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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Dienstag
Lokales Potsdam

Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig. News und Tipps für den 29. Juni 2021.

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10:04 29.06.2021
Potsdam stellt die "KatRetter -App“ vor, das Urania zeigt ein Abenteuer des kleinen Eisbären und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt derzeit Gäste in Potsdam.
Potsdam stellt die "KatRetter -App“ vor, das Urania zeigt ein Abenteuer des kleinen Eisbären und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt derzeit Gäste in Potsdam. Quelle: Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS/ promo/ dpa
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Potsdam

Hallo und guten Morgen an diesem Dienstag, dem 29. Juni! Heute ist die große Frage, wer nach Hause kommt: Ist es, wie im viel gesungenen Hit „Football’s coming home“ der, Sie ahnen es, Fußball oder ist es die deutsche Nationalmannschaft? Um 18 Uhr startet das Viertelfinale in der Fußball Europameisterschaft, die Paarung heißt England gegen Deutschland – und als wäre das noch nicht genug der emotional aufgeladenen Fakten, findet das Spiel auch noch in Wembley statt. Wo sie diesen Kracher in geselliger Runde sehen können, verraten wir hier.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Über das Wochenende ist in Potsdam ein einziger neuer Corona-Fall registriert worden, die Gesamtzahl hat sich auf 7102 erhöht. Für die Sieben-Tage-Inzidenz bedeutet das Stillstand: Von Freitag bis Montag verharrte der Inzidenz-Wert bei 1,1. Unverändert ist auch die Lage in den Potsdamer Krankenhäuser. Derzeit wird eine mit dem Coronavirus infizierte Person stationär behandelt, die Zahl der „Corona-Toten“ hat sich seit dem 19. Juni nicht mehr erhöht und steht derzeit bei 243.

News und Termine

Politik-Prominenz in Potsdam: Seit gestern ist Potsdam Schauplatz eines politisch hochkarätig besetzten Treffens: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nämlich die deutschsprachigen Staatsoberhäupter von Belgien, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz nach Potsdam eingeladen. Gestern hatte man sich in trauter Runde im Bayrischen Haus – noch ist es ja ein Hotel – im Wildpark getroffen. Und auch bei diesem Treffen spielte Corona eine Rolle. Ziel war eine allgemeine Aussprache zur Lage mit der Corona-Pandemie in den teilnehmenden Ländern. Dabei sollte unter anderem der Zusammenhalt in der Gesellschaft während der Pandemie Thema sein. Und da das Treffen im Wald stattfindet, wurde der Umstand genutzt, um sich bei einem gemeinsamen Waldspaziergang über das Waldsterben zu informieren. Der Klimawandel ist auch heute auf der Agenda der Staatsoberhäupter. Um 10 Uhr ist heute Morgen ein Besuch im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung auf dem Telegrafenberg geplant. Empfangen werden die Politiker von PiK-Direktor Ottmar Edenhofer, dem Steinmeier im vergangenen Jahr den Umweltpreis überreicht hatte.

Retter-App wird vorgestellt: Die Katwarn-App ist ein mobiles Warnsystem, über das vor Bränden, schweren Unwetteren oder unerwarteten Gefahrensituationen gewarnt wird. Die Stadt Potsdam hatte vor rund acht Jahren zwar auf das Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes („Nina“ ) gesetzt, wird aber heute einen Ableger der Katwarn-App vorstellen, der fortan zum Einsatz kommen soll: „Katretter“. Dahinter verbirgt sich ein ein System für freiwillige Ersthelfer. Befinden sich registrierte Ersthelfer oder eine Ersthelferin in der Umgebung eines Unglücksortes, werden die per Katretter-App direkt von den Rettungsstellen um ihre Mithilfe gebeten. Mehr Details erfahren wir heute von Rainer Schulz, Bereichsleiter Gefahrenabwehr und Michael Naitha, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst.

Übrigens: Am Sonntag ist unsere große Serie „Potsdam ganz nah“ gestartet. Schwerpunkt ist dieses Mal die Innenstadt. Bereits jetzt sind alle Texte auf https://potsdam.maz-online.de zu sehen – nach und nach auch auf www.MAZ-online.de.

