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Potsdam Pflanzzeit: 250 neue Bäume für Potsdam
Lokales Potsdam

Potsdam pflanzt 250 neue Bäume, weniger Fällungen, teure Baumpflege

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06:05 26.11.2021
Mehr Bäume für Potsdam.
Mehr Bäume für Potsdam. Quelle: privat
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Potsdam

Die Landeshauptstadt wird etwas grüner: Die Stadt lässt in der angelaufenen Pflanzsaison Herbst/Winter 2021/22 mehr als 250 Bäume pflanzen. Den offiziellen Auftakt dazu machten zwei Kaiser-Linden in der Galileistraße, Höhe Max-Born-Straße, im Stadtteil Am Stern.

350 Fällungen gegenüber 470 neuen Bäumen

Weiterhin werden 108 Bäume in Zentrum Ost, 41 Bäume im Bereich von Babelsberg, Schlaatz und Kirchsteigfeld, 40 Bäume in der Berliner Vorstadt, 20 Bäume in Bornstedt, 15 Bäume in Waldstadt I, 14 Bäume in Bornim, 13 Bäume in Marquardt und sechs Bäume in Eiche in den Boden gesetzt. Den circa 350 Fällungen städtischer Bäume in diesem Jahr stehen zusammen mit der diesjährigen Frühjahrspflanzung mehr als 470 Neu- beziehungsweise Ersatzpflanzungen gegenüber, rechnet die Stadt vor. Gleichzeitig erteilte die Naturschutzbehörde der Stadt in diesem Jahr knapp 1200 Fällgenehmigungen für Bäume auf Privatgrundstücken.

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Pflanzungen kosten 400.000 Euro

Die Kosten der unmittelbar bevorstehenden Herbst-Frühjahr-Pflanzungen und der anschließenden Fertigstellungs- und Entwicklungspflege – dazugehört das Gießen und Beschneiden der jungen Bäume – belaufen sich auf insgesamt 400.000 Euro. Der zweite Teil der aktuellen Pflanzsaison wird, abhängig von der zum jeweiligen Zeitpunkt vorherrschenden Witterung, voraussichtlich im März 2022 beginnen. Für diese Phase der Pflanzkampagne werden momentan weitere 600 Standorte auf ihre Eignung geprüft. „Für diese Pflanzungen einschließlich Herstellung der Pflanzgruben und der anschließenden, langjährigen Pflege müssen wir Kosten in Höhe von circa 2000 Euro pro Baum aufwenden“, sagt Potsdams Umweltbeigeordnete Bernd Rubelt.

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In Anbetracht der klimawandelbedingten, steigenden Temperaturen und des langjährigen Niederschlagsdefizits richtet die Landeshauptstadt ihren Fokus auch darauf, stadtklima- und trockenstressresistente Baumarten zu pflanzen. „Nur so sind wir auf lange Sicht in der Lage, die stetig steigenden Unterhaltungskosten für Verkehrssicherheitskontrollen, Wässerung und Baumpflege in einem angemessenen Maß zu halten. Die Investitionen, die wir zu Beginn eines Baumlebens sparen, müssten wir sonst im weiteren Baumleben um ein Vielfaches aufbringen“, ergänzt Jan Lesniak, Leiter des Grünflächenbereichs der Stadtverwaltung.

Pflegekosten steigen auf über 2 Millionen Euro

Die von der Vitalität stark abhängigen Pflegekosten beliefen sich im Jahr 2019 auf 1,2 Millionen Euro. Im Jahr 2020 stiegen diese um weitere 400.000 Euro. Zum aktuellen Zeitpunkt wurde der bisherige Höchstwert jedoch schon deutlich mit einem Pflegeaufwand in Höhe von 2,2 Millionen Euro übertroffen.

Als angepasst für Potsdams Verhältnisse gelten Baumarten, die hohe Temperaturen, wenig Platz für Wurzeln, erhöhte Luftverschmutzung und Salzeintrag sowie ein schwaches Wasserangebot ertragen können und trotzdem gut wachsen. Potsdam pflanzt daher etwa Silber-Linden, Holländische Ulmen oder Japanische Schnurbäume. Hinzu kommen einheimische Bäume wie die jüngst gepflanzten Kaiser-Linden, da diese am besten an die hiesige Flora und Fauna angepasst sind und somit einen Beitrag zur Biodiversität leisten.

Von MAZonline/axe