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Potsdam Stadt präsentiert Zeitplan für ein Zentraldepot
Lokales Potsdam Stadt präsentiert Zeitplan für ein Zentraldepot
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16:19 09.10.2019
Der stellvertretende Direktor des Potsdam-Museums, Hannes Wittenberg, im Depot auf Hermannswerder. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das Rathaus hat die Pläne für ein Zentraldepot präzisiert, in dem das Archivgut der kommunalen Museen, der Stadt- und Landesbibliothek, sowie von Behörden wie dem Stadtarchiv und der Denkmalpflege zusammengeführt werden sollen.

Potenzielle Orte für den geplanten Neubau sind das Sago-Gelände an der Michendorfer Chaussee, die sogenannte Kulturbodendeponie an der Wetzlarer Straße, Fahrland-West und ein Grundstück an der Bundesstraße 273 nahe der Schiffbauversuchsanstalt.

Mit der Mitteilung, die am Mittwoch auf Anfrage des Stadtverordneten Sascha Krämer (Linke) kam, wurde erstmals auch ein Zeitplan für die Inbetriebnahme skizziert. Demnach sollen 2020 die Flächen für das Zentraldepot erworben und die Ausschreibung in die Wege geleitet werden.

Die Museen mieten erneut Provisorien an

2021 sollen andernorts provisorische Zwischendepots für das Potsdam- und das Naturkundemuseum angemietet und eingerichtet werden. Aus dem Verkauf der aktuell von diesen Häusern genutzten Archivräumen auf Hermannswerder und in Groß Glienicke soll ein Teil des geplanten Neubaus finanziert werden.

Der erste Teil des Zentraldepots für das Stadtarchiv sowie die Stadt- und Landesbibliothek soll ab 2023 errichtet und 2026 bezugsfertig sein. Anschließend folgen Planung und Errichtung der Abteilungen für die Museen und die Denkmalschutzbehörde, die bis 2032 in Zwei-Jahres-Abständen einziehen sollen.

Das Bildungsforum am Platz der Einheit beherbergt die Stadt- und Landesbibliothek, hat aber keinen Platz für Archivgut. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Gesamtkosten für den Depotneubau liegen nach einer zum Jahresbeginn vorgelegten Kalkulation der Verwaltung auf 20 Jahre gerechnet bei 43,5 Millionen Euro, hier sind auch die Betriebs- und Instandhaltungskosten mit einberechnet.

Das Rathaus setzte für die Kalkulation einen Flächenbedarf von insgesamt 9950 Quadratmetern an. Knapp 5520 Quadratmeter werden demnach als reine Depotflächen benötigt, weitere 2530 Quadratmeter sind für Nebenflächen vorgesehen.

Schon mehr als drei Jahre Diskussion

Über den Bau eines neuen Depots wird bereits seit Jahren diskutiert. Ausgangspunkt waren akute Lagerungsprobleme beim wertvollen Sammlungsgut des Potsdam-Museums, das bereits seit Jahrzehnten in Provisorien untergebracht ist.

Eine auf Antrag der Linken eingeleiteten Untersuchung ergab vergleichbare Probleme auch für die übrigen Einrichtungen.

Mehr zur Debatte um das Zentraldepot:

>>> Rathaus plant Zentraldepot

>>> Pläne für Zentraldepot aufgeschoben

>>> Interview: „Man muss groß denken“

>>> Stadtarchiv zieht an den Stadtrand

>>> Ein leerer Raum fürs Potsdam-Museum

Im April 2017 beauftragten die Stadtverordneten die Verwaltung mit einem Konzept , das „mittel- und langfristig die Sicherung einer bedarfs- und fachgerechten Depotausstattung für alle Archiv- und Depotangelegenheiten der Landeshauptstadt“, sprich: mit dem großen Wurf.

Neben dem Bau eines Zentraldepots prüfte die Verwaltung zunächst zwei weitere Varianten: Entweder die Entwicklung von zwei getrennten Standorten – einer für Museen und Denkmalpflege, der andere für Bibliothek und Stadtarchiv – oder aber mit Einzellösungen.

Entwesungsraum für die Naturkunde

Für ein Zentraldepot sprach im Ergebnis der Prüfungen auch ein gewisser Anteil von fünf Prozent an der Gesamtfläche, der von allen Einrichtungen gemeinsam genutzt werden kann.

Zu den speziellen Anforderungen zählen beispielsweise für das Naturkundemuseum benötigte Nebenräume für Quarantäne- und Entwesungsmaßnahmen, für Präparationen und ein Nasslabor.

Das Potsdam-Museum hingegen braucht unter anderem speziell ausgestattete Räume für die Lagerung von Gemälden und anderen Kunstgegenständen.

Die Depot-Provisorien des Potsdam-Museums

Der Marstall am Lustgarten war das erste Depot des Potsdam-Museums in der Nachkriegszeit. Dann kam die Sammlung in die alte Volksschule nach Klein Glienicke, die 1961 im Sperrgebiet stand.

1974 verlegte man das Hauptdepotin die Puschkinallee, die Schule am Klein Glienicker Waldrand wurde gesprengt.

2005 wurden die Bestände des Museums aus den Depots in der Puschkinallee und in der Hebbelstraße in einem Laborgebäude auf Hermannswerder zusammengefasst.

Mittlerweile ist das Museum erneut auf drei Depotstandorte verteilt – neben Hermannswerder nutzt es Räume in der Groß Glienicker Waldsiedlung sowie auf dem Gelände der MAZ.

Die Stadt- und Landesbibliothek ist seit dem Umbau ihres Haupthauses am Platz der Einheit zum Bildungsforum auf auswärtige Magazinräume angewiesen, weil ein Teil ihrer bisherigen Räume unter dem Dach aus Kostengründen fremd vermietet werden mussten.

Aktuell acht Standorte im Stadtgebiet

Aktuell sind die Archiv-und Depotflächen der beteiligten Einrichtungen auf acht Standorte verteilt. Voraussetzung für den Depotneubau ist die Berücksichtigung der Investition im Doppelhaushalt 2020/21, dessen Diskussion noch im Oktober mit der Vorstellung des Eckwertepapiers eröffnet werden soll.

Krämer kommentierte am Mittwoch: „Es geht voran, endlich werden konkrete Orte genannt. Nun müssen wir für die finanzielle Absicherung sorgen.“

Von Volker Oelschläger

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