Tipps: Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

360°-Filme für jung und alt: Das Urania-Planetarium zeigt heute um 11 Uhr das spannende Abenteuer „Kleiner Eisbär in der Walbucht“ von Hans de Beer. Kinder ab 4 Jahren erleben, wie Eisbär Lars die Wale vor den Walfängern und aus einer großen Not rettet, in die sie durch das Abschmelzen eines Gletschers geraten sind. Um 14 Uhr geht es in der Kuppel des Planetariums auf eine spannende Reise durch unser Sonnensystem. Vom Merkur geht es zur Venus, dem Planeten der Liebe. Quasi im Vorbeiflug wird erklärt, warum der Mars eigentlich rot ist und was es mit dem großen Gasriesen, dem Jupiter und seinen vielen Monden sowie dem Saturn mit seinen beeindruckenden Ringen auf sich hat. Die Präsentation richtet sich an Kinder ab 6 Jahren. Auch für die Älteren lehrreich ist die Veranstaltung um 16 Uhr. Denn dann geht es unter anderem um den aktuellen Sternenhimmel über Potsdam: Die Sternbilder und ihren mythologischen Hintergrund werden vorgestellt. Beginn ist um 16 Uhr. Wie immer gilt für alle Veranstaltungen im Planetarium: Die Plätze sind rar, eine schnelle Entscheidung gefragt. Alle weiteren Informationen unter www.urania-planetarium.de.

Public-Viewing: Heute gibt es den Klassiker bei der Fußball-Europameisterschaft: England gegen Deutschland. Auch in Potsdam wird dem Spiel entgegen gefiebert – und um 18 Uhr wird gemeinsam geguckt. Hier unsere (kleine) Übersicht über Locations, an denen Public-Viewing in Potsdam angeboten wird.

Filmgespräch im Thalia: Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die mit Fußball rein gar nichts am Hut haben. Für die haben wir eine ganz besondere Empfehlung. Das Thalia-Kino in Babelsberg zeigt heute „Die letzten Reporter“. Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Jean Boué hat über Monate drei Lokaljournalisten bei ihrer Arbeit begleitet. Der Film hat die Jury des Deutschen Filmpreises bereits begeistert und so ist der Streifen in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2021. Jean Boué macht sich heute extra auf den Weg von seinem Zuhause in der Prignitz nach Potsdam, um nach dem Film mit Anna Sprockhoff, Leiterin der Lokalredaktion Potsdam und stellvertretende Chefredakteurin der MAZ, sowie den Zuschauerinnen und Zuschauern ins Gespräch über den Lokaljournalismus und seine Zukunft zu kommen. Anpfiff, pardon: Beginn ist um 18 Uhr.

Open-air-Konzert I: Auf der Inselbühne tritt heute „Zargenbruch“ auf. Ihre Musik umschrieben sie selbst als „handgemachten, tanzbaren WorldFolkBeat“ oder anders: „Keine Grenzen in den Köpfen und in der Musik“. Die Musiker haben isch von unterschiedlichen Stilen beeinflussen lassen – und das hört man. Beginn ist um 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.inselbuehne-potsdam.de.

Open-air-Konzert II: Im Waschhaus präsentiert heute Jeremias „Disko-Funk“. So jedenfalls bezeichnet die junge Band ihren Stil. Und das kommt an: Ihr Albums „Golden Hour“ war Anfang Juni auf Platz 9 der deutschen Charts. Das Konzert beginnt um 19 Uhr. Alle weiteren Informationen über etwaige Corona-Regeln und zum Ticketkauf unter www.waschhaus.de.

Nicht stattfinden wird heute übrigens die Theatervorstellung „Der Diener zweier Herren“. Die Karten behalten jedoch ihre Gültigkeit, das Stück wird am morgigen Mittwoch auf der Seebühne an der Schiffbauergasse gespielt. Weitere Informationen unter www.hansottotheater.de.

