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Potsdam Drüber spricht Potsdam am heutigen Donnerstag
Lokales Potsdam

Potsdam am Donnerstag: Das ist heute wichtig: News und Termine für den 5. August 2021.

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15:40 05.08.2021
An der Großbaustelle Leipziger Dreieck gibt es Fortschritte, die Wahlzettel für die Bundestagswahl können ab heute gedruckt werden und das Rechenzentrum soll auf die Denkmalliste, sagen jedenfalls die Linken.
An der Großbaustelle Leipziger Dreieck gibt es Fortschritte, die Wahlzettel für die Bundestagswahl können ab heute gedruckt werden und das Rechenzentrum soll auf die Denkmalliste, sagen jedenfalls die Linken. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Guten Morgen! Ein spannender Donnerstag erwartet uns heute in Potsdam. Heute herrscht Gewissheit über die Direktkandidaten und die Parteien, die in unserem Wahlkreis 61 zur Bundestagswahl zugelassen sind. Klarheit gibt es auch hinsichtlich über den nächsten Baufortschritt am Leipziger Dreieck. Zudem gibt es in Potsdam erneut ein prima Angebot für Impfwillige.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Das terminfreie Angebot im Landtagsinnenhof (siehe unten) wird hoffentlich von vielen Potsdamern und Potsdamerinnen angenommen. Das Beobachten der aktuellen Corona-Zahlen in Potsdam macht derzeit nämlich wenig Spaß, wenn das Wort in diesem Zusammenhang überhaupt passend ist. Grundsätzlich hätten wir auf Corona eh ganz gut verzichten können, aber solange sich dieses fiese Virus noch austobt, bleibt uns ja nichts anderes übrig als den Verlauf der Inzidenz zu beobachten. Gerade scheint Corona zudem recht aktiv zu sein. Die Inzidenz in Potsdam ist erneut gestiegen und lag am Mittwoch bei 16,1. Das ist der höchste Wert seit dem 7. Juni 2021. Die Gesamtzahl aller bisher in Potsdam registrierten Corona-Fälle ist gestern auf 7180 gestiegen.

News und Termine

Wie weiter am Leipziger Dreieck? Der Umbau des Leipziger Dreiecks verlangt Autofahrern, Radfahrern, Fußgängern und Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs jede Menge ab. Allein in den letzten Tagen und Wochen gab es diverse Ampel-Ausschaltungen, der Rad- und Fußgängerweg wurde hin- und hergeschoben, Bus- und Straßenbahnhaltestellen wurden nicht angefahren. Immerhin für ÖPNV-Nutzer ändert sich jetzt etwas zum Guten: Die Straßenbahn-Hauptstrecke am Hauptbahnhof wird schon bald wieder befahren. Was das für die Arbeiten am Leipziger Dreieck an sich und den Fortschritt des Umbaus bedeutet und was uns in nächster Zeit an diesem Verkehrsknotenpunkt erwartet, erfahren wir heute Morgen.

Kreativquartier schützenswert? Nachdem das Garnisonkirchen-Glockenspiel auf der Plantage überraschend – der Antragsteller ist unbekannt, das Glockenspiel an sich umstritten – auf der Denkmalschutz-Liste aufgetaucht ist, wollen die Linken in Potsdam nun einen „Antrag auf Unterschutzstellung des Rechenzentrums“ einreichen. Mit der „Entscheidung des Landesamtes für Denkmalpflege zur Eintragung des Glockenspiels auf der Plantage in die Denkmalliste [sei] die Debatte um die weitere Entwicklung des Standortes erneut befeuert“ worden, heißt es in einer Mitteilung. Heute Vormittag wollen der Potsdamer Fraktionsvorsitzende der Linken in der Stadtverordnetenversammlung, Stefan Wollenberg sowie Norbert Müller, Potsdamer Bundestagsabgeordnete und Direktkandidat der Linken im Wahlkreis 61,  ihren Antrag vorstellen.

Kultur mit Piks: Auch heute – zum vorletzten Mal in diesem Jahr – gibt es im Landtagsinnenhof wieder ein kostenfreies Kulturangebot. Im Rahmen der Reihe „Kunst zur Zeit“ sind dort um 18 Uhr die Autorin Jana Franke und Saxophonist Wenzel Benn zu erleben. Beide sind Mitglieder in der 2020 von der Autorin initiierten Reihe „wort trifft ton & bild“. Bei den Auftritten werden Literatur, Malerei und Musik miteinander verknüpft. Heute liest Jana Franke die Werke „Wendezeiten – Ein Dreiakter“, „Stolpergoldstein“ und „carpe diem“, vertont und begleitet von Wenzel Benn am Saxophon. So weit so gut, aber noch besser ist, dass es bereits ab 11 Uhr im Innenhof eine weitere Attraktion gibt: Ein mobiles Impfzentrum lädt zur spontanen Impfung mit Biontech. Und das Besondere ist: Nach Angaben der Stadtverwaltung sind dort heuteErst- und Zweitimfpungen möglich. Das Angebot richtet sich an alle Menschen ab 16 Jahren. Mitzubringen sind die Versichertenkarte, ein Ausweis und, wenn vorhanden, der Impfausweis.

