Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Montag
Lokales Potsdam

Potsdam am Montag: Das ist heute wichtig. News und Termine am 26. Juli 2021.

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:33 26.07.2021
Heute ist Müllsammeln angesagt, eine sehenswerte Doku läuft im Thalia – im Waschhaus eine andere – und das Nauener Tor wird saniert.
Heute ist Müllsammeln angesagt, eine sehenswerte Doku läuft im Thalia – im Waschhaus eine andere – und das Nauener Tor wird saniert. Quelle: Bernd Gartenschläger/ dpa
Anzeige
Potsdam

Die neue Woche beginnt mit neuen Baustellen und neuen Sperrungen – logisch. Augen auf heißt es vor allem im Kirchsteigfeld, am Leipziger Dreieck und auf der stadteinwärtigen Spur der Nutheschnellstraße, wo sich einiges ändert. Auf die Ohren gibt’s dafür etwas im Schirrhof. Auf die Inzidenz kommt hoffentlich so schnell nichts mehr drauf – aber von vorn.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Am zurückliegenden Wochenende wurden in Potsdam insgesamt fünf neue Corona-Fälle registriert. Damit ist die Zahl aller bisher bestätigten Covid-19-Infektionen auf 7141 gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam lag zum Wochenausklang bei 9,4 – so hoch wie letztes Mal Anfang Juni und deutlich höher als im vergangen Jahr (3,9). Nur Frankfurt (Oder) hat mit 10,4 im Land Brandenburg derzeit eine höhere Inzidenz.

News und Termine

Frischzellenkur fürs Stadttor: Die Dachzinnen auf den Rundtürmen am Nauener Tor werden saniert. Zunächst ist der westliche Rundturm dran. Die Arbeiten werden sich insgesamt bis Ende September hinziehen. Während der Sanierung können Straßenbahnen und Busse weiterhin durch das Tor hindurch fahren. Radfahrer hingegen müssen auf die Durchfahrt verzichten und werden das Tor umkurven. Die frisch sanierten Dachzinnen werden dann sicher auch die neuen Besitzer freuen, die sich im Westflügel einen Traum erfüllen und dort demnächst ein Café bzw. Bar eröffnen wollen.

Zusammen Müll sammeln: Am Groß Glienicker See werden heute Morgen ab 8 Uhr die Hinterlassenschaften von so manchen ignoranten Zeitgenossen weggeräumt werden. Der Ortsbeirat von Groß Glienicke hat daher zu einem verspäteten Frühjahrsputz aufgerufen. Mit der Müllsammelaktion an der Badewiese und dem anliegenden Uferweg soll auf die alljährlichen Müllprobleme während der Badesaison aufmerksam gemacht werden, sagte Ortsvorsteher Winfried Sträter (Groß Glienicker Forum) im Vorfeld.

E-Autofahrer aufgepasst: Die Stadtwerke Potsdam bauen in den kommenden Wochen die Ladesäulen für Elektrofahrzeuge um. Die Benutzerfreundlichkeit solle verbessert werden, heißt es. Ab Anfang August wird daher an den öffentlichen Ladesäulen gearbeitet – mit einer Ausnahme: Bereits heute und morgen wird an der Ladestation in der Steinstraße 101 gearbeitet. Die anderen folgenden ab dem 2. August 2021. Hier die Übersicht über die Arbeiten an den Ladesäulen.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Hacker-Kultur: Das Thalia-Kino zeigt heute „Alles ist eins. Ausser der 0.“. Klingt nerdig, ist es aber nur auf den ersten Blick: Der Dokumentarfilm geht zurück auf die Anfänge des Chaos Computer Clubs, dessen Hackerethik und erzählt auch die Geschichte von Wau Holland, einem der gründer des CCC. Filmstart ist um 18 Uhr. Der Regisseur des Film ist heute zu gast in Babelsberg. Mehr Informationen und Tickets unter www.thalia-potsdam.de.