Damals war’s:

Noch kurz vor seiner Erschießung in Freiburg durch die preußischen Soldaten hatte der 23-Jährige einen Abschiedsbrief geschrieben. Dieser ging an seine Eltern in Potsdam, beide Abkömmlinge französischer Hugenottenflüchtlinge. „Wer den Mut hat, eine Überzeugung zu bekennen und für diese zu kämpfen, muss auch den Mut haben, für dieselbe zu sterben”, hatte der Sohn geschrieben. Bald darauf bestieg er einen Karren, der ihn zu einem Friedhof brachte. Auf ein Gnadengesuch beim preußischen König hatte er verzichtet, wohlwissend, dass es ohnehin chancenlos gewesen wäre, denn der Herrscher hasste die „Barbaren und Bestien”, die Kämpfer für eine Republik. Der Stuttgarter Anzeiger berichtete wenige Tage nach dem 31. Juli 1849: „Es ging ein großer, schöner Mann, etwa 24 Jahre alt, mutig und gefasst, die linke Hand ans Herz gestemmt, in die Mitte des Vierecks, das die Infanterie gebildet hatte ... Das Todesurteil wurde verlesen.” Ein Trommelwirbel folgte, wohl um die letzten Worte des Verurteilten zu übertönen. Doch die Botschaft, die er den Soldaten zurief, ist der Nachwelt dennoch überliefert: „Ich sterbe für die Freiheit. Zielt gut, Brüder.” 

Max Dortu Quelle: MAZ-Archiv

Johann Ludwig Maximilian Dortu, kurz Max genannt, geboren am 29. Juni 1826 in Potsdam, ist einer der ganz wenigen Potsdamer, die je als Revolutionäre Eingang in die Geschichtsbücher gefunden haben. Dabei war er keineswegs das, was man heute so mit dem Begriff „Revoluzzer” assoziiert. Kein notorischer Krawallmacher — im Gegenteil: Betrachtet man Dortus kurzen Lebenslauf, formt sich das Bild eines Vorzeige-Bürgersohns voller Strebsamkeit und Ernsthaftigkeit. Die Dortus sind eine angesehene Familie. Der Vater, ein Justizrat, hat der Familie zwei Häuser am Stadtkanal gekauft — heute befindet sich hier die Dortu-Grundschule. Max legt das Abitur an der Grande Ecole, der jetzigen Abendschule in der Friedrich-Ebert-Straße, ab. Sogar ein Jahr vorfristig, mit 17. Er will Jura studieren in Berlin und er meldet sich als „Einjährigfreiwilliger” zum preußischen Militär, obwohl er das wegen eines Brustleidens eigentlich nicht müsste. Aber für Dortu, dessen Vater sich in den Befreiungskriegen ausgezeichnet hat, gehört es zur Bürgerpflicht.

Ehrentafel für Max Dortu an seinem Geburtshaus in der Dortustraße in Potsdam. Quelle: Michael Hübner

Überhaupt scheint der Senior eine nicht zu unterschätzende Vorbildrolle gespielt zu haben. Der Justizrat — wohl auch geprägt durch die Grundsätze der französisch-reformierten Kirche, die Hierarchien strikt ablehnt — legt als Abgeordneter der Stadtversammlung am 6. März 1848 ein liberales Reformprogramm vor: Presse-, Rede- und Versammlungsfreiheit, Ende der Polizeiwillkür. Sohn Max, inzwischen Referendar am Stadtgericht in der Lindenstraße, wird trotz seiner Jugend zum Sprecher des demokratischen „Politischen Vereins” berufen. In Berlin, aber auch in Potsdam brodelt es. In Berlin lässt das Königshaus auf Demonstranten schießen. In der Residenz Potsdam sind es die Maurer, Eisenbahner und armen Weber von Nowawes, die auf die Barrikaden gehen, aber auch die sonst so „braven” Bürger. Die Volksseele kocht bei Versammlungen am Schragen oder vor den Communs am Neuen Palais.

