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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Mittwoch
Lokales Potsdam

Potsdam am Mittwoch: Das ist heute wichtig. News und Tipps für den 21. Juli 2021.

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05:30 21.07.2021
Heute lohnt ein Ausflug in den Paradiesgarten, wir sind gespannt, wie es um die IT in unseren Schulen steht und John von Düffel stellt sein neuestes Buch vor.
Heute lohnt ein Ausflug in den Paradiesgarten, wir sind gespannt, wie es um die IT in unseren Schulen steht und John von Düffel stellt sein neuestes Buch vor. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Guten Morgen! Sechs neue Rettungsfahrzeuge hat die Potsdamer Berufsfeuerwehr gestern erhalten. Die ersten werden ab heute auf den Straßen in Potsdam unterwegs sein. Sie waren nicht ganz billig, sind dafür hochmodern und mit der neuesten Technik ausgestattet. Gute Investition, wie wir finden.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Gesundheit ist eben ein hohes Gut. Etwas betrüblich ist daher, dass derzeit die Corona-Zahlen wieder steigen. Derzeit noch leicht, aber die Anzeichen verdichten sich, dass dies der Anfang einer weiteren Corona-Welle in Potsdam sein könnte. Fünf neue Corona-Infektionen hat das Robert-Koch-Institut gestern bestätigt. So viel wie die Woche davor. Man mag es kaum glauben, aber das letzte Mal, dass es fünf oder mehr Neu-Infektionen gab liegt schon über einen Monat zurück und war am 6. Juni. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam lag am gestrigen Dienstag wie in den Tagen davor bei 5,5. Neue Todesfälle sind nicht hinzugekommen. Übrigens: Freie mpfertermine im Klinikum gibt es auch heute und morgen noch.

News und Termine

Protest-Tour von Flüchtlingsfrauen: In Brandenburg starten Flüchtlingsfrauen eine neue Tour gegen Rassismus und für die Abschaffung zentraler Wohneinrichtungen. Der Auftakt ist am heutigen Mittwoch um 10.30 Uhr in Potsdam. Die Bustour von „Women in Exile“ soll dann vom brandenburgischen Landtag aus nach Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern führen. Daran wollen sich rund 40 Frauen und Kinder sowie einige Unterstützerinnen und Unterstützer beteiligen. Ziel der Bustour „gegen Lagersystem und Rassismus“ sei, mehr Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge zu erreichen, hieß es. Die Gruppe „Women in Exile“ und ihre Unterstützer organisieren den Angaben zufolge seit einigen Jahren Sommertouren in verschiedene Bundesländer, um sich mit anderen zu vernetzen. Bei der diesjährigen Tour mit einem Bus des Vereins Solibus sei unter anderem geplant, Sammelunterkünfte zu besuchen und „gegen Rassismus und Lager“ zu demonstrieren.

Über die Zukunft reden: Mit dem Bus nach Potsdam fährt dagegen die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus. Die Genossen sind auf Dialogtour „Wir kommen, um zu sprechen und zu hören!“, heißt es. Ab 16 Uhr will man mit den Potsdamern und Potsdamerinnen ins Gespräch kommen und das Zukunftsprogramm der SPD, also mehr oder weniger das Wahlprogramm für die kommende Bundestagswahl am 26. September 2021, vorstellen und diskutieren. Bis 18 Uhr hält der Bus am Brandenburger Tor. Vor Ort ist dann auch die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und Potsdamerin Klara Geywitz. Weitere Informationen zum Potsdamer Wahlkreis 61 gibt es unter www.MAZ-online.de/btwk61.

Digitale Schule:Wie steht es um die IT in der Schule? Spätestens der Lockdown und der Distanzunterricht während der Corona-Pandemie haben schonungslos aufgezeigt, dass Potsdam in dieser Richtung noch jede Menge zu tun hat – neben der Bezahlung fälliger Rechnungen. Was sich in den vergangenen Monaten getan hat und wo bzw. ob es Verbesserungen der technischen Infrastruktur in den staatlichen Schulen der Landeshauptstadt Potsdam gibt, wird uns heute Fachbereichsleiter E-Government Thomas Morgenstern-Jehia berichten. Und was ist eigentlich mit den Schüler-Tablets? Es gibt viele Fragen, Antworten gibt es heute Mittag.