Balladen-Abend vorm T-Werk: In der Schiffbauergasse finden derzeit die Schirrhof-Nächte statt – bereits zum achten Mal. Wieder werden verschiedene Ensembles präsentiert, deren Repertoire vom Straßen- und Musiktheater über Neuen Zirkus und Schauspiel bis hin zum Tanztheater reicht. Heute eben ein Balladen-Abend mit dem freien „theater 89“. Auf die Bühne gebracht wird eine Auswahl an Balladen und Liedern zweier Dichter: Theodor Fontane und sein Zeitgenosse Georg Weerth. Beginn ist um 20. Mehr Informationen und Tickets unter www.t-werk.de.

Open-air-Kino im Waschhaus: Für Musikfans heute sicher ein Muss: Um 22 Uhr läuft „Shane“ auf der Leinwand vor dem Waschhaus. Dokumentarfilmer und Wegbegleiter des Punk, Julien Temple, setzt mit diesem Streifen dem Frontman der legendären Band „The Pogues“ ein Denkmal. Der Film zeichnet den Werdegang und den tiefen Absturz der Ikone Shane MacGowan nach. Weitere Informationen und Tickets unter www.waschhaus.de.

Die Auflösung des Bilderrätsels

Haben Sie das neue Potsdam-Bilderrätsel von Sonntagmorgen gesehen? Jetzt kommt Ihre letzte Chance, es selbst zu enträtseln, denn nun folgt die Auflösung:

Das Potsdam-Bilderrätsel der MAZ. Wo ist das in Potsdam? Folge 16 Quelle: Peter Degener

Klobiger Neobarock steht auf dem Potsdamer Mühlenberg in der Jägervorstadt. Von dort hat man einen tollen Blick auf das Stadtzentrum und die Friedenskirche in Sanssouci. Doch von größerem Interesse ist, was sich einst in diesem Haus ereignete. 1904/5 ließ der Bankier Georg Rohn das Haus errichten, das wegen der zwei Löwen, die seine Initialen an der großen Schaufront tragen, auch „Löwenvilla“ getauft wurde.

Die Schaufront der Löwenvilla. Doch vor dem vermeintlichen Eingang mit den zwei Löwenfiguren verläuft ein Zaun. Quelle: Peter Degener

Seit 1932 lebte hier der Major Fritz von der Lancken und führte in dem üppigen Haus ein Internat für Söhne betuchter Adelsfamilien und Gutsbesitzer. Lancken gehörte im Nationalsozialismus zum Widerstand innerhalb der Wehrmacht. Konspirative Treffen des Widerstandskreises fanden in der Löwenvilla statt und auch die Bombe, mit der Adolf Hitler am 20. Juli 1944 in seinem Hauptquartier „Wolfsschanze“ getötet werden sollte, wurde hier versteckt und am Morgen des Attentats vom Chauffeur des Attentäters Claus Graf Schenk von Stauffenberg abgeholt.

Die Geschichte wurde von Hollywood unter dem Titel „Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle verfilmt. Einzelne Szenen entstanden dafür 2007 in der Potsdamer Löwenvilla. (Rätsel: Peter Degener)

Mehr zur Geschichte und tolle Fotos aus den Innenräumen finden Sie hier.

Potsdamer Geschichten vom 26. Juli

Heute vor fünf Jahren wurde am Landgericht Potsdam das erste Urteil gegen den Mörder von Elias und Mohamed gesprochen: Silvio S. erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Das Gericht stellte zudem eine besondere Schwere der Schuld fest, eine Sicherungsverwahrung ordnete es dagegen nicht an. Das sollte weitere Prozesse nach sich ziehen. Am 26. Juli 2016 ahnte man aber noch nicht, welches Nachspiel dieses Urteil haben sollte. Seit dem 14. Juni 2016 wurde in Potsdam gegen den Kindermörder verhandelt. Die Verhandlungen waren teils schwer zu ertragen, die elf Prozesstage emotional aufgeladen. Doch an diesem (vermeintlich) letzten Verhandlungstag wurde es schier unerträglich.

