Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Darüber spricht Potsdam am heutigen Montag
Lokales Potsdam

Potsdam am Montag: Das ist heute wichtig. News und Termine für den 12. Juli 2021

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:32 12.07.2021
Das Bilderrätsel wird aufgelöst, es gibt wieder Karten für den Nikolaisaal und Ludwig Persius ist vor 176 Jahren gestorben.
Das Bilderrätsel wird aufgelöst, es gibt wieder Karten für den Nikolaisaal und Ludwig Persius ist vor 176 Jahren gestorben. Quelle: Peter Degener/Nikolaisaal/MAZ
Anzeige
Potsdam

Italien ist Europameister! Mit 3:2 entschieden sie im Elfmeterschießen das Fußball-Endspiel gegen England am Sonntagabend in London für sich. In einem italienischen Restaurant in Potsdams war ziemlich was los – über das normale Public Viewing hinaus. Dort schmetterte ein italienischer Tenor vor dem Anstoß die Nationalhymne. Hat scheinbar geholfen! Allen, die der intensiven Fußballzeit jetzt hinterher trauern, sei gesagt: Nach der EM ist vor der WM, die im Herbst 2022 in Katar stattfinden wird. Also merken wir uns ruhig, wo es sich hier in Potsdam am besten (pandemiegerecht natürlich) im Rudel gucken lässt.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Apropos Pandemie: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist übers Wochenende wieder leicht gestiegen und lag am Sonntag bei 3,3. Vor einer Woche betrug der Wert noch 1,1. Der seichte Anstieg der Fallzahlen und der Corona-Inzidenz machen sich ganz brandenburgweit bemerkbar. Die Landes-Inzidenz kommt jetzt auf 3,5. Übers Wochenende registrierte das Gesundheitsamt in Potsdam eine neue bestätigte Corona-Infektion.

News und Termine

Kaltes Wasser: Heute und am Mittwoch sind Teile des Bornstedter Feldes und des Campus Jungfernsee zwischen 6.45 und 21 Uhr von der Warmwasser-Versorgung abgeschnitten. Das Netz soll optimiert und daher mit sogenannten Trassen-Armaturen ausgestattet werden. Betroffene Straßen (teilweise nur einzelne Adressen): Am Jungfernsee, Bienenwinkel, Carl-Adam-Petri-Straße, Carl-Gustav-Jacobi-Straße, Emmy-Noether-Straße, Erich-Arendt-Straße, Esplanade, Friedrich-Klausing-Straße , Fritz-von-der-Lancken-Straße, Georg-Hermann-Allee, Gertrud-Feiertag-Straße, Graf-von-Schwerin-Straße, Hermann-Kasack-Straße, Hermann-Weyl-Straße, Horst-Bienek-Straße, Jochen-Klepper-Straße, Konrad-Zuse-Ring, Nedlitzer Holz, Nedlitzer Straße, Peter-Huchel-Straße, Reinhold-Schneider-Straße und Viereckremise.

Auf die Plätze, fertig, los heißt es für Fans des Nikolaisaals. Heute beginnt der Karten-Vorverkauf für Veranstaltungen im August, September und Oktober. Am 27. August spielt zum Beispiel Max Mutzke mit dem Filmorchester Babelsberg, am Tag danach gibt die Kammerakademie Potsdam ein Konzert zum 20-jährigen Bestehen und am 29. August wird ein buntes Familienprogramm zum Mitmachen, Ausprobieren und Zuhören für Groß und Klein geboten.

Endlich wieder Konzert-Feeling im Nikolaisaal: Der Voverkauf startet heute. Quelle: Nikolaisaal Potsdam

Was kann ich heute in Potsdam unternehmen?

