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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Mittwoch
Lokales Potsdam

Potsdam am Mittwoch: Das ist heute wichtig. News und Termine für den 14. Juli 2021.

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16:29 19.07.2021
Heute Abend gibt es eine kleine Baustelle mit großen Auswirkungen, Kinofreunde kommen auf ihre Kosten und im Waschhaus gibt es ein ungewöhnliches Zusammenspiel.
Heute Abend gibt es eine kleine Baustelle mit großen Auswirkungen, Kinofreunde kommen auf ihre Kosten und im Waschhaus gibt es ein ungewöhnliches Zusammenspiel. Quelle: x
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Potsdam

Guten Morgen! Was war das gestern für ein Tag in Potsdam: Giftschlangen wurden gesucht und gefunden, eine tote Person wurde in der Havel entdeckt und Hermannswerder war stundenlang ohne Trinkwasser... brauchen wir heute alles nicht. Wir freuen uns auf einen entspannten dritten Tag in der Arbeitswoche.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Fünf ist dagegen die Corona-Zahl des gestrigen Tages: Genau so viele neue Covid-19-Infektionen hatte das Robert-Koch-Institut am gestrigen Dienstag bestätigt, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf, na?, richtig: 5,5. Wir hätten nichts dagegen, wenn heute die Zahl etwas kleiner ausfällt – sowohl was die Neuinfektionen als auch den Inzidenz-Wert betrifft. Für alle Statistik-Freunde: Vor genau einem Jahr lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam bei 1,7. Wir sind auf die heutige Entwicklung gespannt, alle aktuell Corona-Infos des Robert-Koch-Instituts frisch aufbereitet gibt es wie jeden Morgen in unserem MAZ-Corona-Newsblog für Potsdam.

News und Termine

Jetzt bewerben:Seit 2005 wird in Potsdam der Integrationspreis vergeben. Mit der Auszeichnung sollen „besondere Leistungen auf dem Gebiet der Integration“ gewürdigt werden. Bewerben können sich Potsdamer Träger, Vereine, Initiativen, Privatpersonen, Schulen, Kindergärten, Betriebe und andere Organisationen. Das Preisgeld wurde insgesamt auf 2000 Euro erhöht. Die Bewerbungsfrist endet am 21. August 2021. Weitere Informationen unter www.potsdam.de.

Wohlfühl-Auszeit für krebsbetroffene Frauen:Die Brandenburgische Krebsgesellschaft e.V. lädt heute nach langer Corona bedingter Pause vor Ort zu einer Wohlfühl-Auszeit für krebsbetroffene Frauen ein. Heute um 15 Uhr will Kosmetikerin Sabine Müller-Frede den Teilnehmerinnen einige einfache Tricks zeigen, die die äußerlichen Folgen der Therapie, wie zum Beispiel Hautflecken oder Augenbrauenverlust, kaschieren. Um Anmeldung wird gebeten, die Plätze sind begrenzt. Weitere Informationen und Anmeldung telefonisch unter (0331) 86 48 06.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Sternenkunde für Kinder:Im Uranina-Planetarium beginnt heute um 14 Uhr eine „Planetenreise für Kinder“. In dem live moderierten Vortrag geht es quer durch unser Sonnensystem. Empfohlen wird die Veranstaltung für Kinder ab 6 Jahren. Wer bereits doppelt so alt ist, der sollte um 16 Uhr den Weg ins Planetarium gefunden haben. Das Thema ist es komplexer, denn es geht um Entfernungen und Temperaturen fern ab unserer Erde: im Sonnensystem, in der Galaxis und im intergalaktischen Raum. In dem 360°-Grad-Film „Kosmische Dimensionen“ wird unter anderem wird die Frage geklärt, welches Fortbewegungsmittel für eine Reise im Kosmos am geeignetsten wäre und wie schnell das Gefährt sein müsste.