Elias-Prozess: Im Landgericht Potsdam vor der Urteilsverkündung am 23. Juli 2016. Quelle: dpa

Während in der Urteilsverkündung das Verbrechen noch einmal in allen Einzelheiten ausgebreitet wurde, konnte die Mutter des kleinen Mohameds nicht mehr an sich halten. Sie wollte den Gerichtssaal vorzeitig verlassen, ging zur Tür, machte jedoch plötzlich auf der Schwelle kehrt und fixierte den Angeklagten: „Was hast du mit meinem Kind gemacht?“, rief sie durch den Saal und schickte ein paar drohende Worte hinterher, die so drastisch waren, dass sie allein mit der Ausnahmesituation zu rechtfertigen sind, in der sich die damals 29-Jährige befunden haben muss.

Als die Frau Anstalten macht, auf Silvio S. zuzustürmen, bringen sich Justizbedienstete in Stellung. In letzter Sekunde können Begleiter der Frau davon abbringen. Als Aldiana J. dann schreiend aus dem Gerichtssaal begleitet wurde, senkte Silvio S. den Kopf. In seinen Händen knetete er ein Taschentuch, ihm standen Tränen in den Augen. Bereits im Januar 2017 ging der Prozess dann in die nächste Runde: Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hatte in seinem Revisionsantrag die Sicherungsverwahrung für Silvio S. gefordert. Erst am 27. September 2019 stand das Urteil rechtswirksam fest: Die lebenslange Haftstrafe für Silvio S. (36) hat Bestand, eine Sicherheitsverwahrung verhängte das Potsdamer Landgericht vorerst aber nicht. Sollte die Freilassung von Silvio S. in ferner Zukunft jedoch zur Debatte stehen, wird spätestens sechs Monate vor Ende der lebenslangen Haftstrafe die Sicherungsverwahrung mit einem neuen Gutachten geprüft.

Verkehr in Potsdam

Das Gute ist, es kommt heute keine neue Baustelle hinzu. Die schlechte Nachricht lautet: Es hat sich auch keine verabschiedet. Im Gegenteil. An zwei Baustellen gibt es eine kleine Modifizierungen, die jeweils größere Auswirkungen haben könnten. Da sind wir ja froh, dass sich an der Behlertstraße nichts ändert – die bleibt einfach zu und alle können sich an die Umleitungen gewöhnen.

Volle Aufmerksamkeit braucht es heute am Leipziger Dreieck. Wieder mal beginnt dort eine neue Bauphase. Dafür müssen die Ampeln am Leipziger Dreieck zeitweise abgeschaltet werden. Autofahrer können so ein bisschen üben, denn Donnerstag werden die Ampeln erneut zeitweise ausgeschaltet, aber dann sieht man wenigstens auch warum. Dazu mehr am Donnerstag.

Konzentration braucht es auch weiterhin im Kirchsteigfeld. Im Unterschied zur vergangenen Woche ist nicht mehr die Einmündung der Ricarda-Huch-Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt, sondern ab sofort die Einmündungzur Sternstraße. Die Umleitung führt in einem Bogen über die Gerlachstraße und Neuendorfer Straße geführt.

Ok, wir haben eingangs der Verkehrsmeldungen geflunkert, denn eine neue Baustelle gibt es doch – zumindest nachts: Für Abbrucharbeiten muss die stadteinwärtige Nuthestraße ab Abfahrt Friedrich-List-Straße heute Abend von 22 Uhr bis morgen früh um 6 Uhr gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt über die Friedrich-List-Straße.

Das Wetter heute in Potsdam

Die Wettervorhersagen für den heutigen Montag in Potsdam ähneln der gestrigen Prognose: Wir können uns also auf einen warmen Tag einstellen, müssen aber auch zum späten Nachmittag oder Abend mit Gewittern rechnen.

Von MAZonline