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Potsdam Rätsel gelüftet: Deshalb verlaufen grüne Riesen-Rohre durch die Brandenburger Vorstadt
Lokales Potsdam Rätsel gelüftet: Deshalb verlaufen grüne Riesen-Rohre durch die Brandenburger Vorstadt
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08:51 26.09.2019
Für eine Grundwasserabsenkung ziehen sich grüne Rohre durch die Brandenburger Vorstadt. Quelle: Rainer Schüler
Brandenburger Vorstadt

Eine Tiefgarage für die „Moschee“ des Fontänen-Pumpwerks? Ein Anbau fürs Josefs-Krankenhaus? Oder doch eher ein Straßenbahntunnel unter der Zeppelinstraße, wie die CDU das wollte letztes Jahr?

Die grünen Rohre verlaufen an der sogenannten Moschee vorbei. Quelle: Rainer Schüler

Dicke dunkelgrüne Rohre der Werderaner Grundwasserfirma Wils und Water schlängeln sich von der Neustädter Havelbucht an der Moschee vorbei über die Tramgleise und entlang der Zeppelin- zur Zimmerstraße. Gegenüber dem Josefs-Krankenhaus endet die Trasse. In der zerwühlten Einfahrt zum Hofteil des Hauses Nr. 14 liegen gewaltige Hohlbohrer; im Hof selbst steht der riesige Bagger dazu. Er bohrt zehn Meter tiefe Löcher, aber nicht für Bohrpfähle zum Halt des Neubaus, sondern für Doppel-T-Träger, an denen die Spundwände für die Baugrube des Kellergeschosses eines fünfgeschossigen Wohnhauses befestigt werden.

Grundwasser steht in drei Metern an

Das sollte mit drei Jahren Bauzeit eigentlich schon 2017 fertig sein. So jedenfalls ist es auf der Internetseite des Berliner Architektenbüros Stuke zu lesen. Es beziffert das Bauvolumen auf 2,5 Millionen Euro. Geprüft werden mussten mögliche Auswirkungen auf die Umwelt.

In der Zimmerstraße wird ein Haus im Hof gebaut, immerhin für mehrere Familien und sogar für Singles. Aber die Absenkung des Grundwassers als Schutz der Baugrube erfordert einen gewaltige Rohrtrasse.

Immerhin steht das Grundwasser hier bei etwa drei Metern an, was eine Grundwasserabsenkung erzwingt, damit die Baugrube nicht ständig voll läuft. Dafür, so hat die Stadt entschieden, braucht es auch keine städtische Umweltverträglichkeitsprüfung. Dazu seien die Folgen der Absenkung „nur temporär“ und räumlich sehr begrenzt.

2,5 Millionen Euro werden investiert

2,5 Millionen Euro sind für das Projekt geplant. Wie Geschäftsführer Ulrich Stuke der MAZ am Mittwoch sagte, wird das denkmalgeschützte Vorderhaus mit rund 500 Quadratmetern Nutzfläche saniert und daneben ein Anbau mit 950 Quadratmetern errichtet. Der hat vier Voll-Etagen und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss.

Simulation des Neubaus in der Zimmerstraße. Quelle: Rainer Schüler

Der Wohnungszuschnitt und damit auch die Zahl der Wohnungen stehen noch nicht endgültig fest. Es soll Stuke zufolge aber sowohl Single- als auch Familienwohnungen geben und eine ausreichende Zahl von Parkplätzen zu ebener Erde, weil dafür Bedarf gesehen wird in Potsdam. Das Projekt zeichnet sich durch eine Reihe gemeinschaftlich genutzter Räume aus, darunter eine „Waschküche“, damit nicht jeder Mieter seine eigene teure Waschmaschine kaufen muss. Auch einen Fitness-Raum soll es geben.

Von Rainer Schüler

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