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Potsdam Potsdam sagt dem Schmutz den Kampf an
Lokales Potsdam Potsdam sagt dem Schmutz den Kampf an
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07:20 31.08.2017
Das ist unser Potsdam und nicht Ihr Müllplatz: Dieter Jetschmanegg und Nicole Prestin mit Appell. Quelle: Nadine Fabian
Potsdam

Vermüllte Grünflächen, überquellende Papierkörbe, Scherben auf Geh- und Radwegen, illegale Sperrmüllhalden, Hundekot, beschmierte Fassaden: Die Landeshauptstadt sagt Schmutz und Unordnung den Kampf an und ruft die Kampagne „Unser Potsdam“ aus. Dabei setzt die Stadt allerdings weder auf aufwendige Aktionen noch auf verstärkte Kontrollen oder mehr Papierkörbe, sondern auf die Vernetzung bereits vorhandener Projekte und Konzepte.

„Um es ganz klar zu sagen: Wir ersaufen nicht in Müll“, sagt Dieter Jetschmanegg, Fachbereichsleiter Kommunikation und Wirtschaft im Rathaus. 99 Prozent der Potsdamer würden sich an die Regeln halten. Es seien einzelne Personen, die sich daneben benehmen. Das Beseitigen der Schäden und das Nachräumen erzeuge indes Kosten, die die Allgemeinheit zu tragen habe.

Das Vorhandene bündeln, Kooperationen optimieren

Dass die Sauberkeit für die Bevölkerung und Besucher der Stadt ein sehr wichtiges Thema ist, zeigen laut Jetschmanegg unter anderem das Maerker-Portal, der Bürgerhaushalt, Schreiben von Bürgern an die Verwaltung sowie Umfragen der Wohnungsunternehmen und des Verkehrsbetriebs. „Wir wissen, dass wir gefordert sind“, sagt Jetschmanegg. „Das ‚Wir‘ meint an dieser Stelle die Stadtverwaltung, die Wohnungsunternehmen, die städtischen Unternehmen, die Gewerbetreibenden und die Bevölkerung. Alleingänge bringen nichts, ja führen zur Frustration.“ Es existiere bereits ein großes Portfolio von Konzepten, Projekten und Maßnahmen, die auf Ordnung und Sauberkeit abzielen. Jetzt gehe es darum, das Vorhandene zu bündeln, Kooperationen zu optimieren und gemeinsam Prioritäten zu setzen.

Über allem steht der Gedanke „Unser Potsdam“ – ein Appell an den Gemeinschaftssinn. Erstes anschauliches Beispiel: Die Stadt lässt in den nächsten Tagen zehn Schilder mit der Aufschrift „Das ist unser Potsdam und nicht Ihr Müllplatz“ überall dort aufstellen, wo Unbelehrbare bevorzugt ihren nicht angemeldeten Sperrmüll abladen: etwa in der Straße Am Up­stall in Fahrland, am Werderschen Damm und an mehreren Punkten im Schlaatz.

Von den insgesamt 6000 pro Jahr anfallenden Tonnen Sperrmüll werden 500 Tonnen illegal entsorgt. Dabei sei es laut Nicole Prestin, Bereichsleiterin Abfallwirtschaft, sehr einfach, Dinge loszuwerden, die nicht mehr gebraucht werden: „Wir haben einen kostenlosen Sperrmüllservice, der durch die Müll-Grundgebühren abgedeckt ist. Niemand muss seinen Sperrmüll illegal entsorgen.“ Zudem gebe es zwei Wertstoffhöfe. Das Thema Sperrmüll werde nun noch einmal explizit in den Kundenzeitungen der Wohnungsunternehmen aufgegriffen.

Eine neue Grünflächensatzung ist auf dem Weg

Norbert Praetzel, Chef des Grünflächenamtes, kündigte an, stärker gegen die Vermüllung von Grünflächen und Grünstreifen vorzugehen und intensiver die Einhaltung von Anliegerpflichten durchzusetzen. „Vieles von dem, was uns alle stört, resultiert daraus, dass Anlieger ihren Pflichten nicht nachkommen. Das gilt nicht nur bei Schnee und Eis, sondern ganzjährig.“ Eine neue Grünflächensatzung soll ihr übriges tun, um Verstöße belangen zu können: Der Entwurf werde den Stadtverordneten noch in diesem Jahr vorgelegt. Zudem kündigte Praetzel an, weiter um Baum- und Grünpaten zu werben. Dieses Thema eigne sich zwar nicht für alle Stadteile, aber das Gießen von Bäumen, die Pflege von Baumscheiben und Grünanlagen trage erheblich zum Wohlbefinden in der Stadt bei. Bestes Beispiel: der von „Blumenfee Ele“ gehegte Luisenplatz.

Der etwas andere Flohmarkt

Der Geben- und Nehmen-Markt hat sich laut Stadt als Erfolgsmodell für Müllvermeidung erwiesen. Der Markt, der bisher im Neuen Lustgarten stattfand, soll nun wandern, auf dass alle Stadtteile davon profitieren können.

Am 9. September findet der Markt erstmals in Drewitz auf dem Ernst-Busch-Platz statt. Von 9 bis 14 Uhr kann verschenkt, getauscht und kostenlos mitgenommen werden. Wer will, kann einen eigenen Stand per E-Mail an abfallberatung@rathaus.potsdam.de oder telefonisch unter 0331/2891796 reservieren. nf

Von Nadine Fabian

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