Sehsüchte startet:Eigentlich hätte das Filmfestival bereits im April beginnen sollen, aber aufgrund der Corona-Pandemie wurde die 50. Ausgabe des internationalen Studierendenfilmfestivals „Sehsüchte“ in den Sommer verschoben. Heute ist es jedoch soweit. Vorhang auf: Im Programm stehen 107 Spiel-, Animations- und Dokumentarfilmen aus mehr als 30 Ländern, die bis zum 25. Juli sowohl digital als auch analog auf der 50. Ausgabe des Festivals der Filmuniversität Babelsberg zu sehen sind. Um selten gehörte Stimmen soll es dieses Jahr gehen, um verschiedene Arten von Beziehungsbanden sowie die Verwebung von Traumwelten und Realität. Das übergeordnete Motto lautet in diesem Jahr „Ignite“, was „entzünden“ bedeutet und sowohl für den Funken stehen soll, der nötig ist, um einen Film zu kreieren, als auch für das energetische Feuer, das Filme beim Sehen auslösen können. Weitere Informationen zum Festival unter www.sehsuechte.de.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Eine besondere Gartenanlage: Der Park Sanssouci ist immer einen Spaziergang, mit seinen verzweigten Wegen gibt es viele Möglichkeiten zum Lustwandeln und immer wieder entdeckt man neue Ecken. Heute besteht die Möglichkeit ein Kleinod kennenzulernen: Besonders schön und meistens nicht sehr voll ist der Paradiesgarten unterhalb der Orangerie, der auch über die Maulbeerallee zu erreichen ist. Um 17 Uhr wird dort heute eine Führung angeboten. Um eine Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen zur Führung „Das Stibadium im Paradiesgarten“ gibt es unter www.uni-potsdam.de.

Hörspiel auf der Freundschaftsinsel:Um 18 Uhr beginnt heute auf der Inselbühne das Livehörspiel „Frankenstein - Mein Herz ist schwarz“. Dabei geht es um Wissenschaftswahn, Identität und der Angst vor dem Fremden. Potsdamer Livehörspiel-Kollektiv Das:zelT hangelt sich dabei frei an Mary Shellys Klassiker entlang. Die Veranstaltung wirf für alle ab 16 Jahren empfohlen. Der Eintritt ist frei.

Reden um zu überleben: Das Filmmuseum läuft heute Abend der Film „Persischstunden“. In dem von Deutschland besetzten Frankreich wird 1942 Gilles (Nahuel Pérez Biscayart) zusammen mit anderen Juden von der SS gefangen genommen und nach Deutschland in ein Konzentrationslager geschickt. Um dem Tod zu entgehen, behilft sich der Belgier mit einem Trick: Er behauptet, gar kein Jude zu sein, sondern Perser. Der Lagerkommandant Klaus Koch (gespielt von Lars Eidinger), der im Lager wirklich Koch ist, bekommt das mit und denkt an seinen großen Traum: Nach Kriegsende will er im Iran ein eigenes Restaurant eröffnen, doch dafür muss er Persisch lernen. Gilles muss Koch nun Farsi beibringen – ohne selbst ein einziges Wort zu beherrschen. Der Film basiert auf Wolfgang Kohlhaases Novelle „Erfindung einer Sprache“. Beginn ist um 19 Uhr. Erwachsene zahlen 6 Euro, ermäßigte Karten kosten 5 Euro.

Buchpremiere in Potsdam:Am vergangenen Freitag ist das neue Buch „Die Wütenden und die Schuldigen“ von John von Düffel erschienen. Heute liest er zum ersten Mal daraus auf. Natürlich in Potsdam – seiner Wahlheimat. von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren, er arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin, ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Heute um 20 Uhr liest er auf der Terrasse des Brandenburgischen Literaturbüros in der Villa Quandt, Große Weinmeisterstraße 46/47, aus seinem neuen Werk. Der Eintritt kostet 10 Euro, erm. 8 Euro.

Schlechte Nachrichten:Bereits ausgebucht sind sind heute, das Ferien-Musik-Camp für Kinder im Lindenpark, die Vorstellung „Sternsagen für Kinder“ im Urania Planetarium und das Konzert des Schweizer Songwriters Faber im Waschhaus.

Potsdamer Geschichten von damals und heute

Morgens shoppen, abends ein schönes Dinner: Klingt nach einem netten, freien Tag, oder? Das täuscht, denn dieses Rahmenprogramm hatte der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman vor genau 76 Jahren am 21. Juli 1945, dem fünften Sitzungstag der Potsdamer Konferenz – und das Abendessen wurde ausgerichtet von Josef Stalin. Zwischendurch wurde natürlich große Politik gemacht. Aber der Reihe nach.

