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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Donnerstag
Lokales Potsdam

Potsdam am Donnerstag: Das ist heute wichtig, 14. Oktober 2021

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07:10 14.10.2021
Thomas Hettche liest heute aus seinem Buch über die Augsburger Puppenkiste, Peter Gotthardt haut in die Tasten und Hannah Arendt wird geehrt.
Thomas Hettche liest heute aus seinem Buch über die Augsburger Puppenkiste, Peter Gotthardt haut in die Tasten und Hannah Arendt wird geehrt. Quelle: Stefan Puchner/ Bernd Gartenschläger/ Archiv
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Potsdam

Guten Morgen! Heute ist „Weltnormentag“. Ins Leben gerufen wurde er vor rund 50 Jahren von internationalen Normungsorganisationen, die somit jedes Jahr auf die – in ihren Augen – wichtige Normung aufmerksam machen wollen. Das mag vielleicht in der Industrie relevant sein, wir sind jedoch froh, dass sich zumindest die Tage nicht gleichen und es in Potsdam jeden Tag etwas Neues zu entdecken gibt. So auch heute. Hier eine Auswahl.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Wie berichtet, greifen die in Brandenburg gelockerten Corona-Regeln in der Landeshauptstadt (noch) nicht. Die Inzidenz in Potsdam ist in den vergangen Tagen zwar gesunken und liegt (immerhin) wieder auf September-Niveau, aber für die Aufhebung der Testpflicht ist sie dann doch noch zu hoch: 56 statt unter 35.

News und Termine

Gedenktafel für eine Philosophin: Potsdam bekommt eine Gedenktafel für Hannah Arendt. Endlich! Heute – am 115. Geburtstag der jüdischen Theoretikerin, Philosophin und Publizistin – wird sie in Babelsberg, am Haus Merkurstraße 3, enthüllt. Dort hatte Arendt in den 1920er Jahren gewohnt.

Die Merkurstraße 3 in Babelsberg. Quelle: Friedrich Bungert (Archiv)

Gemeinsam mit Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow und den Hauseigentümern Martina und Günther Kruse wird Oberbürgermeister Mike Schubert (beide SPD) die Tafel vorstellen. Die Initiative für die Gedenktafel geht auf einen Antrag der Linken-Stadtfraktion aus dem Dezember 2016 zurück. Hannah Arendt starb am 4. Dezember 1975 in New York.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Hitchcock im Filmmuseum: Vor rund 95 Jahren wurde der Film „The Lodger“ von Alfred Hitchcock uraufgerührt; wohl sein bekanntester Stummfilm. Heute wird er im Filmmuseum an der Breiten Straße gezeigt. Aber das ist nicht alles. Musikalisch untermalt wird der Film von keinem Geringeren als Peter Gotthardt.

Filmkomponist Peter Gotthardt. Quelle: Bernd Gartenschläger (Archiv)

Der heute 80-Jährige wurde unter anderem bekannt durch seine Filmmusik zu Heiner Carows „Die Legende von Paul und Paula“. Heute begleitet er den Stummfilmklassiker im Potsdamer Filmmuseum am Klavier. Zuvor gilt es jedoch Gotthard zu ehren. Sein runder Geburtstag liegt erst knapp zwei Monate zurück. Film-Experte Knut Elstermann stimmt daher heute Abend ein Hohelied auf den Komponisten an. Beginn ist um 19 Uhr. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Ticketverkauf unter www.filmmuseum-potsdam.de.

Gesprächskonzert im Nikolaisaal: Im Museum Barberini am Alten Markt in Potsdam ist zurzeit die Ausstellung „Impressionismus in Russland“ zu sehen. Die Stilrichtung hat seine Wurzeln zwar in Frankreich, doch reisten viele russische Maler dorthin, um sich Anregungen zu holen. Russische Komponisten reisten dagegen nicht viel und dennoch haben die charakteristischen musikalischen Mittel des Impressionismus Eingang in die stark national geprägte Musik Russlands gefunden. Wie das kam und vor allem wie sich das anhört, ist heute Abend im Potsdamer Nikolaisaal zu hören. Beginn ist um 19 Uhr. Weitere Informationen unter www.museum-barberini.de sowie www.nikolaisaal.de.

Lasst die Puppen tanzen: Der Magie der Marionetten kann sich kaum jemand entziehen. Selbst die Nazis wussten diese Macht zu nutzen. 1938 gründeten sie extra ein Reichsinstitut, um das „nationale Puppenspiel“ zu fördern. Es gab Standard-Puppensätze für die Wehrmacht und sogar Frontpuppenspieler, die in Frankreich, Russland und Kreta die kämpfenden Truppen bei Laune halten sollten. Einer von diesen Puppenspielern brachte dem Schauspieler Walter Oehmichen in Kriegsgefangenschaft das Puppenschnitzen bei. Der eröffnete nach seiner Rückkehr aus der Internierung 1948 dann die Augsburger Puppenkiste. Ganze Generationen von Kindern sind mit Jim Knopf, Urmel und dem kleinen König Kallewirsch aufgewachsen. Der 1964 im hessischen Treis geborene Thomas Hettche war eines von ihnen.

Thomas Hettche setzt der Augsburger Puppenkiste ein Denkmal. Quelle: Thomas Frey/ dpa

In seinem Roman „Herzfaden“ hat er die Geschichte des Figurentheaters aufgeschrieben und erzählt davon, wie alles anfing. Die Lesung in der Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek beginnt um 19 Uhr. Weitere Informationen unter www.bibliothek.potsdam.de.

