s

Sein Onkel hielt nicht viel von ihm: „Dieser ist der plumpeste Tölpel, den Sie sich vorstellen können. Ungeschickt in allem, was er tut, ungehobelt, halsstarrig, launenhaft, ein Wüstling, verdorben in den Sitten. Töricht und widerwärtig”, schrieb Friedrich II. über seinen Neffen und Thronfolger Friedrich Wilhelm II. Schon zu Lebzeiten wurde der Neffe des Alten Fritz vom Volk hinter vorgehaltener Hand der „dicke Lüderjahn“ – in etwa: „Taugenichts“ – genannt.

Dass er ein Lebemann war steht wohl außer Zweifel. Belegt ist, dass er viele Geliebte hatte, und sie waren beileibe nicht immer von Adel. Die bekannteste Mätresse ist sicher Wilhelmine Enke, mit der er sogar mehrere Kinder gehabt haben soll. Sie war es auch, die den König bei der Einrichtung des Marmorpalais beriet, das er zwischen 1787–1793 als Sommerresidenz im Neuen Garten errichten ließ. Ein Highlight bei jedem Spaziergang durch die Parklandschaft am Heiligen See.

Das Marmorpalais im Neuen Garten. Quelle: Fabian Sommer/ dpa

Dennoch: Der füllige Monarch, dessen Energie vor allem in den letzten Jahren seines Lebens der Musik, dem Spiritismus und den zahlreichen Frauen vorbehalten war, hat mit seinem Lebensstil die düsteren Prophetien seines berühmten Onkels Friedrich II. bestätigt, der die Mätressen- und Günstlingswirtschaft seines Neffen vorhergesagt hatte.

Der „Lüderjahn“ war es übrigens auch, der den letzten Willen von Friedrich dem Großen nicht erfüllte: Entgegen des Wunsches von Friedrich II. in der Gruft am Schloss Sanssouci begraben zu werden, wurde dessen Leichnam auf Anweisung Friedrich Wilhelm II. in einem Sarkophag in der Garnisonkirche begraben – direkt neben dem Soldatenkönig, dem vom Alten Fritz gehassten Vater.

Friedrich Wilhelm II. starb heute vor 224 Jahren im Alter von nur 53 Jahren im Marmorpalais.

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Verkehr in Potsdam

Wer gestern gut durch Potsdam durchgekommen ist, sollte heute auch keine großen Probleme bekommen. Die aktuellen Baustellen sind ja hinlänglich bekannt und sind nachzulesen in unserer wöchentlichen Kompakt-Übersicht.

Übrigens: Wie berichtet ist ja seit einer Woche der neue Bußgeldkatalog in Kraft. Die Stadt Potsdam hat dies aktuell zum Anlass genommen, um auf den neuen Strafen-Katalog hinzuweisen. Explizit wird auf das verbotene Parken auf Gehweg oder dem Radfahrstreifen hingewiesen. Dieses Verhalten gefährde Menschenleben, so Bernd Rubelt, Potsdams Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt. Er hofft, „das das erhöhtes Bußgeld zu einer Sensibilisierung und Verhaltensänderung beiträgt“, teilte er mit und bekräftigte, dass regelmäßige Kontrollen und die „Ahndung dieser Vergehen dringend erforderlich“ seien.

Wie wird das Wetter heute in Potsdam?

Beim Wetter ist es ähnlich wie beim Verkehr in Potsdam: kaum Abwechslung zu gestern. Der heutige Dienstag wird aller Wahrscheinlichkeit nach genauso grau wie der gestrigen Montag – und leider noch ein wenig kühler. Aber besser als das, was heute vor genau 220 Jahre passierte: Am 16. November 1801 tobte über Potsdam ein Sturm so stark, dass in der Französischen Kirche rund 50 Scheiben eindrückt wurden.

Von MAZonline/ hvc