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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Dienstag
Lokales Potsdam

Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig. News und Tipps für den 20. Juli 2021.

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20:44 20.07.2021
Die Potsdamer Feuerwehr bekommt heute neue Rettungsfahrzeuge, wir erzählen, wie wichtig die Löwenvilla beim Anschlag auf Adolf Hitler war und lassen den Abend mal ganz ruhig ausklingen.
Die Potsdamer Feuerwehr bekommt heute neue Rettungsfahrzeuge, wir erzählen, wie wichtig die Löwenvilla beim Anschlag auf Adolf Hitler war und lassen den Abend mal ganz ruhig ausklingen. Quelle: dpa/ MAZ
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Potsdam

Guten Morgen! An dieser Stelle wollen wir gerne nochmal auf das Impfangebot im Klinikum verweisen. Für morgen und übermorgen sind noch Termine frei. Da die Impfpriorisierung aufgehoben ist, können alle Potsdamerinnen und Potsdamer ab 18 Jahren einen Corona-Impftermin erhalten. Also wenn das nicht eine gute Meldung ist...

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Auch nicht so schlecht ist die aktuelle Corona-Lage in Potsdam. Bekanntlich ist auch in Potsdam und im Umland die besonders ansteckende Delta-Variante auf dem Vormarsch, aber einen richtig kräftigen Anstieg gibt es (derzeit noch) nicht. Im Vergleich zum Wochenstart in der vergangenen Woche ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam zwar leicht gestiegen, im Vergleich zu den anderen Landkreisen und kreisfreien Städte in Brandenburg steht Potsdam jedoch relativ gut da: 5,5 lautete gestern der aktuelle Inzidenz-Wert in Potsdam – knapp unter dem brandenburgischen Durchschnitt von 5,8. Der gute Potsdamer Wert darf sollte dennoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die 5,5 der höchste Wert seit einem Monat ist und wir im vergangenen Jahr um diese Zeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von 0,6 hatten.

News und Termine

Hilfe auf Rädern: Die Feuerwehr Potsdam erhält heute sechs neue Rettungsfahrzeuge. Rainer Schulz, Bereichsleiter Gefahrenabwehr, und der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Michael Naitha, werden die neuen Fahrzeuge vorstellen und ihre Ausstattung präsentieren.

Erinnerung an Widerstand: Die Henning-von-Tresckow-Straße in der Potsdamer Innenstadt erinnert an den Wehrmachtsoffizier und Mitverschwörer gegen Hitler, Henning von Tresckow. Der spätere Generalmajor war 1917 als 16-jähriger Fahnenjunker in das „Erste Regiment zu Fuß” in Potsdam eingetreten und bereits Juni 1918 zu einem der jüngsten Leutnants der Truppe ernannt worden. Neben Hitler-Attentäter Claus Graf Schenk von Stauffenberg war von Tresckow die treibende Kraft des Widerstands (siehe unten). Bereits 1938 hatte er erkannt: „Hitler ist ein tanzender Derwisch — man muss ihn totschießen.” Als seine eigenen Attentatsversuche alle an widrigen Umständen gescheitert waren und er zudem an die Ostfront versetzt wurde, bestärkte er Stauffenberg in dessen Plan. Lichtjahre entfernt schienen da schon die unbeschwerten Tage auf Schloss Lindstedt, dem Heim von Tresckows nachmaliger Frau. Mitte der 20er-Jahre war es Schauplatz eines tollen Auftritts gewesen: „Von dem vorgebauten Säulengang sprang mein Großvater Henning v. Tresckow herunter, um meiner Großmutter Erika v. Falkenhayn einen Heiratsantrag zu machen”, schrieb eine Enkelin Jahre später über den Beginn der Ehe ihrer Großeltern.

Henning von Tresckow. Quelle: MAZ-Archiv/ Repro

Ein Hort des Widerstands war das Infanterie-Regiment 9 in Potsdam, dessen ehemalige Hauptkaserne nun das Infrastrukturministerium beherbergt. Auch Tresckow hatte hier gedient. Eine seiner wechselnden Wohnungen lag direkt neben der Garnisonkirche. Als 1943 dort die Konfirmation der beiden Söhne gefeiert wurde, klang seine anschließende Festrede wie ein Schwur: „Vom wahren Preußentum ist der Begriff der Freiheit niemals zu trennen.” Henning von Tresckow nahm sich einen Tag nach dem gescheiterten Umsturz vom 20. Juli 1944 mit einer Gewehrgranate das Leben. Heute Mittag wird ein Zusatzschildes in der Henning-von-Tresckow-Straße enthüllt, dass an ihn erinnern soll.

Verkaufsstart für Festival „Unidram“:Antike Mythen, Labyrinthe, mechanische Apparaturen, Klangmaschinen und hybride Wesen – Unidram präsentiert vom 31. August bis zum 5. September wieder einen spannenden Mix unterschiedlichster visueller Theaterformen. Insgesamt kommen mehr als 60 Künstler aus zehn Ländern auf die Bühne. Jetzt hat der Vorverkauf begonnen. Eröffnet wird das Festival am 31. August mit der Inszenierung „Work“ der belgischen Gruppe Cie Claudio Stellato, die auf unterhaltsame Weise ihre Kombination aus bildkünstlerischem Arbeiten, Performance und Neuem Zirkus zu einer Quelle absurder Komik werden lässt. Weitere Höhepunkte sind die Deutschland-Premieren des neuen Stücks „Crash“ des niederländischen Musiktheaters BOT, die interaktive Produktion „This work about the orange“ der französisch-italienischen Gruppe Cie Les 3 Plumes sowie das visuelle Tanztheater der spanischen Andrea Cruz Company mit „Las Hermanas Verán“. Das komplette Programm unter www.unidram.de.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Sternenkunde für Kinder: Im Urania-Planetarium geht es heute um den Ursprung von Asteroiden, Kometen und Sternenstaub. Beginn ist um 14 Uhr, eine Anmeldung ist Pflicht. Die Veranstaltung richtet sich an Kinder ab 8 Jahren. Alle weiteren Informationen unter www.urania-planetarium.de.