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Multimediales Theaterprojekt: Ein Mann landet vor Gericht, weil er Menschen vor dem Ertrinken bewahrte. Ein Lebensretter steht als Verbrecher da. Was bedeutet das für unsere Demokratie über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung? Und wie bewerten Außenstehende das Geschehen? Diese Fragen stellt das Theaterschiff Potsdam heute um 19.30 Uhr bei der Aufführung seines multimedialen, interaktiven Theaterstücks „Stay away –Rettung ausgeschlossen!“ Die Zuschauer werden eingeladen, mit Fotos, Videoinstallationen, Tanz- und Spielszenen, auf eine dramatische und verstörende Schiffsreise zum Thema Flucht zu gehen. Weitere Informationen unter www.theaterschiff-potsdam.de.

Hoffnung und Enttäuschung: Mit dem Stück „Love Letters“ hat das Potsdamer Ensemble Poetenpack am vergangenen Samstag – nach zweimaliger Corona-Verschiebung – seine neue Spielstätte in der Zimmerstraße 12b eingeweiht. Mit einem großen künstlerischen Jahresprojekt wolle man den Raum mit einer dichten Folge kleiner Theaterereignisse zum Leben erwecken. Heute steht die nächste Veranstaltung an: „Über die Verfinsterung der Geschichte“. Der russische Philosoph Alexander Iwanowitsch Herzen und ein junger Student haben aufgrund der revolutionäre Situation in den Jahren 1847 und 1848 in Paris über den Sinn und Unsinn politischer Anteilnahme diskutiert. Das Gesprächsprotokoll hat sich über 100 Jahre später Hans Magnus Enzensberger zur Brust genommen und mit einer „politischen Absicht“ für die Gegenwart bearbeitet. „Jede Generation glaubt an die Einzigartigkeit ihrer Sinnkrisen. Herzens Dialoge zerstören diese Einbildung“, schreibt Enzensberger. Willi Händler und Felix Isenbügel, Mitglieder des Theaterensembles, lesen aus dem Werk, Arne Assmann begleitet sie musikalisch. Beginn ist um 19.30 Uhr. Weitere Informationen unter www.theater-poetenpack.de.

Damals war’s

Am 14. Oktober 1745 stirbt der Generalleutnant Gottfried Emanuel von Einsiedel in seinem Potsdamer Haus (geboren am 14. April 1689). Er war ein Langer Kerl und sehr tapfer. Friedrich Wilhelm I. schätzte den Generalleutnant sehr. Er lud ihn zu seinem Tabakskollegium und schenkte ihm 1726 für seine Verdienste das „Wartenbergsche Haus” in der Schlossstraße 8, womit auch die Brau- und Apothekengerechtigkeit verbunden war. Einsiedel ließ das Gebäude zu einem Gasthaus und Hotel umbauen. Unter Friedrich II., Sohn des Soldatenkönigs, fiel Einsiedel in Ungnade und starb 1745 an „gebrochenem Herzen” – heißt es. Es hält sich aber auch hartnäckig das Gerücht, dass Friedrich II. den in Ungnade Gefallenen dort hinrichten ließ. 1746 übernahm jedenfalls der Bildhauer Johann Peter Benkert das Haus. Er ist auch der Schöpfer des hölzernen Portalschmucks, der Diogenes in der Tonne im Gespräch mit Alexander dem Großen zeigt.

Historische Aufnahme des Hotels "Zum Einsiedler". Quelle: privat

Das Haus, bis 1945 renommiertes „Hotel zum Einsiedler”, wurde beim Bombenangriff auf Potsdam am 14.April 1945 schwer beschädigt und 1948 gesprengt. Der Portalschmuck ist im Potsdam-Museum deponiert. Aktuell wird das Haus wieder aufgebaut.

Verkehr in Potsdam

Noch immer müssen die Straßenbahnen der Linien 91 und 93 im Bereich Heinrich-Mann-Allee zwischen den Haltestellen Waldstraße/Horstweg und Bhf Rehbrücke pausieren. Die dortigen Bäume werden frisiert. Zwischen den genannten Haltestellen ist ein Ersatzverkehr eingerichtet, die Reisedauer verlängert sich daher um einige Minuten.

Etwas länger wird ab heute auch die Reise mit den Buslinien 692 und N17 dauern. Wie berichtet, finden auf der Pappelallee gerade Straßenbauarbeiten statt. Die Busse umfahren die Baustelle großräumig. Drei Haltestellen bleiben – in beiden Richtungen – daher bis zum kommenden Sonntag nutzlos: Johan-Bouman-Platz, Ruinenbergstraße sowie Schlegelstraße/Pappelallee.

Alle Infos zur Tram-Unterbrechung auf der Heinrich-Mann-Allee hier, Details zum veränderten Busverkehr in der Pappelallee hier – und Autofahrer können sich an dieser Stelle über die aktuellen Herbst-Baustellen in Potsdam informieren.

Wie wird das Wetter heute in Potsdam?

Von Regen in Potsdam am Donnerstag war gestern noch keine große Rede: Auf den noch gestern am späten Abend von uns konsultierten Online-Wetterportalen war von Regen am heutigen Donnerstag kaum was zu sehen. Lediglich ein Tröpfchen hier oder da wurde für Potsdam angesagt, aber von wegen: Der Regen kam am frühen Donnerstagmorgen – und er wird vermutlich bis zum Donnerstagnachmittag bleiben bzw. immer mal wieder vorbeigucken. Kurz: Es könnte heute in Potsdam ein ungemütlicher und nasser Herbsttag werden.

Von MAZonline