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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Dienstag
Lokales Potsdam

Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig. News und Termine für den 3. August 2021.

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05:33 03.08.2021
Theater im T-Werk, Impfungen ohne Termin in der Metropoliushalle und Silent Disco in der Schiffbauergasse
Theater im T-Werk, Impfungen ohne Termin in der Metropoliushalle und Silent Disco in der Schiffbauergasse Quelle: Philipp Plum/ MAZ
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Potsdam

Guten Morgen! Die Woche in Potsdam nimmt am heutigen Dienstag erst so langsam Fahrt auf. Das betrifft zum Glück auch die Corona-Lage in der Stadt.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Drei Tage lang lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam bei 8,9, insgesamt vier neue Fälle wurde seit Samstag in Potsdam registriert. Bekanntlich sind die niedrigen Zahlen der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag jedoch mit Vorsicht zu genießen: Weniger Tests und auch die Meldungen vom Gesundheitsamt waren geringer. Regelmäßig kam daher am Dienstag eine umso höherere Zahl. So auch heute? Wir werden es sehen. Die aktuellen Zahlen gibt es wie immer im MAZ-Corona-Newsblog für Potsdam.

News und Termine

Damit die Zahlen dauerhaft niedrig bleiben, gibt es derzeit nur eins: Impfen! Und in Potsdam ist das aktuell fast täglich möglich. So auch heute. Im Impfzentrum in der Metropolishalle in Babelsberg stehen 80 Moderna-Dosen die Direkt-Impfungen zur Verfügung. „„Ebenso gibt es noch zahlreiche Termine am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag im Impfzentrum Klinikum Ernst von Bergmann“, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow gestern der MAZ.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Sternenkunde: Drei Veranstaltungen bietet das Urania-Planetarium heute an. Die „abenteuerliche Reise durch die Jahreszeiten“ (ab 5 Jahren) ist jedoch bereits ausverkauft, die Karten für den Live-Vortrag um 14 Uhr (ab 8 Jahren) über Asteroiden, Kometen und Sternenstaub sind an zwei Fingern(!) abzuzählen und die wenigen Restkarten für die „Reise durch das Universum“, die um 16 Uhr startet, sind vermutlich auch schnell weg. Also nicht lange überlegen, buchen. Die Veranstaltung ist für alle ab 12 Jahren geeignet.

Tanz und Performance: Heute um 18 Uhr spielt die Band „Ute Kabel“ auf der Inselbühne in der Potsdamer Innenstadt. 2019 gründet sich die Band in Berlin. „Stilistisch bewegt sich das Trio zwischen Punk und Pop, zwischen Hüh und Hot. Ihr Sound begründet die neueste Deutsche Welle und experimentiert mit blankem Wahnsinn“, heißt es in der Ankündigung, oder wie es die Band selbst ausdrückt: „schlichtweg geile Mukke“. Der Eintritt zu Bühne auf der Freundschaftsinsel ist frei.

Gemeinsam singen: Heute um 18 Uhr probt der Generationenchor im Waschhaus. 2014 von vier Studierenden des Studienganges Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam gegründet und probt seither regelmäßig in der Schiffbauergasse. Hier kommen junge Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren und ältere Menschen ab 60 zusammen und singen was gefällt – von Rock bis Klassik. Mitmachen ist erwünscht. Weitere Informationen unter www.waschhaus.de.

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Französische Komödie: „Die Streiche des Scapin“ ist eine Komödie in drei Akten von Molière. Das Stück wurde für Molières Truppe zum Kassenschlager und gehört seither zu den meistgespielten Stücken des französischen Theaters. Und auch das Neue Globe Theater hat dies Stück bereits des Öfteren zum Besten gegeben. Heute ist es wieder soweit: Beginn ist um 20 Uhr. Gespielt wird draußen, außer Petrus (siehe unten) hat was dagegen. Weitere Informationen unter www.t-werk.de.

Gemeinsam unterschiedliche Musik hören: Heute Abend ab 21 Uhr ist wieder Zeit für Silent Disco im Waschhaus. Auf mehreren DJ-Kanälen wird heute aufgelegt, also einen Kopfhörer schnappen (5 Euro) und nach der jeweiligen Lieblingsmusik tanzen. Die Eintritt zu dieser Open-air-Veranstaltung ist kostenlos, das Ende nicht absehbar. Weitere Informationen unter www.waschhaus.de.

Potsdamer Geschichten damals und heute

Eine geplante Entschärfung, die nicht durchgeführt werden konnte, zwei Sprengversuche und Jugendliche im Sperrkreis – der 3. August 2018 lief für Sprengmeister Klaus Schulze nicht ganz so glatt wie erhofft. Dabei begann alles wie so oft in Potsdam. Bei dem in der Nähe der Heinrich-Mann-Allee gefundenen Blindgänger handelte es sich um eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe englischer Herkunft aus dem Zweiten Weltkrieg, vermutlich von dem großen Angriff am 14. April 1945. Die Bombe lag nur rund 60 Zentimeter unter der Erdoberfläche auf dem Geländes des ehemaligen Tramdepots an der Heinrich-Mann-Allee in der Teltower Vorstadt. Die Experten hatten vor dem Beginn der Entschärfung sogar den Typ des Zünders bestimmen können: Mechanischer Heckaufschlagszünder. Ein Blindgänger, wie er in Potsdam bereits Dutzende Mal gefunden und entschärft bzw. gesprengt wurde. Doch nicht an jenem heißen Sommertag 2018.

