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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Donnerstag
Lokales Potsdam

Potsdam am Donnerstag. Das ist heute wichtig: Corona-Lockerungen ab 3. Juni 2021

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05:30 03.06.2021
In die Biergärten ohne Termine und Tests, auf dem Weg dahin ohne Maske und abends auf eine Reise durchs Universum. Klingt nach einen guten Donnerstag.
In die Biergärten ohne Termine und Tests, auf dem Weg dahin ohne Maske und abends auf eine Reise durchs Universum. Klingt nach einen guten Donnerstag. Quelle: dpa/ MAZ
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Potsdam

Guten Morgen! Was ein schöner Tag. Seit heute besteht im öffentlichen Raum in Potsdam keine Maskenpflicht mehr und mit den gelockerten Corona-Regeln kehrt heute wieder ein Stückchen mehr Normalität zurück.

Die Corona-Lage in Potsdam

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam ist zwar gestern nach mehr als einer Woche wieder gestiegen, aber eben nur leicht gestiegen. Um genau zu sein: von 15,0 auf 17,7, also fern jeder kritischen Marke. Am erfreulichsten ist jedoch, dass die Zahl der Corona-Patienten in den Potsdamer Krankenhäusern erneut gesunken ist. Lediglich vier Menschen sind Stand jetzt auf stationäre medizinische Hilfe angewiesen, auf den Intensivstationen liegt derzeit niemand mit einer Covid-19-Infektion.

Die niedrige Inzidenz in Potsdam hat zur Folge, dass die am Dienstag vom brandenburgischen Kabinett beschlossenen Öffnungsschritte ab heute in die Realität umgesetzt werden können. Besonders knifflig ist aber die Regelung für die Gastronomen – mit direkter Auswirkung auf die Gäste. Nach der Außengastronomie darf nämlich ab heute auch die Innengastronomie wieder öffnen. Dafür muss die Lokalität ein ausreichendes Lüftungskonzept haben und einen negativen Schnelltest vorweisen. So weit, so gut. Nun aber: Bietet ein Betrieb ausschließlich Außengastronomie an, entfällt die Testpflicht. Hat der Gastronomiebetrieb jedoch Innen- und Außengastronomie, wird ein negativer Corona-Schnelltest von allen Gästen, drinnen und draußen, verlangt. Eine Innentoilette zählt übrigens nicht zur Innengastronomie. Aber egal, ob draußen oder drinnen: Masken- und Abstandspflicht besteht überall, zudem müssen Gäste ihre Kontaktdaten erfassen lassen.

Besonders verwirrend ist auch die Passage mit den privaten Treffen. Haben Sie das verstanden? Hier die Regelung in Kurzfassung: Ab heute ist es möglich, dass sich heute beliebig viele Menschen aus zwei Haushalten Zuhause oder unter freiem Himmel treffen. Möglich wäre auch, sich auf eine Wiese oder im entsprechend großen Wohnzimmer mit insgesamt maximal zehn Menschen aus zehn verschiedenen Haushalten zu treffen. Planen Sie gerade eine private Geburts-, Hochzeits- oder eine andere Jubiläumsfeier? Dann können Sie, wenn sie im Garten feiern, getrost bis zu 70 Menschen einladen, zu einer Party im geschlossenen Raum dürften immerhin 30 Gäste kommen. Nochmal einen Schwenker zurück zur Gastronomie: An einem, sagen wir „normalen“ Tisch dürfen nur Gäste aus höchstens zwei Haushalten platziert werden. Sind die Tische groß genug und das Abstandsgebot, 1,5 Meter, kann eingehalten werden, dürfen sich auch Gäste aus weiteren Haushalten dazu gesellen. Und wichtig: Vollständig Geimpfte und Genese zählen hier nicht mit – die sind on top. Demonstrieren können Sie übrigens mit 999 anderen Menschen zusammen, die Obergrenze wurde nämlich auf 1000 Demonstrierende hochgesetzt.

