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Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Montag
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Potsdam am Montag: Das ist heute wichtig. News und Termine für 19. Juli 2021

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05:29 19.07.2021
Anwohner im Kirchsteigfeld sind heute auf Umwegen unterwegs, im Klinikum gibt es Impfstoff und wir erinnern an den berühmten Architekten Egon Eiermann, der in Potsdam geboren wurde.
Anwohner im Kirchsteigfeld sind heute auf Umwegen unterwegs, im Klinikum gibt es Impfstoff und wir erinnern an den berühmten Architekten Egon Eiermann, der in Potsdam geboren wurde. Quelle: Sebastian Kahnert
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Potsdam

Herzlich Willkommen in der 29. Kalenderwoche des Jahres 2021! Der Montag in Potsdam verspricht, ruhig und sonnig zu werden.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Am Sonntag wurden in Potsdam keine Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. In der vergangenen Woche waren es insgesamt 13 Fälle, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 5,5 und damit exakt so hoch wie im gesamten Land Brandenburg.

News und Termine

Apropos Corona: Die Zahl der gegen Corona geimpften Menschen nimmt zu, das ist gut so, aber zum Ende der vergangenen Woche scheint sich eine gewisse Impfmüdigkeit über Potsdam gelegt zu haben. Wie berichtet hat das Ernst-von-Bergmann-Klinikum für diese Woche insgesamt 750 Impfdosen zur Verfügung. Die Priorisierung ist aufgehoben, demnach könnte sich nun jeder im Klinikum für eine Impfung anmelden. Das Interesse scheint nicht übermäßig groß zu sein, noch immer sind freie Termine zu vergeben.

Verabschiedung der Leichtathleten:An diesem Freitag, 23. Juli 2021, sollen die Olympischen Spiele in Tokio beginnen. Auch einige Potsdamer werden um olympisches Gold kämpfen. Heute werden die Sportler und Sportlerinnen von Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert im Kongresshotel am Templiner See verabschiedet.

Was kann man heute in Potsdam unternehmen?

Heute können Kräfte gespart werden für kommende ereignisreiche Tage. An diesem Montag ist nicht allzu viel los – oder bereits ausgebucht. Was immer geht ist natürlich ein Kinoabend in der Schiffbauergasse.

Im Kulturhaus Babelsberg zeigt und erklärt der Tanzmeister Thomas Römer Jugendlichen internationale Folktänze. Ob Gasse, Kreis oder Reigen: die Tänze aus Europa, Israel und Amerika sind vielseitig, schulen Bewegungskoordination, Rhythmusgefühl und machen natürlich großen Spaß. Der Kurs richtet sich an Jugendliche ab elf Jahren, die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt – und eine Voranmeldung ist notwendig.

Das Waschhaus zeigt heute um 22 Uhr „Der Spion“ (GB/USA / 2021/112 Min/FSK 12) im Open-Air-Kino. Die Story: Der britische Ingenieur und Geschäftsmann Greville Wynne (Benedict Cumberbatch) reist Anfang der 1960er Jahre nach Osteuropa und wird deshalb vom britischen MI-6 und der amerikanischen CIA als Spion angeworben. Wynne soll Kontakt zu einem sowjetischen Oberst aufnehmen, der als Informant an nützliche Informationen gelangen kann, die inmitten des Kalten Krieges das nukleare Aufrüsten der USA und UdSSR entschärfen sollen. Denn 1962 erreicht die Kubakrise eine gefährlichen Höhepunkt, der zu eskalieren droht... Zum Besuch der Veranstaltung gelten folgende Vorschriften: Tickets müssen im Vorverkauf erworben werden. Es gelten die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln. Es besteht keine Testpflicht, die Maskenpflicht entfällt draußen.