Stadtführerin Petra Tönepöhl geht heute ab 10 Uhr auf Entdeckungstour durch Potsdam. Erfahren kann man dabei Spannendes über den Alten Markt, das 1981 gegründete Filmmuseum und den preußischen Offizier und US- amerikanischen General von Steuben. Treffpunkt wird bei der Anmeldung per Telefon mitgeteilt: 0331/2004695. Die Führung dauert etwa anderthalb Stunden und kostet sieben Euro.

Im Urania-Planetarium stehen heute zwei interessante Programmpunkte auf dem Plan: Kinder können sich ab 14 Uhr (nur nach Anmeldung) Potsdams Sternenhimmel erklären lassen. Wie etwa kam die Große Bärin an den Himmel und warum hat sie einen so langen Schwanz? Um 16 Uhr geht es auf eine Reise durch das Universum – ein live moderierter 360-Grad-Flug durchs All sozusagen. Die Reise führt an den Rand des Sonnensystems, zum Pluto und darüber hinaus.

In eine ganz andere Richtung geht es im Waschhaus. Um 22 Uhr wird hier der japanische Film „Demon Slayer“ aus dem Jahr 2020 gezeigt. Er dreht sich um die Bewältigung eines Dämons. Tanjirō und seine Gefährten haben ihr Rehabilitationstraining im Schmetterlingsanwesen abgeschlossen und erreichen den Ort ihrer nächsten Mission. Im „Mugen-Zug“ sind über 40 Leute innerhalb kürzester Zeit verschwunden. Dort lauert der Dämon. Tickets gibt es nur im Vorverkauf, Kostenpunkt 10 Euro.

Die Auflösung des Bilderrätsels

Haben Sie das neue Potsdam-Bilderrätsel von Sonntagmorgen gesehen? Jetzt kommt Ihre letzte Chance, es selbst zu enträtseln, denn nun folgt die Auflösung:

Das Potsdam-Bilderrätsel der MAZ. Wo ist das in Potsdam? Folge 14 Quelle: Peter Degener

Blau und Gold sind wohl besondere Lieblingsfarben von Ele. Die Frau, die selbst lieber im Hintergrund bleibt, hat vor einigen Jahren begonnen, den sanierten, aber steingrauen Luisenplatz aufzuhübschen. Es begann mit Blumen an den Eingängen zur Tiefgarage unter dem Platz. Später kamen Kübelpflanzen rund um den Brunnen in der Mitte hinzu. Zuletzt schuf die „Blumenfee“ Mosaike mit blau-goldenen Steinchen.

Dreas Potsdam-Bilderrätsel der MAZ. Wo ist das in Potsdam? Folge 14 Quelle: Peter Degener

Drei goldene Kronen in einem blauem Rahmen schmücken nun einen weiteren Eingang zu Tiefgarage unter dem Luisenplatz – einem Platz der mit dem ebenfalls bekrönten Brandenburger Tor urpreußisch ist. Die Kronen erinnern zwar eher an das Symbol des schwedischen Königreiches, doch das ist vermutlich reiner Zufall. Ele will damit preußische Königinnen ehren, die viel zu oft im Schatten der Fritzen und Wilhelms stehen. Zumindest auf dem nach Königin Luise benannten Platz soll das anders sein. (Rätsel: Peter Degener)

Damals war’s:

Wer nach Potsdam reist, kommt an Ludwig Persius nicht vorbei. „Das ist ein Persius-Bau“ wird mehrmals auf einer Stadtführung gesagt und immer wieder ist es ein Genuss eines der Werke des Architekten zu bewundern. Dass er es konnte, ist unbestritten. Gelernt hat er von einem der besten: Karl Friedrich Schinkel war sein Lehrmeister. Beiden gemein ist, dass die jeweils ersten Bauwerke hier in Potsdam stehen. Bei Schinkel ist es der Pomonatempel auf dem Pfingstberg, bei Persius die Meierei im Park Sanssouci, die in den vergangen Tagen verstärkt im Gespräch war.

