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Potsdam Umzugspläne: Stadt könnte Verwaltungscampus im Zentrum aufgeben
Lokales Potsdam Umzugspläne: Stadt könnte Verwaltungscampus im Zentrum aufgeben
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19:43 25.10.2019
Das Stadthaus Potsdam muss in Teilen gesperrt werden und Mitarbeiter an anderen Standorten untergebracht werden. Quelle: Peter Degener
Potsdam

Platznot, Schimmel, fehlender Brandschutz: Die Mängelliste in den Gebäuden der Potsdamer Stadtverwaltung ist lang – und zum Teil so gravierend, dass ganze Etagen in absehbarer Zeit unnutzbar, der Plenarsaal des Rathauses womöglich sogar baupolizeilich geschlossen werden könnte. Ein Umzug großer Teile der Verwaltung ist damit unumgänglich. Die Frage ist nur: Wie geht es dann weiter?

Neuer innerstädtischer Wohn- und Schulstandort wäre dann möglich

Eine Variante, die Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Freitag im Rathaus vorstellte, sieht den Bau eines völlig neuen Verwaltungscampus außerhalb des Zentrums vor. Nutzen würde die Verwaltung im Zentrum dann nur noch das Stadthaus. „Das bisherige Verwaltungsareal könnte komplett neu entwickelt werden und als neuer innerstädtischer Wohn- und Schulstandort zur Verfügung stehen“, so Schubert.

Als Standort für den neuen Verwaltungscampus wird unter anderem das Areal früheres Tramdepot Heinrich-Mann-Allee geprüft. Ergebnisse der Prüfung sollen bis zum Sommer 2020 vorliegen. Die zweite Prüfvariante: Nur 1000 der insgesamt 2200 Mitarbeiter ziehen dauerhaft an einen neuen Standort, die übrigen bleiben im Zentrum – und die bestehenden Gebäude werden Schritt für Schritt saniert.

Dreistelliger Millionenbetrag muss investiert werden

Egal, wofür sich die Stadtverordneten am Ende entscheiden – ein „dreistelliger Millionenbetrag“ müsse investiert werden, kündigte Schubert am Freitag an.

Der Abriss von Haus 2 ist vorerst abgesagt – die Arbeitsplätze werden dringend gebraucht. Quelle: Peter Degener

Bis zur Jahresmitte war der Plan der Verwaltung noch, die seit 1990 laufende Sanierung des Verwaltungscampus zwischen Jägerallee, Hegelallee und Friedrich-Ebert-Straße fortzusetzen. So war als nächstes der Abriss des DDR-Baus an der Jägerallee (Haus 2) ab 2020 geplant, um einen Neubau für deutlich mehr Mitarbeiter zu errichten. Kosten: rund 75 Millionen Euro.

Jahrelang räumliche Bedingungen der Mitarbeiter vernachlässigt

Doch akute Wasserschäden, Schimmelbefall und vor allem mangelnder Brandschutz an vielen anderen Stellen zwingen die Stadt nun zum Umdenken. „Der Abriss wird verschoben“, erklärte Schubert. „Wir haben praktisch keinen räumlichen Spielraum mehr. Alle Pläne der Sanierung des Verwaltungscampus im laufenden Betrieb geraten ins Stocken“, sagte der Oberbürgermeister. Man habe über Jahre die räumlichen Arbeitsbedingungen der Rathausmitarbeiter vernachlässigt und „nachrangig“ behandelt. Das räche sich nun.

Im Stadthaus sind manche Wege wegen Bauarbeiten gesperrt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Abriss von Haus 2 an der Jägerallee vorerst abgesagt

Konkret von den Mängeln betroffen ist beispielsweise die Hochhausscheibe Haus 1, wo das Bauamt und sogar die Bauaufsicht untergebracht sind. Die unteren fünf Etagen sollen von Juni 2020 an für ein Jahr brandschutztechnisch aufgerüstet werden.

Die Etagen sechs bis acht werden spätestens ab Januar 2021 gar nicht mehr genutzt, damit die strengeren Regelungen für Hochhäuser nicht mehr angewandt werden müssen. Die Mitarbeiter sollen vorerst in Haus 2 unterkommen, das deshalb stehen bleiben muss.

Ein Rückbau der weithin sichtbaren, dann ungenutzten Etagen stehe laut Oberbürgermeister Schubert deshalb aber nicht zur Debatte.

Das Haus 1 mit der Bauverwaltung hat die brand- und arbeitsschutzrechtliche Prüfung nicht bestanden – hier müssen die Mitarbeiter Ende 2020 ausziehen. Quelle: Peter Degener

Nutzung des Plenarsaals wegen Brandschutzfragen noch offen

Auch der Plenarsaal der Stadtverordneten steht zur Disposition. Dort seien die Arbeitsbedingungen ohne Steckdosen und mit äußerst beengten Verhältnissen problematisch, würden seit Jahren bemängelt. Ein möglicher Neubau an anderer Stelle wurde immer wieder erwogen.

Nun könnte der zentrale Saal des Stadthauses und der Potsdamer Stadtpolitik baupolizeilich geschlossen werden. Das Ergebnis der letzten brand- und arbeitsschutzrechtlichen Prüfung des Raums wollte Schubert nicht nennen. Es liege ihm und Pete Heuer als Vorsitzendem der Stadtverordnetenversammlung vor.

Der Plenarsaal im Stadthaus ist beengt und technisch veraltet – doch vor allem gibt es Brandschutzmängel. Quelle: Peter Degener

„In den nächsten Wochen werden wir dem Ältestenrat der Stadtverordnetenversammlung einen Vorschlag machen“, wie man damit umgehe, kündigte Schubert an.

Zahlreiche Standorte für Rathausmitarbeiter

Neben dem zentralen Verwaltungscampusgibtes 30 weitere Standorte im Stadtgebiet, an denen die rund 2200 Mitarbeiter der Potsdamer Stadtverwaltung ihre Arbeitsplätze haben, zum Teil hat die Stadt die Räume dauerhaft angemietet.

Seit Sommer 2018 hat die Stadt rund 3000 Quadratmeter in den Bahnhofspassagen für den Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen angemietet.

Am Palais Lichtenau in der Behlertstraße ist seit langem die Kinder- und Jugendhilfe angesiedelt. Große Teile des Sozialbereichs sollen ebenfalls in die Behlertstraße ziehen.

Die Stadt- und Landesbibliothekam Platz der Einheit und das Potsdam-Museum am Alten Markt, sowie die Feuerwachen in der Holzmarktstraße und in der Fritz-Zubeil-Straße gehören ebenfalls zu den Verwaltungsstandorten.

Die Nutzung des Raums sei schon seit Jahren „eine Gratwanderung“, seitdem seien aber durch die Live-Übertragungen der Sitzungen zahlreiche Verkabelungen und noch beengtere Verhältnisse nahe der Fluchtwege durch die Kamerastandorte hinzugekommen.

Wenn der Raum nicht mehr nutzbar sein sollte, müssen die Stadtverordneten aus dem Stadthaus ausziehen – dort gibt es keine Ausweichmöglichkeit.

Von Peter Degener

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