Inselbühne mit Schaufenster: Während der zweiten Corona-Welle im vergangen Herbst bot der Kabarettist und Veranstalter Gerd Normann Künstler die Möglichkeit in Schaufenstern aufzutreten. Zum Glück sind Theater und Konzertsäle wieder geöffnet, aber Normann ließ die Idee nicht los und entwickelte ein mobiles Mini-Revue-Varieté-Theater in Form eines Schaufensters. Damit ist er derzeit auf Tournee durch Deutschland und macht heute auf der Freundschaftsinsel Halt. Heute Abend ab 18 Uhr dabei sind die niederländische Allroundmusikerin The Cats Back und die Flamencotänzerin La Mona. Die Veranstaltung ist kostenlos, weitere Informationen unter www.inselbuehne-potsdam.de.

Gerd Normann Quelle: promo

Theater in der Hecke: Auf dem Spielplan der Theatergruppe Poetenpack steht heute Abend ab 19.30 Uhr die Komödie „Ab in die Sommerfrische“ von Carlo Goldoni. Das Potsdamer Ensemble holt diese boshafte Satire aus dem 18. Jahrhundert über die Dekadenz der feinen Gesellschaft, die sich alljährlich aufs Land in den Urlaub verzieht, in die Gegenwart der exotische Luxusreisen. Ein herzhafter Spaß ist zu erwarten. Weitere Informationen unter www.theater-poetenpack.de.

Open-air-Kino statt Konzert:Das ursprünglich für heute Abend auf der Open-air-Waschhausbühne vorgesehene Konzert der Band Nick & June wurde auf den 10. Dezember 2021 verschoben. Stattdessen wird dort ab 22 Uhr der ganz aktuelle Film „Der Spion“ mit Benedict Cumberbatch gezeigt. Der Besuch in der Schiffbauergasse lohnt aber bereits in der Mittagspause: Ab 13 Uhr musizieren dort Mensch und Maschine miteinander, oder anders ausgedrückt. Die Potsdamer Licht-und Medien Künstler von Xenorama treffen auf die Musiker und Musikerinnen der Kammerakademie Potsdam. Weitere Informationen unter www.waschhaus.de.

Kino im Filmmuseum:Nur noch heute und am 30. Juli 2021 läuft im Filmmuseum an der Breiten Straße der Film „Milla meets Moses“. In der dramatischen Coming-of-Age-Geschichte trifft die krebskranke Milla auf den Junkie Moses. Beginn ist um 19 Uhr. Weitere Informationen unter www.filmmuseum-potsdam.de.

Sie wollen eine Veranstaltung ankündigen? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an potsdam-stadt@maz-online.de.

Potsdamer Geschichten von damals und heute

Heute vor 23 Jahren starb Karl Schirdewan in Potsdam. Karl Schirdewan? Der Name scheint etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Bei der Google-Suche werden zwar rund 50.000 Treffer angezeigt, aber bei der Bedeutung dieses Mannes eine recht geringe Anzahl. Geboren wurde er am 14. Mai 1907 in Stettin, wuchs als Halbwaise im Heim auf, bevor ihm die Breslauer Familie Schirdewan im streng katholischen Sinne zu formen versuchte. Nur mit einem Mittelschulabschluss ausgestattet, scheiterte der Traum einer Buchhändlerlaufbahn frühzeitig und so wurde der junge Mann Lehrling im Getreidehandel, Bürogehilfe, Laufbursche und vor allem 16-jährig Jungkommunist. Jetzt endlich war er gefragt und vor allem sogar erfolgreich. Es dauerte nicht lange bis er zum Bezirksvorsitzenden von Schlesien geschlagen wurde und in das ZK des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands aufrückte. 1931 begann er als Leiter des Verlags „Junge Garde” seine Karriere als Berufsfunktionär. Als Mitglied der illegalen Inlandsleitung des KJVD flog Schirdewan im Februar 1934 auf und wurde von den Nazis wegen „Hochverrats” zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe verurteilt und anschließend ins KZ verschleppt. Den Todesmarsch der ausgemergelten Überlebenden der Lagerhölle stoppten amerikanische Soldaten im Frühjahr 1945. Als der TBC-Erkrankte dann 1947 seine Parteiarbeit in der SED aufnahm, dauerte es nicht lange, bis er in den engeren Zirkel der Macht aufrückte. 1949 wurde er Chef der „Westkommission”, 1952 sogar 1. Sekretär der Landesleitung Sachsen und 1953 war er dann endlich im Zentrum der Macht in Berlin und wurde zum Mann hinter Ulbricht, was er nach eigener Ansicht den Russen zu verdanken hatte. Freunde waren die beiden jedoch nicht und politisch waren sie längst nicht immer und später immer weniger einer Meinung.