Filmfreunde haben im Filmmuseum noch einmal die Chance „Futur Drei“ zu sehen. In seinem preisgekrönten autobiographischen Regiedebüt erzählt Faraz Shariat vom queeren Heranwachsen eines Migrant*innensohns in Deutschland: Parvis wächst im komfortablen Wohlstand seiner aus dem Iran eingewanderten Eltern auf. Dem Provinzleben entzieht er sich bei Raves und durch Grindr-Dates. Nach einem Ladendiebstahl muss Parvis Sozialstunden als Übersetzer in einer Unterkunft für Geflüchtete leisten. Dort trifft er auf ein iranisches Geschwisterpaar. Zwischen den jungen Erwachsenen entwickelt sich eine fragile Dreierbeziehung. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass die Zukunftschancen der drei sehr unterschiedlich sind... Beginn ist um 19 Uhr, Tickets kosten 6 Euro für Erwachsene und 5 Euro ermäßigt. Jugendliche bis 17 Jahre zahlen 2,50 Euro.

Ebenfalls an Filmfreunde richtet sich das heutige Angebot der Inselbühne: Es ist „International Tuesday“! Ab 19 Uhr präsentiert die Filmuni eine handverlesene Auswahl an studentischen internationalen Produktionen. Fans der gepflegten Bewegtbilder-Unterhaltung können ihr Wissen zudem bei einem Quiz testen.

Heute gibt’s was auf die Ohren! Um 21 Uhr beginnt im Waschhaus die Silent Disco – und zwar unter freiem Himmel. Der Einlass ist kostenlos, für die Kopfhörerausleihe kostet 5 Euro. Man kann zwischen mehreren DJ-Kanälen wählen und bis in die Morgenstunden tanzen, tanzen, tanzen. Es gelten die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln. Es besteht keine Testpflicht, die Maskenpflicht entfällt draußen.

Potsdamer Geschichten damals und heute

1905 in den Formen des Neobarocks und Jugendstils errichtet und nahezu unangetastet erhalten, ist die Löwenvilla in der Gregor-Mendel-Straße der Hingucker schlechthin. Ungezählt sind die Flaneure, die die Nasen durch die Gitterstäbe des mächtigen Zaunes stecken und die von Löwenskulpturen flankierte Freitreppe bestaunen. Was nur, mag sich hinter so imposanter Fassade verbergen?

Die Löwenvilla von außen im vergangenen Jahr. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Antwort: Ebenso Imposantes. Mosaike und Parkett, verspiegelte Wände und Schnitzereien, Marmor und bunte Bleiglasfenster, Kamine, Stuck – und aus jedem der rückwärtigen Zimmer ein unverstellter Blick in den Garten mit Grotte. 1000 Quadratmeter hat die Villa – und Weltgeschichte bietet sie auch gleich noch: Oberstleutnant Fritz von der Lancken, Mitverschwörer des 20. Juli 1944, war einst der Besitzer der schmucken Villa. Konspirative Treffen fanden hier statt – und die Bombe, die den nationalsozialistischen Diktator töten sollte, war ebenfalls hier deponiert, sogar in der Nacht zum schicksalhaften 20. Juli 1944. Früh am Morgen soll der Chauffeur Claus Schenk Graf von Stauffenbergs vorgefahren sein, um den Sprengstoff abzuholen. Von der Lancken, der am Morgen die Löwenvilla verlassen hatte und wie an jedem Tag in den Berliner Bendlerblock gefahren war, kehrte nie zurück. Auch Stauffenberg wurde am nächsten Tag hingerichtet.

Im Inneren der Löwenvilla. Quelle: Claudia Jonov

Bis heute wird die Löwenvilla gern als Filmkulisse genutzt. „Der Fall Furtwängler“ und natürlich „Operation Walküre“ mit Tom Cruise als Stauffenberg wurden hier gedreht.

Verkehr in Potsdam

Erstaunlich gering sind (bisher!) die Auswirkungen der voll gesperrten Behlertstraße. Liegt es an den Sommerferien? Okay, ein paar Minuten mehr muss man auf den Umleitungsstrecken einplanen, aber das große und befürchtete Verkehrschaos ist bisher ausgeblieben. Das bleibt heute hoffentlich so. Alle aktuellen Baustellen, die den Verkehr heute hier und dort beeinträchtigen könnten, haben wir hier zusammengefasst.

Das Wetter heute in Potsdam

Wer sich an gestern erinnern kann, weiß wie er sich heute anzuziehen hat: Der heutigen Dienstag beginnt frisch, die Sonne hält sich vornehm hinter den Wolken zurück und so steigen die Temperaturen nicht weit über die 20-Grad-Marke. Regen ist nicht ausgeschlossen, aber die Wahrscheinlich ist eher gering. Vielleicht ein paar Tropfen.

Von MAZonline