Wahlkampf und Kultur: Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) baut heute auf dem Potsdamer Luisenplatz eine offene Bühne auf und lädt alle Künstlerinnen und Künstler ein, sich dafür anzumelden. Das Motto lautet „Musik und Stimmen für das Gemeinwohl“, teilte die Partei im Vorfeld mit. Jeder kann die Bühne nutzen: „Ob laut oder leise, ob wild oder sanft, ob mit oder ohne Instrumente – Voraussetzungen sind nur etwas musikalische bzw. künstlerische Qualität und die vorherige Anmeldung – mit Hörprobe – unter der Adresse kreisvorstand@oedp-potsdam.de. Aber es geht natürlich nicht nur um Kultur – Wahlkampf ist angesagt. Und so sind auch der ÖDP-Direktkandidat des Wahlkreises 61, Daniel Margraf, sowie der ÖDP-Bundesvorsitzende Christian Rechholz, vor Ort. Das Bühnenprogramm beginnt um 14 Uhr, gegen 17 Uhr wird Margraf sich und sein Wahlprogramm für die bevorstehende Bundestagswahl vorstellen. Bereits am Vormittag gegen 10.30 Uhr hat die Partei eine Kundgebung vor dem Umweltministerium Brandenburg geplant. Zu einem Dialog eingeladen wurde auch Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel. Dabei gehe es auch um die Klärung einer „Reihe von Fragen zur Tesla Gigafactory in Grünheide“.

Apropos Bundestagswahl: Heute wird der Kreiswahlleiter die endgültige Liste der Direktkandidaten (Erststimme) bekanntgeben, die bei der Bundestagswahl am 26. September im Wahlkreis antreten. Am Montag war die Frist für etwaige Einsprüche abgelaufen. Auch der Landeswahlleiter wird heute die zugelassenen Landeslisten der Parteien (Zweitstimme) veröffentlichen. Alle aktuellen Informationen zum Potsdamer Wahlkreis 61 jederzeit aktuell unter www.MAZ-online.de/btwk61.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Himmlisches Vergnügen: Der kleine Eisbär Lars kann heute niemanden mehr mitnehmen auf Abenteuer und auch die Reise durchs Universum ist ausgebucht – doch das Urania-Planetarium hat heute noch eine dritte Veranstaltung auf dem Programm: Neu erzählte Sternensagen für Kinder. Ab 14 Uhr wird der Sternenhimmel „in neuen Bildern und Animationen“ nach Potsdam herab geholt. Doch auch dieser Vortrag ist beliebt, nur wer ganz schnell ist, bekommt vielleicht noch einen Platz. Mehr Informationen unter www.urania-planetarium.de.

Schöne Vasen: Im Pavillon auf der Freundschaftsinsel wird heute Nachmittag um 17 Uhr die beliebte „Gartenschönheit in Vasen“ eröffnet. Dafür werden Blumenarrangements zusammengestellt, die die Blütenpracht des Gartens ins Haus holen. Kreativ betätigen werden sich dabei auch die Direktorin des Filmmuseums Christine Handtke, der Chef des Museumsvereines Markus Wicke, Schauspieler und Musiker Christian Näthe, Schauspielerin Isabell Geschke und die Fotografin Monika Schulz-Figuth. Die Ausstellung ist kostenlos, aber eine Spende ist willkommen, da für die von Sebastian Frenkel ins Leben gerufene Hilfsaktion für Flutopfer in der Eifel gesammelt wird.

Langer Donnerstag: Das Museum Barberini am Alten Markt in Potsdam hat heute länger auf als gewöhnlich. Also ruhig ein bisschen Zeit nehmen. Für 21 Euro kommt man zudem in den Genuss des Vortrags der Kunsthistorikerin Andrea Schmidt. Ab 17 Uhr geht sie auf die Gärten der Impressionisten ein. Spannend, denn die Gärten, diese selbstgeschaffenen Paradiese sind zumeist eine „Welt der Idylle, der Schönheit und Ruhe“. An den Vortrag schließt sich eine Filmvorführung an. Die 14-minütige Kurzdokumentation zeigt das malerische Städtchen Giverny – die Heimat des französischen Maler Claude Monet. Alle Informationen zu dieser Veranstaltung und zum heutigen Besuch im Museum Barberini unter www.museum-barberini.de.

