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Potsdam Potsdam oder Frankfurt: Wer bekommt das Archiv von Volker Schlöndorff?
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Potsdam oder Frankfurt: Wer bekommt das Archiv von Volker Schlöndorff?

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12:00 27.09.2020
ARCHIV - 25.03.2019, Brandenburg, Potsdam: Volker Schlöndorff, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, aufgenommen im Arbeitszimmer seines Hauses. Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (81) erwägt, die Dokumente seines Filmschaffens aus Frankfurt abzuziehen und nach Wiesbaden oder Potsdam zu geben. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
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Potsdam/Frankfurt/Wiesbaden

Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (81) erwägt, die Dokumente seines Filmschaffens aus Frankfurt abzuziehen und nach Wiesbaden oder Potsdam zu geben. Der Regisseur („Die Blechtrommel“) sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Sowohl meine Heimatstadt Wiesbaden als auch das Filmmuseum Potsdam interessiert sich verständlicherweise für meinen Vorlass.“

1992 hatte der Regisseur alle noch vorhandenen Unterlagen zu seinen Filmen ans Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) gegeben. Die Sammlung umfasst Recherchematerialien, Skripte in verschiedenen Fassungen, Arbeitsdrehbücher, Produktionstagebücher, Korrespondenz, Szenenfotos, Plakate, Kleinrequisiten, Preise und Urkunden. Seit 2014 präsentiert das DFF die Sammlung als virtuelle Ausstellung.

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Bablesberg als „logischer Ort“ für Schlöndorffs Sammlung

Schlöndorff wurde 1939 in Wiesbaden geboren und lebt in Potsdam. Daher sei es nur folgerichtig, dass beide Städte interessiert sind, findet der Regisseur: „die einen sozusagen aus Lokalpatriotismus und meine hessische Heimatverbundenheit kennend, die anderen wegen meinem langjährigen Einsatz für den Erhalt der ehemaligen UFA/DEFA Studios und meinem Wohnsitz“.

Das DFF sei seit einigen Monaten „in intensiven Gesprächen mit Volker Schlöndorff über die langfristige Zukunft und den dauerhaften Verbleib der Sammlung“, sagte Direktorin Ellen Harrington der dpa. „Wir freuen uns darauf, diese Verhandlungen vertrauensvoll fortzusetzen.“

Anlässlich der Grundsteinlegung für das neue Archivzentrum des Filmmuseums Potsdam im August hatte Schlöndorff der MAZ gesagt, „Babelsberg wäre der logische Ort“ für seine Sammlung. „Es ist zur Zeit ein wenig offen, ob sie in Frankfurt am Main bleibt.“

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Schlöndorff zufolge geht es um die Frage „Wo sind die besten Archivmöglichkeiten, wo scheint das größte Interesse dafür zu sein?“ Er wolle „den dann endgültigen Ort für das Archiv zu finden, auf alle Ewigkeit sozusagen“. Es gebe aber keinen zeitlichen Druck: „Es geht mir gut und es besteht also keine Eile.“

Die Stadt Wiesbaden teilte auf Anfrage mit: „Es gab in der Angelegenheit erste Gespräche mit der Kulturverwaltung, in der von uns eine grundsätzliche Bereitschaft zur Unterbringung der Sammlung für den Fall eines Abzuges aus Frankfurt signalisiert wurde. Konkreter sind diese Gespräche nicht geworden.“ Das Filmmuseum Potsdam verwies auf die Stellungnahme des DFF.

Von dpa

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