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Potsdam Potsdam fehlen sieben Großsportfelder
Lokales Potsdam Potsdam fehlen sieben Großsportfelder
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07:02 10.10.2019
Das Stadion am Luftschiffhafen soll im kommenden Jahr saniert werden. Quelle: Peter Degener
Potsdam

Fehlende Sportanlagen werden in Potsdam zu einem wachsenden Problem. Aktuell beträgt das Defizit an wettkampftauglichen Großspielfeldern rund 650.000 Quadratmeter, so Rathaussprecherin Christine Homann auf MAZ-Anfrage. Diese Fläche entspreche sieben Spielfeldern.

Bis 2022 werde der zusätzliche Bedarf voraussichtlich auf zehn wettkampftaugliche Großsportfelder anwachsen, sagt Homann. Basis dieser Kalkulation seien die aktuelle Bevölkerungsprognose und die Mitgliederentwicklung in den Potsdamer Sportvereinen.

Nach dem gerade vorgestellten Statistischen Jahresbericht 2018 für die Landeshauptstadt wuchs die Anzahl von Mitgliedern in Sportvereinen von 27.527 im Jahr 2014 auf 32.702 im Jahr 2018. Das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent.

Baustelle am Lerchensteig

Der nächste wettkampffähige Sportplatz soll laut Homann im kommenden Jahr am Lerchensteig in Nedlitz entstehen. Weitere wettkampffähige Sportanlagen seien in Waldstadt Süd und auf der Kulturbodendeponie an der Wetzlarer Straße sowie mittelfristig in Krampnitz, im Wiesenpark des Volksparks, in Groß Glienicke und auch in Fahrland geplant.

Verbessert werden sollen die Bedingungen auf der neuen Sportfläche am Schlaatz, die laut Homann bereits für den Breiten- und Freizeitsport nutzbar ist. Für eine Teilfläche sei ein anderer Belag geplant, damit dort besser Fußball gespielt werden könne.

Der Zeitplan für die Umsetzung der Neubaupläne ist noch offen, da dies „immer auch von der finanziellen Deckung in den jeweiligen Haushaltssatzungen abhängt“, so die Rathaussprecherin weiter.

Nach den bisherigen Informationen aus der Verwaltung zur Planung für den Doppelhaushalt 2020/21 soll im Oktober zunächst der Entwurf für den Eckwertebeschluss mit den groben Rahmendaten vorgelegt werden.

Fast 50 Millionen Euro für Sportstätten

Im aktuellen Wirtschaftsplan des Kommunalen Immobilienservices (Kis) der Landeshauptstadt sind für die Jahre 2019 bis 2022 insgesamt 44,9 Millionen Euro für ein spezielles Sportstätten-Investitionsprogramm festgeschrieben, das auch dem Breitensport zugute kommen soll.

Dieses Investitionsprogramm umfasst 18 Positionen, von denen einige bereits komplett oder teilweise umgesetzt sind. Enthalten sind etwa die Erneuerung von Belag und Beleuchtung für den Sportplatz Kahleberg (570.000 Euro), die Sanierung des Sportplatzes Kirchsteigfeld (400.000 Euro), die Erneuerung des Kunststoffbelages am Sportplatz Kirschallee (200.000 Euro) und die Sanierung des Sportplatzes an der Templiner Straße (800.000 Euro).

Für die Errichtung einer neuen Sportanlage in Waldstadt Süd sind 1,93 Millionen Euro reserviert, 4,72 Millionen Euro wurden für die denkmalgerechte Sanierung der Sporthalle Kurfürstenstraße 49 bereit gestellt. Ein Höchstbetrag von 6,86 Millionen Euro wurde für den Neubau des Sportforums Schlaatz freigegeben.

2,15 Millionen Euro aus dem Sportstätten-Investitionsprogramm waren mit der Bestätigung des Kis-Wirtschaftsplans für 2019 durch die Stadtverordneten „noch nicht zugeordnet“, wie es hieß, standen also als Reserve zur Verfügung.

Stadion Luftschiffhafen wird saniert

Eine weitere Großbaustelle ist für 2020 im Luftschiffhafen angekündigt. In der ersten Jahreshälfte soll mit der Sanierung des Stadions begonnen werden, teilte das Rathaus jüngst auf Anfrage von CDU-Fraktionschef Clemens Viehrig mit: „Gegenwärtig laufen die Bauantragsbearbeitung sowie die Detailplanungen.“

Gebaut werden soll bis 2021. Durch die Bildung einzelner Bauabschnitte solle die Bespielbarkeit der Rasenfläche in der Saison 2020 gewährt sein.

In der gesamten Saison 220 wird es laut Rathaus „zu keinen Einschränkungen im Punktspielbetrieb der Potsdam Royals“ kommen. Das Training von Turbine Potsdam soll bis zum Winter 2020 gesichert sein.

Ein erstes Gespräch mit den Nutzern zur bevorstehenden Sanierung des Stadions gab es laut Stadt Anfang April. Der mittlerweile vorliegende Bauablaufplan solle den Nutzern „zeitnah vorgestellt“ werden.

Verein fordert drittes Großstadion

Nutzer des Hauptstadions sind neben dem 1. FFC Turbine und den Potsdam Royals die Sportschule, der Olympiastützpunkt Brandenburg, der SC Potsdam, die SG Fanfarenzug, der Potsdamer Laufclub, Triathlon Potsdam und das Zeppelinteam Triathlon des OSC Potsdam.

Das Ernst-Thälmann-Stadion war bis in die 1990er Jahre Potsdams dritte Großsportanlage. Quelle: MAZ/Max Bluhm

Unbeantwortet blieb bislang eine Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden nach Plänen der Stadt für den Bau eines dritten großen Stadions für Potsdam.

Viehrig berief sich dabei auf Stephan Goericke, den Präsidenten der Royals, der in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt hatte: „Über kurz oder lang braucht es eine dritte wettkampffähige Spielstätte in Stadionform in Potsdam. Luftschiffhafen und Karli werden auf Dauer nicht ausreichen.“

Mit dem in den 1950er Jahren errichteten Ernst-Thälmann-Stadion in der Stadtmitte verfügte Potsdam schon einmal bis in die 1990er Jahre hinein über drei Stadien. Zur Bundesgartenschau 2001 wurde die Sportstätte abgetragen, um Platz für die Rekonstruktion des Lustgartens zu schaffen.

Von Volker Oelschläger und Peter Degener

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