Die Auflösung des Bilderrätsels

Haben Sie das neue Potsdam-Bilderrätsel von Sonntagmorgen gesehen? Jetzt kommt Ihre letzte Chance, es selbst zu enträtseln, denn nun folgt die Auflösung:

Das Potsdam-Bilderrätsel der MAZ. Wo ist das in Potsdam? Folge 15 Quelle: Peter Degener

Ein ganzer Stadtteil ehrt Regisseure, die in Potsdam gearbeitet haben, mit seinen Straßennamen. Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau und Wolfgang Staudte sind darunter, aber auch Konrad Wolf, nach dem die zentrale Allee durch das Wohngebiet Drewitz benannt wurde. Diese Allee hat ihr Gesicht verändert, seitdem sie trotz der Tramtrasse zu einem langgestreckten Park umgestaltet wurde – das Herz der Gartenstadt Drewitz. Und mittendrin hat Ende 2019 das Café im Park als „i-Café“ eröffnet.

Das i-Café in der Konrad-Wolf-Allee in Drewitz. Quelle: Peter Degener

Es wird von der DRK Behindertenwerkstätten Potsdam gGmbH betrieben. Das „i“ im Namen steht für Internet, Interaktion und Inklusion. Denn hier arbeiten und bedienen Menschen mit Behinderung und ist für Besucher und Angestellte vollkommen barrierefrei errichtet worden. (Rätsel: Peter Degener)

Bei der Gestaltung griffen die Betreiber das Motiv des Kiezes auf und haben ein filmreifes Wandbild malen lassen. Geöffnet ist übrigens jeden Tag von 10 bis 18 Uhr.

Potsdamer Geschichten damals und heute

Für unsere historische Potsdam-Anekdote müssen wir heute etwas weiter ausholen... Haben Sie ein bisschen Puste? Es lohnt sich, denn Egon Eiermann, der Herr der heute vor 51 Jahren in Baden-Baden gestorben ist und von dem wir Ihnen heute erzählen möchten, gehört zu den bemerkenswertesten Architekten im Nachkriegsdeutschland. Was er mit Potsdam zu tun hat, erfahren Sie gleich...

Mit vielen der von ihm entworfenen Industrieanlagen und Verwaltungsbauten begab sich Eiermann auf architektonisches Neuland. Sein Markenzeichen: imposante Stahl-Glas-Bauten, die er mit filigran wirkenden Umgängen und Sonnenblenden bemäntelte und ihnen so die blockhafte Schwere nahm. Weltweite Anerkennung fand die Pavillongruppe auf der Brüsseler Weltausstellung 1958. Am bekanntesten hierzulande ist der Lange Eugen, das einstige Bonner Abgeordnetenhaus. In seiner Entstehungszeit am umstrittensten war der Entwurf für den Wiederaufbau der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Und wenn einiges mittlerweile recht kritisch gesehen wird wie die uniformen Wabenfassaden für Kaufhäuser und Kirchen — Egon Eiermann gehörte zu jenen Architekten, die das Gesicht der deutschen Städte in den Wirtschaftswunderjahren eindrücklich prägten. Der westdeutschen Städte, um genau zu sein. Dass seine Wurzeln im Osten liegen, im Märkischen, geriet weitgehend in Vergessenheit. Vor hundert Jahren wurde Egon Eiermann geboren, am 29. September 1904. Wo?

Um seinen Geburtsort ausfindig zu machen, braucht es kriminalistisches Gespür. Die biografische Literatur nennt ihn zwar übereinstimmend Neuendorf bei Berlin. Aber das findet sich auf keiner Landkarte. Erst der Hinweis auf die Schulzeit bringt Licht in dieses Dunkel. Abitur 1922 in Nowawes. Eiermann ist also in jenem Neuendorf geboren, das 1938 mit dem benachbarten Nowawes erst zu Babelsberg vereinigt wurde und im Jahr darauf als Ortsteil zur Stadt Potsdam kam. Der „erste Stararchitekt der Bundesrepublik” — ein Potsdamer. Mit süddeutschen Wurzeln.