News und Termine für den heutigen Donnerstag

Ab heute gelten auch gelockerte Corona-Regeln für den kulturellen Bereich. Nach der gestern aktualisierten Fassung der Eindämmungsverordnung dürfen ab heute Theater, Konzert- und Opernhäuser, Kinos und ähnliche Einrichtungen wieder öffnen. Dabei gibt es jedoch ein paar wenige Regeln zu befolgen. So dürfen in geschlossenen Räumen bis zu 200 und unter freiem Himmel bis zu 500 Menschen mit einem negativen Corona-Test zeitgleich anwesend sein. Die Maskenpflicht ist aufgehoben, wenn sich die Gäste auf ihren Plätzen befinden und der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Krimi-Abend im T-Werk: Heute Abend um 20 Uhr findet der Lit:Potsdam-Krimiabend statt. Zu Gast ist Melanie Raabe, die aus ihrem Psychothriller „Die Wälder“ liest. Im Anschluss an die Lesung unterhält sich die Autorin mit Uwe Madel – ein Fachmann, wenn es um Verbrechen geht. Seit Jahren setzt er mit seiner rbb-Sendung „Täter-Opfer-Polizei“ dort an, wo die Kernaufgaben der Polizei an ihre Grenzen gelangen: bei der öffentlichkeitswirksamen und breiten Aufklärung von gängigen Betrugs-Maschen sowie beim Aufruf nach Zeugen über das Fernsehen. Übrigens: Weil die Corona-Regeln gelockert wurden, gibt es Zusatzkarten für das Potsdamer Literaturfestival – auch für diese Veranstaltung.

Lachen hilft ... und wird belohnt. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) Mike Schubert wird heute Morgen dem Verein Lachen hilft e.V. eine Förderung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) in Höhe von 9.000 Euro überreichen. Der Verein hat auch in Pandemiezeiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen besucht und versucht, Optimusmus und gute Laune zu verbreiten. So sind Clowns unter’m Balkon auf getreten oder haben zur virtuellen Clownssprechstunde gebeten. Entgegennehmen werden die Spende Hella Propelle und Tiffy, im normalen Leben bekannt als Nicola Streifler und Tanja Selmer.

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Reise durch das Universum: Um 16 Uhr startet im Urania-Planetarium ein 360°-Flug durchs All - Live moderiert. Alle Planten unseres Sonnensystems werden angeflogen und dann geht es noch ein Stückchen weiter: an den Rand des Sonnensystems und darüber hinaus. Hier werden wir Kometen begegnen, deren Schweif wir am Himmel beobachten können und werden Meteoriten sehen, die von der Erde aus als Sternschnuppen zu bestaunen sind. Und dann wird noch immer nicht umgekehrt. Weiter geht es, aus unserer Milchstraße hinaus zu den vielen anderen Sterneninseln im Universum gibt. Die Veranstaltung ist für Kinder ab 12 Jahre geeignet und kostet 5,50 Euro (4 Euro ermäßigt). Jetzt muss man aber raketenschnell sein, denn es sind nur noch ganz wenige Plätze frei.

Kurz die Welt retten: Tja, wenn es so einfach wäre. Heute Abend ab 18 Uhr werden jedenfalls Josefine Berkholz, Noah Klaus, Samuel Kramer, Lars Ruppel und Temye Tesfu beim Poetry for Future ihre Ideen und Ansichten zu den Themen Umweltschutz, Klimawandel, Artensterben und zu unser aller Zukunft vortragen. Der Poetry Slam findet open-air auf der Wiese hinter der Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Heinrich-Mann-Allee 107, statt.