Die Situation eskaliert, als Truppen im Zug von Potsdam nach Berlin geschickt werden sollen. Max Dortu steht an der Spitze der Bewegung: „Die Männer beginnen mit der Zerstörung der zwischen Berlin und Potsdam verlegten Telegraphenleitungen und Geleise. Sie reißen die Schienen auf”, schildert Karl Gass in seinem Buch „Zielt gut, Brüder” die Lage. Brotwagen werden geplündert, den Inhalt verteilt man. Vor dem Stadtschloss kommt es zu Protesten. Doch letztlich müssen die Aufständischen klein beigeben. Das alte System obsiegt. Dortu war nach Paris geflohen, hatte sich dann der badischen Revolution angeschlossen. Als die preußischen Truppen einmarschieren, wird mit ihm kurzer Prozess gemacht. Kurz darauf verlassen die Eltern Potsdam und emigrieren ins französische Toulouse. Das Angebot der Mutter, im Namen ihres Sohnes eine Stiftung für Handwerksgesellen einzurichten, wird von der Stadt Potsdam abgelehnt. (MAZ-Archiv/ Ildiko Röd)

Verkehr in Potsdam

Neue Wasserleitungen hier, Arbeiten an den Gleisen dort, eine große Baustelle in Vorbereitung – in Potsdam kann es in dieser Woche an einigen Stellen wieder eng werden. Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer müssen mit Einschränkungen auf den folgenden Straßen rechnen:

Für zwei Wochen ist beispielsweise die Straße An der Alten Zauche zwischen Binsenhof und Schilfhof für den Auto-Verkehr gesperrt. Hier wird die Fahrbahndecke erneuert. Die Umleitung über Heinrich-Mann-Allee und Horstweg ist ausgeschildert.

Wegen der Erneuerung der Trinkwasserleitung wird die Rückertstraße zwischen Hügelweg und Marquardter Chaussee abschnittsweise halbseitig gesperrt. Eine Ampel regelt den Verkehr an der Baustelle vorbei. Staugefahr im Berufsverkehr!

Auch der Hügelweg ist wegen Arbeiten an der Straße nach wie vor halbseitig dicht. Der Verkehr wird als Einbahnstraße in Richtung Rückertstraße geführt. Für die Gegenrichtung gibt es eine Umleitung.

Die Linksabbiegerspur in der Gutenbergstraße und der U-Turn zur Behlertstraße am Knotenpunkt mit der Berliner Straße sind derzeit gesperrt. Wer in Richtung Glienicker Brücke fahren will, wird über Hebbelstraße und Französische Straße umgeleitet. Am 15. Juli wird die Behlertstraße dann, wie berichtet, für Leitungs- und Straßenbauarbeiten voll gesperrt, was nicht nur Folgen für Auto- sondern auch für Radfahrer hat. Wenn möglich, sollte die Sperrung weiträumig umfahren werden, so die Empfehlung der Stadt.

Alle anderen Baustellen, Staufallen und Verkehrsbehinderungen haben wir hier zusammengefasst.

Das Wetter heute in Potsdam

Heute vor genau vier Jahren hieß es in Potsdam am Nachmittag „Land unter“. Einige Hauptverkehrsstraßen waren überflutet, es kam zu langen Staus. 26 Einsätze hatte die Feuerwehr bis zum frühen Abend gefahren, auch die Botschaft Ecuadors in der Seestraße musste mit Feuerwehrpumpen trocken gelegt werden. Die Tiefgarage der Wilhelmgalerie war geflutet. Im Heidereiterweg wurde die Straße unterspült, es blieb ein drei Meter breites Loch. Auch in der Kleinen Weinmeisterstraße senkte sich der Straßenbelag ab. Vor genau zwei Jahren war es wiederum viel zu trocken: In Potsdam wurde aufgrund der Hitze- und Trockenperiode und der damit verbundenen hohen Brandgefahr das Grillen und offenes Feuer auf allen öffentlichen Flächen der Stadt, einschließlich der Grünflächen und Badestellen verboten. Und heute? Es wird jedenfalls warm, eher heiß. 30 Grad könnte es schon werden. Dazu soll es trocken bleiben. Da würden wir uns heute Morgen aber ungern zu 100 Prozent festlegen. Noch gestern wurden Unwetter nicht ausgeschlossen. Gewitter und Regen, so unser letzter Stand, sollen nun vielleicht erst am Mittwoch kommen.

Von MAZonline