Der Vater kam um die Jahrhundertwende aus dem Odenwald ins Märkische, wo er eine Anstellung in der neugegründeten Lokomotivfabrik von Orenstein und Koppel in Drewitz fand und es bis zum Chef des Konstruktionsbüros brachte. Er förderte das Interesse des jungen Mannes an technischen Dingen, hatte aber nur wenig Verständnis für dessen künstlerische Ambitionen. Noch im Alter konnte sich Eiermann über einen Satz seines Vaters mokieren: Der Sohn habe seine Zeit damit verschwendet, schönes sauberes Papier schmutzig zu machen. Dabei hatte der Knabe auch noch einen ausgeprägten Geschäftssinn. Er fertigte Radierungen mit Bilderbuchstadtansichten wie Rothenburg und Nürnberg, die er über eine Potsdamer Kunsthandlung verkaufte. Vom Erlös ließ sich der 15-Jährige ein eigenes Telefon in sein Zimmer legen — zu einer Zeit, als es noch kaum Telefone in Privathaushalten gab.

Die Stadtansichten wiesen den Weg — früh stand für Eiermann fest, dass er Architektur studieren würde. Und versuchte sich doch erst im Praktischen, nahm eine Lehre als Maurer, Tischler und Zimmermann auf. 1923 schrieb er sich an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg ein, hatte daneben aber auch Kontakt zu den Filmemachern in den aufstrebenden Babelsberger Ateliers. 1925 entwarf er die Bauten für den Stummfilm „Der rosa Diamant”, eine der damals populären Gaunerschmonzetten. Schon in seiner ersten größeren Arbeit nach dem Studienabschluss, dem Bau eines Umspannwerkes für die Berliner Elektrizitätswerke AG (Bewag,) deutet er jenes Formenvokabular an, auf das er immer wieder zurückgreifen wird: Stahlbetonkonstruktion, Ziegelverkleidung, kubische Formgebung.

Auch wenn er um die Verwendung jener „breiigen Masse” ohne Rückgrat, die für etliche seiner Kollegen das Nonplusultra war, nicht ganz herumkam — Beton war seine Sache nicht. „Mit Entsetzen sehe ich diese Bunker und Gebäudemassen aus Beton, von denen ich weiß, dass sie nie verschwinden können. Dem Stahl fehlt der freche Anspruch auf die Dauerhaftigkeit”, sagte Eiermann. „Das, was wir bauen, erhebt gar nicht den Anspruch, altern zu wollen oder Patina anzusetzen, es verschleißt wie ein Automobil.”

Haus Matthies in Potsdam-Babelsberg (Baldurstraße 6). Quelle: Detlev Scheerbarth

Trotzdem stehen viele seiner Bauten mittlerweile unter Denkmalschutz. Auch in Potsdam. Das Wohnhaus Matthies (Baldurstraße 6) setzt sich mit seinem strengen Kubus und der Winkelform noch heute merklich von der architektonischen Dutzendware der 1920/30er Jahre in der Nachbarschaft ab. Der Auftraggeber Heinz Matthies ist ein Schulfreund. Dabei wäre dieses Kabinettstück Eiermannschen Bauens fast den Protesten aufgebrachter Nachbarn zum Opfer gefallen.

Schwierigkeiten hatte Eiermannauch mit den neuen Baumaximen der NS-Zeit, „alle Bauten so auszuführen, dass sie Ausdruck anständiger Baugesinnung und werkgerechter Durchbildung sind”. Er verweigerte sich der stilistischen Kehrtwende zum Heimatstil wie zum Monumentalen, sah mit Erstaunen, wie Gleichaltrige und Studienkollegen, allen voran Albert Speer, über Nacht Karriere machten. Um sich dann doch 1937 einmal deutlich in den Dienst des nationalsozialistischen Regimes zu stellen. Als einer der Architekten für die Reichsausstellung „Gebt mir noch vier Jahre!”, einem propagandistischen Großereignis in den Berliner Messehallen am Funkturm. Eiermann war für jene Halle zwei zuständig, die das Hohelied des technischen Fortschritts, des wirtschaftlichen Wachstums und der militärischen Schlagkraft sang.