Persius, am 15. Februar 1803 in Potsdam geboren, besuchte die Bürgerschule und das Gymnasium. 1817 bis 1819 war er Mitarbeiter des Bauinspektors Gotthilf Hecker; schrieb sich ins Zimmerergewerk ein. 1819 begann er eine Feldmesserausbildung an der Bauakademie Berlin, war ab 1821 Bauleiter in Potsdam. In Schloss Glienicke war er ausführender Architekt bei Schinkel. 1826 legte er die Baumeisterprüfung an der Bauakademie Berlin ab, wurde Baukondukteur in Charlottenhof. Er war am Bau der Großen Fontäne vor dem Schloss Sanssouci, an der Friedenskirche, der Orangerie und des Normannischen Turmes auf dem Ruinenberg beteiligt.

Ludwig Persius lebte von 1803 bis 1845. Quelle: MAZ/Repro

1827 heiratete Persius Pauline Sello (1808—1883), Schwester von Hermann Ludwig Sello, mit der er zwei Töchter und drei Söhne hatte. 1829 wurde er Bauinspektor bei der Königlichen Regierung in Potsdam. Sein erstes selbständiges Projekt war 1833/34 der Umbau der Kunstmühlen nahe den Römischen Bädern zu einem Wohnhaus für den Gärtner Handtmann, die eingangs erwähnte Meierei am Kuhtor. 1834 wurde er königlicher Hofbauinspektor, 1841 ernannte Friedrich Wilhelm IV. ihn zum „Hofarchitecten”. Im Jahr 1845 wurde ihm eine Italienreise gewährt; er besuchte Rom, Padua, Verona und auch Venedig. Zurück kam er mit Typhus und starb schon wenig später an dieser tückischen Krankheit: am 12. Juli 1845. Begraben ist Persius auf dem Bornstedter Friedhof.

Was bleibt von Persius? Die Liste ist zu lang, um sie hier vollständig wiederzugeben. Gesehen haben sollte man die Villa Brandt, Villa Schöningen, Villa Tieck und natürlich das Dampfmaschinenhaus im orientalischen Stil (“Mosche“) an der Havelbucht. Diese wurde in den Jahren 1841 bis 1843 errichtet. Der 38 Meter hohe, als Minarett gestaltete Schornstein ist markant für ihr Äußeres. Bei der Gestaltung des Inneren orientierte sich der Baumeister relativ eng an maurischen Bauwerken. So verwendete er Elemente der Alhambra bei Granada und der Moschee von Cordoba. Mit Persius’ Tod heute vor 176 Jahren ging für Potsdam zudem eine Epoche zu Ende. Das Prädikat „Architekt des Königs” wurde nie wieder vergeben.

Blick zum Dampfmaschinenhaus, auch „Moschee“ genannt an der Neustädter Havelbucht. Quelle: Dietmar Horn

Verkehr in Potsdam

Jetzt wird’s langsam ernst, denn die bei den Autofahrern lang gefürchtete Vollsperrung der Belehrtstraße steht in dieser Woche bevor. Doch bevor dort ab Donnerstag nichts mehr geht, werfen wir zunächst einen Blick auf die Nuthestraße und die Dauerbaustelle an den neuen Hochstraßenbrücken. Für alle, die zwischen 22 und 5 Uhr unterwegs sind: Am heutigen Montagabend bis Dienstagfrüh und in der Nacht zum Donnerstag ist die Nuthestraße stadteinwärts gesperrt. Der finale Abbruch der zweiten Brückenhälfte steht bevor.

Wo es in Potsdam in dieser Woche sonst noch so eng werden kann, haben wir hier aufgelistet. 

Das Wetter heute in Potsdam

Morgens, mittags, abends Sonne mit immer mehr Wolken, je älter der Tag wird – das meint die Vorhersage für Potsdam an diesem Montag. Die Temperatur steigt auf 28 Grad. Ob Regen zu erwarten ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister noch. Bei 50:50 sollte der Regenschirm lieber nicht zu weit weg sein.

Von MAZonline