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Potsdam Potsdam am Donnerstag – der Tag im Überblick
Lokales Potsdam

Potsdam am Donnerstag - der Tag im Überblick

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22:23 18.06.2020
Kläranlage Potsdam Nord in Nedlitz. Dagmar Triptow (56) ist hier seit 29 Jahren Abwassermeisterin. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Vermutlich denken nur wenige Potsdamer an einen Umzug nach Worms. Ein Fehler. Die Stadt hat einen Kaiserdom und – noch wichtiger – sie gehört klimatisch zu den trockensten Orten Deutschlands. Obwohl es da so trocken ist, liegt der Preis für Wasser und Abwasser in Worms nur bei einem Viertel dessen, was ein Potsdamer Haushalt jedes Jahr für die Wiederaufbereitung seiner brackigen Brühe hinblättern muss. Wer jetzt sagt, dass sei noch kein Grund zum Umzug, dem halten Experten entgegen: Auf ein Menschenleben gerechnet spart eine Familie in Worms Wasserkosten von 50 000 Euro. Wer hier bleibt, bringt seine Liebsten also um eine E-Klasse in Grundausstattung.

Ein Getreideschober von Monet im Museum Barberini. Quelle: www.imago-images.de

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Freilich kann sich das alte Worms nicht rühmen, demnächst die deutsche Hauptstadt des Impressionismus zu sein. Potsdam schon. Schräg getextet: Hier verliert man fürs Wasser Moneten, gewinnt aber Monet. Wenn Hasso Plattner jetzt Teile seiner gesammelten Impressionisten-Schätze dauerhaft nach Potsdam bringt, sind wir in Europa die Monet-Metropole Nummer zwei hinter Paris, obwohl der Franzose nicht einen märkischen Heuhaufen gemalt hat.

Geld wie Heu vergibt die Stadt zwar nicht, immerhin legt sie aber einen kleinen Fonds auf, mit dem Selbstständige aus der Kulturbranche einen Teil ihrer durch Corona weggefallenen Honorare ersetzt bekommen.

Falls Ihnen das mit der E-Klasse jetzt nicht aus dem Kopf geht – sollten Sie aus Worms doch mal in die alte Heimat zurückkommen, fahren Sie mit dem schnellen Stern auf der Haube vorsichtig. Nach einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Nuthestraße müssen vermutlich 122 Autofahrer ihr heiliges Bleck für einen Monat stehen lassen.

Immerhin kann man Potsdam auch ohne Auto genießen. Unsere Restaurantkritikerin hat das Selbstgebraute in der Meierei im Neuen Garten getestet und ist recht angetan. Die Schänke am Jungfernsee ist übrigens Teil der „Brandenburger Bierstraße“. Und von der Meierei ist es bis zur nächsten Bierstraßenwirtschaft im Krongut Bornstedt ein überschaubarer Fußweg. Man muss das mit den Abwassergebühren ja nicht immer gleich mitdenken ...

Von vokle