Ein typisches Bild bei den Bombenentschärfungen. Menschenleere Straßen im Sperrkreis. Leider verlassen nicht alle wie angeordnet das Gebiet rechtzeitig. Quelle: Friedrich Bungert

Etwa 3.000 Menschen mussten den Bereich rund um den Blindgänger bis 7.30 Uhr selbstständig verlassen haben. Zudem blieben die Staatskanzlei sowie die Ministerien und Landesämter und die Bundespolizei am Standort Heinrich-Mann-Allee 103, zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, eine Kindertagesstätte (Kita Nuthewinkel), das Freiland, zwei Friedhöfe und der Kletterpark gesperrt. Und schon die Evakuierung lief schleppend. Gegen 9.30 Uhr appellierten Stadt und Polizei an alle betroffenen Menschen, das Sperrgebiet zügig zu räumen. Die Evakuierungstrupps trafen jedoch immer wieder Personen an, die gerade erst aufgestanden waren oder von der bevorstehenden Entschärfung nichts gehört haben wollten. Zur gleichen Zeit machten Gerüchte die Runde, dass der Blindgänger nicht entschärft werden könne eine Sprengung unumgänglich sei. Um 10.18 Uhr galt der Sperrkreis schließlich als geräumt. Klaus Schulze, ein erfahrener Sprengmeister, machte sich an die Arbeit – nach rund 30 Minuten folgte der Abbruch. Eine Entschärfung sei nicht möglich, die Fliegerbombe müsse gesprengt werden, bestätigte der Experte die vorherigen Gerüchte. Schulze und seine Mitarbeiter machten sich daran, die Bombe ein gutes Stück tiefer zu legen.

Derweil karrte die Feuerwehr rund 20.000 Liter Wasser an, das in das Loch mit dem Blindgänger gefüllt werden sollte und die Wucht der Explosion abmildern. Schnell wurde aber klar: Die Menge an Wasser reicht nicht. Die Feuerwehr wurde beauftragt, weitere 20.000 Liter mussten her.

Die Feuerwehr brachte insgesamt rund 40.000 Liter Wasser an den Fundort des Blindgängers – gebraucht wurden sie unglücklicherweise nicht. Quelle: Friedrich Bungert

Um kurz nach 12 Uhr dann ein erstes Signal – die Sprengung musste gleich erfolgen. Doch es blieb still. Nichts geschah. Dann hieß es: ein technischer Fehler am Zünder habe die Sprengung verhindert. Um wieder an den Blindgänger zu gelangen, wurde das Wasser abgepumpt, ein zweiter Zünder musste her. Der aber wird bei einem solchen Einsatz in sicherer Entfernung von der Bombe zwischengelagert. Mit Polizeieskorte wurde er schließlich geholt. Derweil war auf der Bombe statt Wasser Sand gekippt worden. Um 14.33 Uhr dann ein hoffnungsvolles Signal. Der zweite Sprengversuch könne gleich erfolgen – wenn da nicht die beiden Jugendlichen gewesen wären, die im Sperrkreis angetroffen wurden. Um kurz nach 15 Uhr gab die Polizei Entwarnung, der Sperrkreis sei wieder geräumt. Und Klaus Schulze wartete nicht lange, drückte auf den Knopf – und um 15.16 Uhr wurde die Bombe erfolgreich gesprengt.

Der Sprengmeister und der Krater. Quelle: Friedrich Bungert

Im Anschluss berichtete Schulze, dass er bisher noch nie einen zweiten Anlauf für eine Bombensprengung benötigt habe. Als Grund für die Sprengung nannte er einen eingestochenen Schlagbolzen im Detonator. Eine mechanische Belastung bei der Entschärfung hätte eine unkontrollierte Explosion auslösen können. Dass Zündversagen die erste Sprengung verhinderte, nahm er gelassen: „Das ist ein technischer Fehler, der kann immer mal passieren“.

Sprengmeister Klaus Schulze. Quelle: Friedrich Bungert

Gar nicht gut zu sprechen war er jedoch auf die Personen, die sich unerlaubt im Sperrkreis aufgehalten hatte. Übrigens: Mike Schwitzke, der ansonsten für die Entschärfungen in Potsdam zuständig ist hatte ausnahmsweise Urlaub. Am 13. September 2018, bei der nächsten Blindgänger-Beseitigung am gleichen Ort war er aber wieder da. Es war auch kompliziert, entschärft hatte Schwitzke sie trotzdem gewohnt souverän – und schneller. Derzeit baut die Pro Potsdam 341 günstige Wohnungen auf dem Areal – der Grundstein wurde wenige Wochen nach einer weiteren Bombenentschärfung vor Ort gelegt.

Verkehr in Potsdam

Die aufgelisteten Verkehrsbeeinträchtigungen aus der offiziellen Verkehrsprognose für Potsdam sind heute alle bekannt. Wir haben jedoch noch ein kleines „Schmankerl“ entdeckt, dass dort nicht auftaucht: Ab heute Abend ist die Abfahrt von der Nutheschnellstraße zur Friedrich-List-Straße nicht möglich. Grund ist der Rückbau der temporären Lärmschutzwände. Das ist doch ein gutes Zeichen, kommen die Arbeiten an der Brücke anscheinend gut voran. Das wird nachts geschehen, um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Heute Abend jedoch gibt es eben diese Beeinträchtigung. Sie hat bis etwa 5 Uhr am Mittwochmorgen Bestand. Eine Umleitungsstrecke ist ausgewiesen.

Wie wird das Wetter heute in Potsdam?

Auch heute wird es recht angenehm werden. Nicht zu warm, nicht zu kühl und überwiegend trocken.

Von MAZonline