Die Geschichte des Porzellans: Chinesisches Porzellan hat Maler seit je begeistert. Im 17. Jahrhundert wurde das in Europa bis dahin unbekannte Material in etlichen Bildern verewigt. Die feinen Vasen waren eine Herausforderung für die Künstler. Diese neue faszinierende Material war für die meisten Menschen damals aber eben nur ein auf Bildern zu bewundern. Doch mit der Zeit kam Porzellan auch in Europa an. Wie es dazu kam, warum sich Porzellan zum Sammlerobjekt entwickelte und was sich sich Europa als Ersatz für das teure Importprodukt einfallen ließ wird uns heute ab 18.30 Uhr Michaela Völkel, Kustodin für Porzellankunst und Keramik, anhand der keramischen Sammlung der brandenburgisch-preußischen Schlösser in einem etwa einstündigen Vortrag erläutern. Die Veranstaltung findet virtuell bei Zoom statt, die Teilnahme kostet 8 Euro.

Damals war’s: Ein fast vergessenes Gebäude

Heute vor 20 Jahren wurde das Polizeigefängnis in Potsdam endgültig geschlossen. Am 20. März 2001 hatte der damalige brandenburgische Justizminister Kurt Schelter (CDU) bekannt gegeben, dass die Justizvollzugsanstalt Potsdam in der heutigen Henning-von-Tesckow-Straße 9 - 13 am 3. Juni 2001 dicht gemacht wird, 2002 wurde es schließlich abgerissen.

Abriss des Polizeigefängnisses in der heutigen Henning-von-Tresckow-Straße im Jahr 2002. Heute befindet sich dort ein Parkplatz. Quelle: privat

Über das Gefängnis, neben der Lindenstraße und der Leistikowstraße die dritte große Haftanstalt in Potsdam, weiß man bis heute nicht allzu viel. Das Polizeigefängnis auf dem Hof des Polizeipräsidiums in der damaligen Priesterstraße war 1925 errichtet und Ende der 1930er Jahre auf 124 Zellen vergrößert worden. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) der Nazis hatte allein einen Bedarf von „100 bis 90“ Zellen für „Sonderaktionen“ angemeldet. Die Gestapo teilte sich das Gefängnis mit der Kriminalpolizei und der Schutzpolizei. Ab 1950 wurde der Knast, die Straße hieß mittlerweile Bauhofstraße, vom Staatssicherheitsdienst der DDR, als Untersuchungshaftanstalt genutzt.

Erst vor wenigen Jahren rückte eine Ausstellung das fast vergessene Polizeigefängnis wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Präsentiert wurde die Geschichte des Hauses, die Namen ehemaliger Insassen, darunter auch der deutsche Expressionist Fritz Ascher, wurden bekannt und Zeitzeugen traten auf. Heute befindet sich an der Stelle übrigens der ein Parkplatz des brandenburgischen Innenministeriums.

Verkehr in Potsdam

Wie bereits eingangs der Woche erwähnt: Die Schopenhauerstraße ist zwischen Weinbergstraße und Hegelallee für den Bau eines Hausanschlusses halbseitig gesperrt. Von heute bis Sonntag wird in diesem Bereich die Fahrbahndecke erneuert. Hierzu wird in der Hegelallee eine Linksabbiegespur in die Schopenhauerstraße gesperrt. Zeitgleich wird die Straße zwischen Voltaireweg und Weinbergstraße wechselseitig saniert – auch hier wird halbseitig gesperrt. Der Verkehr stadteinwärts wird in der gesamten Zeit über die Pappelallee und die B 2 umgeleitet. Es besteht Staugefahr auf der Umleitungsstrecke. Sonst rollt und steht der Verkehr wie immer. Aber wir versprechen schon jetzt, dass morgen an dieser Stelle jede Menge los sein wird. Schauen Sie morgen früh rein.

Das Wetter in Potsdam am Donnerstag

Es wird vermutlich nicht der allersonnigste Tag aller Zeiten, aber es bleibt trocken und warm. Bis zu 26 Grad sind drin. Bestes Freibad oder Biergarten-Wetter also.

Von MAZonline