Als die Gruppe um Ulbricht, Schirdewan und Grotewohl im Umfeld des 20.Parteitages der KPdSU von der Chruschtschow-Rede Kenntnis erhält, die erstmals einen kleinen Einblick in die  millionenfache Mordbilanz Stalins bot, bricht die Kontroverse offen aus. Aus Moskau zurückgekehrt, grübelt ein geschockter Schirdewan, wie die grausamen Tatsachen dem Parteivolk zu vermitteln wären. Ulbricht aber sieht die Sache eher ungerührt und rät: „Du kannst ja ruhig sagen, dass Stalin kein Klassiker war.” Während Ulbricht also auch nach dem Tod Stalins am totalitären Konzept festhielt, wollte Schirdewan seit langem einen mit demokratischen Elementen gestalteten Sozialismus. So hatte die mangelnde Unterstützung der demokratischen Institutionen der Weimarer Republik nach seiner Meinung die Machtergreifung der Nazis befördert. Er war deshalb der Auffassung, dass „die Kommunisten die Verteidigung der Reichsverfassung trotz all ihrer Mängel stärker in den Mittelpunkt ihrer Anstrengungen hätten stellen und mit ihren Mitgestaltern aus dem bürgerlich-liberalen Parteispektrum hätten zusammenwirken sollen”.

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Die ignorante Haltung der Parteispitze und die ständigen Säuberungen im Staatsapparat, denen sich Minister Gerhard Ziller 1957 durch Freitod entzieht, bringen Karl Schirdewan auf Oppositionskurs. Die halbherzige innerparteiliche Revolte misslingt und Ulbricht nutzte die folgenden Jahre zur Abrechnung mit seinen innerparteilichen Gegnern.

Dabei waren ihm vor allem Schirdewans Vorstellungen als Vorsitzender der Jugendkommission des Politbüros ein Dorn im Auge. Die Forderung vieler Studenten nach Abschaffung des obligatorischen Russischunterrichts und die Gründung einer unabhängigen Studentenorganisation wurden von Schirdewan unterstützt, der sogar die FDJ für überflüssig hielt. Auf einer ZK-Tagung im Februar 1958 unterstellte Ulbricht den Reformern „kleinbürgerlichen Größenwahn” und schaltete Stasichef Ernst Wollweber, Fred Oelßner und Karl Schirdewan 1958 als Konterrevolutionäre aus und entfernte sie auch den Schaltzentralen der Macht.

Erst im Dezember 1989 wurde Schirdewan von der SED-Nachfolgepartei PDS rehabilitiert. Heute vor 23 Jahren, am 14. Juli 1998, ist Karl Schirdewan hier in Potsdam gestorben.

Verkehr in Potsdam

Es ist wird die Ouvertüre zur größten Baustelle Potsdams: Wer heute Nacht nach 22 Uhr über die Nutheschnellstraße nach Potsdam will hat Pech. Das Teilstück der L40 ist von heute Abend bis 5 Uhr morgens gesperrt. Danach macht der Weg über die Brücke in Richtung Potsdamer Norden vermutlich weitaus weniger Spaß als sonst: Ab dem morgen Donnerstag um 9 Uhr wird sich der Verkehrsstrom in Potsdam ganz neu aufteilen und finden müssen. Ansonsten alles wie gehabt.

Das Wetter in Potsdam

Das gilt auch für das Wetter: Auf den fast durchweg sonnigen gestrigen Tag soll heute ein ähnlich warmer, aber nicht ganz so freundlicher Tag folgen. Steht auf den diversen Wetterportalen geschrieben. Da uns das Wetter in Potsdam aber in den vergangenen Wochen eigentlich jeden Tag bewiesen hat, dass Petrus keine irdischen Wetterkarten liest, belassen wir es bei: Alles wie gehabt, Wetter wird es geben.

Von MAZonline