Absurd-komische Kriminalgroteske: Das Hans-Otto-Theater ist gestern in die neue Spielzeit gestartet. gespielt wird derzeit Open-air – auch bei Regen und kühleren Temperaturen. gespielt wird heute „Genie und Verbrechen“. In dem Stück geht es um Gewalt und um die Angst davor, einfach abgeknallt zu werden. Es geht um zwei ängstliche Männer, die eigentlich keine Träume mehr haben, aber der Utopie anhängen, ohne die Ausübung körperlicher Gewalt durchzukommen. Und es geht um Selbstmitleid. Es geht auch um Hoffnungslosigkeit, denn die Frauen, die Aufbruchstimmung verbreiten und das Heft des Handelns in die Hand nehmen, scheitern ebenso. Beginn ist um 18 Uhr im Gasometer.

Digitale und analoge Malerei: Im AWO-Kulturhaus in Babelsberg wird heute Abend die Ausstellung „Was du nicht siehst und still, wird warten“ eröffnet. Gezeigt werden Werke von Torsten Hennig und Texte von Burkhard Kunkel. Das Besondere an den Bildern ist, dass sie teilweise auf dem Tablet gemalt wurden und auf Acrylglas wiedergegeben sind oder ganz herkömmlich entstanden: mit Acryl-oder Ölfarbe auf die Leinwand gemalt. Die Ausstellung und Buchpräsentation sowie Signierstunde mit musikalischer Begleitung durch das Mixesquartett, May Lueangtawikit (Violine), Yula Kim (Violine), Julia Palecka (Viola), Juliet Wolff (Violoncello) beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung aber nötig. Weitere Informationen unter https://kulturhausbabelsberg.de.

Französische Komödie: „Die Streiche des Scapin“ ist eine Komödie in drei Akten von Molière. Das Stück wurde für Molières Truppe zum Kassenschlager und gehört seither zu den meistgespielten Stücken des französischen Theaters. Und auch das Ensemble des Neuen Globe Theater hat dies Stück im Repertoire. Beginn der heutigen Open-air-Vorstellung vor dem T-Werk ist um 20 Uhr. Weitere Informationen unter www.t-werk.de.

45 Jahre Ost-Rock: Im Lindenpark tritt heute eine der Kult-Bands aus Berlin auf: Karat. Die große Konzert-Tour zum 45-jährigen Band-Jubiläum sollte eigentlich im vergangenen Jahr stattfinden, aber Corona und so, Sie wissen schon. Heute jedenfalls ist es endlich so weit. Um 20 Uhr geht es los, Einlass ist bereits um 19 Uhr.

Potsdamer Geschichten damals und heute

Heute vor 120 Jahren starb Victoria von Großbritannien und Irland, die Kaiserin Friedrich. Nur 99 Tage, von März bis Juni 1888, war Victoria Kaiserin des Deutschen Reiches. Nach dem Tod ihres Gemahls, Kaiser Friedrichs III., durch ihren Sohn Wilhelm II. zu politischer Bedeutungslosigkeit degradiert, kehrte sie Berlin und Potsdam enttäuscht den Rücken. Dabei hatte sich die selbstbewusste, künstlerisch begabte und sozial engagierte Monarchin gerade hier in ihrer langen Kronprinzessinnenzeit um Frauenbildung, Kindererziehung und die Verbesserung der Situation in Krankenhäusern und Lazaretten gekümmert.

Victoria, geboren am 21. November 1840 im Buckingham Palace in London war die älteste Tochter der britischen Königin Victoria. Von ihrem Vater, dem englischen Prinzen Albert, wurde sie liberal und kunstsinnig erzogen, galt als Gegenspielerin des „eisernen” Kanzlers Otto von Bismarck. Sie war Renaissance-Fan, liebte Italien und hielt das weiche Licht des Südens gern selbst mit dem Pinsel fest: Kronprinzessin Victoria. Ihr Leben lang begeisterte sie sich für die schönen Künste. Einer ihrer Lehrer, der Hofmaler Heinrich von Angeli, hielt mit seinem Urteil über die Arbeiten der ehrgeizigen Engländerin nicht hinterm Berg. Als Majestät ihrem Oberhofmarschall Reischach auf der Leinwand quasi ein blaues Auge verpasst hatte, sagte der Profi: „Lassens doch das Porträtieren. Das könnens halt nit. Bleibens bei ihren Stilleben, die machens sehr nett.”