Henry Stimson, der amerikanische Kriegsminister, ist an diesem Samstag aufgeregt. Um 11:30 Uhr hat ihm ein Kurier einen ausführlichen Bericht über die Explosion der Atombombe in New Mexiko überbracht. Doch er kann damit nicht zum Präsidenten. Truman shoppt. Aus dem offiziellen Einkaufsladen der US-Armee wurden mehrere ausgewählte Artikel ins „Little White House“, heute als Truman-Villa in Babelsberg bekannt, gebracht. Der Demokrat, der den USA als 33. Präsident diente, hatte dem Vernehmen nach Souvenirs für die Familie besorgt.

Am Nachmittag nimmt Truman einen Bericht ab, der es in sich hat. Die 15 Seiten, vorgelegt von US-Kriegsminister Harry Stimson, befassen sich mit dem Trinity-Test. Unter diesem Namen war am 16. Juli 1945 um 5:29:45 Uhr Ortszeit die erste Kernwaffe der Welt in New Mexico gezündet worden – die Aktion wird zunächst gegenüber der Öffentlichkeit verschleiert, diente sie doch als Test für den Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August.

Der Präsident jedenfalls war zufrieden, ihm gaben die Nachrichten Aufwind, bei den Verhandlungen im Schloss Cecilienhof am Nachmittag weist er Vorschläge Stalins jetzt rigoros zurück und nimmt stellt ältere Zusagen infrage. Truman drängt den Generalissimus sogar, Zugeständnisse zu machen. Vor allem die Gebietsansprüche für Polen werden harsch diskutiert. Der Ton ist rauer als die Tage zuvor. Um 19:25 Uhr fragt Stalin schließlich in die Runde, ob man für heute fertig sei. Ist man. Die Konferenzteilnehmer ziehen sich nach und nach zurück. Schnell geht es in die jeweiligen Villen. Es gilt sich frisch zu machen, denn trotz aller Differenzen, ist ein großes gemeinsames Essen am Abend angesetzt. Stalin lädt ein.

Truman macht sich um 20:15 Uhr auf den Weg – und bereut seinen Besuch nicht. Der Generalissimus lässt sich nicht lumpen. Es gibt reichlich Kaviar und Wodka, „geräucherten Fisch, Wild, Huhn, Ente und Gemüse in allen Variationen“. Das Ganze wird abgerundet durch Wassermelone und Champagner. Stalins Staatsbankett ist „eine Wucht“. Etwa 25 Mal erheben sich die Teilnehmer, stoßen einen Trinkspruch aus und trinken sich gegenseitig zu.“ Truman selbst hält sich jedoch zurück. Er trinkt nicht sonderlich viel und schaufelt sich die Teller auch nicht allzu voll.

Churchill dagegen trinkt, isst und raucht – und schmollt. Es ist einfach nicht sein Abend. Die musikalische Darbietung ist ganz und gar nicht nach seinem Geschmack. Spielten beim Empfang von Truman noch zwei Musiker, müssen es jetzt vier sein. Aus Moskau sind zwei Pianisten und zwei Geigerinnen eingeflogen worden. Sie spielen Werke von Chopin, Liszt und Tschaikowski.

Das größere Ensemble beeindruckt den US-Präsidenten übrigens nur musikalisch. Optisch sind sie keine Augenweide: „sie haben schmutzige Gesichter und die Damen“, so Truman, „sind eher fett“. Sie geben Anlass zu ein paar anzüglichen Witzen, die er mit Admiral William Daniel Leahy austauscht. Gegenüber Stalin betont er verständlicherweise nur das herausragende Talent der Musiker und beglückwünscht ihn zu solchen Künstlern.

Als Churchill missgelaunt zum Präsidenten kommt, der aber ganz und gar nicht auf die schlechte Laune des Premierministers eingehen will, schmiedet dieser einen Plan: bei seinem eigenen Staatsbankett für Stalin und Truman wird er sich furchtbar rächen. Noch am Abend gibt er Befehle, um seinen Plan umzusetzen.

INFO: Churchills Rache und alle anderen Anekdoten zur Potsdamer Konferenz gibt es hier: Tag für Tag.

Verkehr in Potsdam

Auch heute könnte wieder ein entspannter Tag für Autofahrer in Potsdam werden. Die gesperrte Behlertstraße hat sich auch gestern nicht als die große Stau-Falle in Potsdam entpuppt. Wenn das so die nächsten anderthalb Jahre weitergeht, haben wird ja Glück gehabt.

Das Wetter heute in Potsdam

Apropos weitergehen: Das Wetter am Mittwoch passt sich im Großen und Ganzen dem Wetter vom Dienstag an. Kann man machen, ist dann aber eben etwas kühler und grau. Angenehmer wird es dann wieder in Richtung Wochenende.

Von MAZonline