Eichermann-Kasernen in Rathenow Quelle: MAZ-Archiv: Markus Kniebeler

In den Folgejahren sieht man den Architekten in Rathenow beim Kasernenbau, in Oranienburg leitet er den Ausbau der Märkischen Metallbau GmbH, einer Tochter der Arado-Flugzeugwerke. Sein letztes Kapitel im Märkischen schreibt Eiermann in Beelitz-Heilstätten. Hier entsteht in der Nachbarschaft der Lungenheilstätten unter seiner Federführung 1942 bis 1944 eine jener „Krankenhaus-Sonderanlagen”, die überall in der Nähe von Großstädten eingerichtet wurden, als Ersatz für im Krieg zerstörte Hospitale. Auch wenn sich Eiermann an vorgegebene Standards hielt, so verweigerte er doch billigen Holzbau und setzte eine dekorative rotbunte Ziegelverkleidung für die Flachbauten durch. Ehe die ersten Patienten kamen, hatte die Anlage einen neuen kriegswichtigen Nutzer: Sie wurde zur „Ausweiche Beelitz des Amtes Bau im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion”.

Auch Eiermann war von der grünen Lage in Beelitz-Heilstätten samt der günstigen Bahnverbindung nach Berlin angetan. 1944 richtete er dort sein Büro ein. Es brannte kurz vor Kriegsende nieder. Eiermann geht nach Süddeutschland, nimmt 1947 einen Lehrauftrag an der Technische Universität Karlsruhe an. Der geschätzte Hochschullehrer macht sich auch einen Namen als Designer. Sein Klappstuhl „SE 18” wird seit 1953 ununterbrochen in Serie gefertigt. Weniger Erfolg hatte Eiermann mit den kistenartigen Särgen, die er vergeblich Bestattern anbot. Als er 1970 in Baden-Baden starb, konnte er zumindest in einem selbstentworfenen Sarg beerdigt werden. (MAZ-Archiv: Frank Starke)

Verkehr in Potsdam

Die Vollsperrung der Behlertstraße zwingt Auto- und Lkw-Fahrer dazu, andere Ecken von Potsdam kennenzulernen, aber das ganz große Verkehrschaos ist Ende der vergangenen Woche ausgeblieben. Wir sind gespannt, wie dieser erste Montag mit dem neuen Verkehrshindernis verläuft – und irgendwann sind die Ferien auch wieder vorbei und der Verkehr wird zunehmen. Aber schauen wir auf heute, denn auch in anderen Teilen Potsdams werden Straßen saniert. Beispielsweise an die Grenze von Drewitz zum Kirchsteigfeld. Da wird dann auch der öffentliche Nahverkehr nicht verschont. Straßenbauarbeiten im Einmündungsbereich Sternstraße/Konrad-Wolf-Allee/Zum Kirchsteigfeld haben direkte Auswirkungen auf die Fahrstrecken der Buslinien 694 (nur Spätverkehr), 696 und 699: Einige Haltestellen auf der Konrad-Wolf-Allee können gar nicht erst angefahren werden. Die genauen Pläne gibt es unter www.vip-potsdam.de. Sie ahnen es, die Bauarbeiten haben auch Auswirkungen auf „normale“ Autofahrer. Zunächst die gute Nachricht: Der Kreuzungsbereich ist „nur“ halbseitig gesperrt. Der Verkehr von der Sternstraße in Richtung Konrad-Wolf-Allee kann daher weiterhin fahren. Die Gegenrichtung wird über Konrad-Wolf-Allee und Nuthestraße umgeleitet. Es wird von heute an jedoch etwas schwieriger in das Wohngebiet Kirchsteigfeld an sich zu gelangen. Die Einmündung Ricarda-Huch-Straße ist nämlich für eine ganze Woche gesperrt. Der Verkehr von und zum Wohngebiet Kirchsteigfeld wird über die Trebbiner Straße geführt – und das ist nur die erste Bauphase. Dazu aber nächste Woche an dieser Stelle mehr.

Das Wetter heute in Potsdam

Uns erwartet ein überraschend frischer Morgen mit Temperaturen um 14 Grad Celsius. Im Tagesverlauf sollen Höchsttemperaturen von 21 Grad bei leichter Bewölkung erreicht werden. Niederschlag ist nicht zu erwarten, Unwetterwarnungen gibt es nicht.

Von MAZonline