Die Marmorsarkophage des Kaisers und der Kaiserin im Mausoleum an der Friedenskirche. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zu ihrer Mutter hielt sie Zeit ihres Lebens eine enge Verbindung. Tausende Briefe, die meisten erhalten, zeugen von der Nähe der beiden. So ist dort neben ihrer Abscheu gegenüber Reichskanzler Bismarck („Unerträglich” und „frech” nannten sie seine Politik. „Er ist nur dann demokratisch gesinnt, wenn es ihm dienlich ist. Solange Bismarck regiert, wird Deutschland nicht zur Ruhe kommen“) auch das sich verhandelnde Verhältnis zu ihrem älteren Sohn Wilhelm (den letzten deutschen Kaiser) dokumentiert. Früh schreibt sie ihrer Mutter, dass sie den Thronfolger oft in Kontakt mit einfachen Menschen kommen lasse, um ihn Respekt vor allen Menschen zu lehren, „obwohl die deutschen Bauern keine freundlichen Wesen sind”. Später wurde in der Korrespondenz ihre. Doch der anfängliche Stolz der jungen Mutter, wird der als Kind unter der grausamen ärztlichen Behandlung seiner Behinderung leidende „Willi” immer mehr zum Gegenspieler der Eltern. Während Queen Victoria sich offen vom Enkel abwendet, gibt die Tochter dem „verderblichen Berliner Umfeld” die Schuld für das Zerwürfnis. Über ihren Ehemann Friedrich III., mit dem sie auf dem Krongut Bornstedt lebte, indes verliert Victoria nur gute Worte, sein Tod traf sie schwer. „Seine milde und gerechte Regentschaft sollte nicht sein”, bilanziert sie traurig, bevor sie von ihrem Sohnauf Schloss Friedrichshof in Kronberg abgeschoben wird.

Mausoleum an der Friedenskirche im Park Sanssouci. Quelle: Bernd Gartenschläger

1890, zwei Jahre nach dem Tode Kaiser Friedrich III., errichtete Julius Carl Raschdorff aus schlesischem Sandstein das Mausoleum an der Friedenskirche in Potsdam. In der östlichen Altarnische wurden die Särge für die beiden früh verstorbenen Söhne, Sigismund und Waldemar, aufgestellt. Als die Kaiserin Friedrich auf ihrem Witwensitz im Taunus ihrer Krebserkrankung erlag, bestatte man sie neben ihren Mann. Das Kaiserpaar ruht in der Mitte, nachdem Victoria am Abend des 12. August 1901 neben ihrem Gemahl beigesetzt worden war. 

Übrigens liegt heute auch der Soldatenkönig, Friedrich Wilhelm I. in dem Mausoleum begraben. Ursprünglich hatte er im Jahr 1740 seine letzte Ruhe in der Gruft der Garnisonkirche gefunden.

Verkehr in Potsdam

In der offiziellen Verkehrsprognose taucht heute, bis auf unsere „alten Freunde“ Behlertstraße und Leipziger Dreick (siehe oben), keine richtige oder neue Staufalle auf. Also alles gut? Nicht ganz, denn im Osten der Stadt gibt es ein Problem: Wegen Leitungsarbeiten und dem Bau der Haltestellen ist die Steinstraße für den Autoverkehr zwischen den Straßen In der Aue und An der Parforceheide gesperrt. Der Verkehr wird über die Mendelsohn-Bartholdy-Straße und Hubertusdamm umgeleitet. Bitte beachten: Auf der Strecke wurden zudem „umfangreiche Halteverbote für die Busumleitung“ eingerichtet.

INFO: Zunächst hatte es an dieser Stelle geheißen, dass die Sperrung neu wäre. Das war so nicht richtig. Neu ist lediglich die Verlängerung der Sperrung. Sehr zum Unmut der Anwohner: „Fast 3 Monate wird der Bus und Individualverkehr durch den Hubertusdamm und Mendelssohn-Bartholdy-Straße umgeleitet. Es ist für uns Anwohner äußerst nervig, zumal die Parkplatzsituation sowieso extrem angespannt ist. Denn seit Februar diesen Jahres dürfen wir nicht mehr auf dem Parkplatz des Behördenkomplexes Steinstraße 104-106 parken. Es sind katastrophale Zustände“, schreibt uns eine Leserin. .

Wie wird das Wetter heute in Potsdam?

Ein richtiger Sommer ist nicht nicht. Es bleibt wie es war: Temperaturen von knapp über 20 Grad, Wolken sind keine Mangelware und die eine oder andere wird auch Regen mit sich führen.

Von MAZonline