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Potsdam 170 neue Ein-Euro-Jobs für Potsdam
Lokales Potsdam 170 neue Ein-Euro-Jobs für Potsdam
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07:31 06.09.2018
Das Jobcenter kündigt für Potsdam neue Ein-Euro-Jobs an. Quelle: dpa
Potsdam

Startschuss fürs Ein-Euro-Job-Jahr 2019: In Potsdam sollen im kommenden Jahr 170 neue Plätze für Arbeitslose in Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung geschaffen werden. Das verkündete das Jobcenter der Landeshauptstadt am Mittwoch bei einer Informationsrunde für Träger, Vereine und andere gemeinnützige Institutionen, die sich vorstellen können, Ein-Euro-Jobber einzusetzen und so Arbeitslose auf dem Weg zurück ins Berufsleben zu unterstützen. Die Mehrzahl der Maßnahmen soll bereits im ersten Quartal 2019 starten.

Eine Brücke für Langzeitarbeitslose zurück auf den Arbeitsmarkt

„Ein-Euro-Jobs sollen gerade bei Langzeitarbeitlosen zu einem positiven Arbeitsverhalten und zu einer persönlichen Stabilisierung beitragen“, sagt Oliver Schwab, im Jobcenter Netzwerkkoordinator für integrative Maßnahmen und Beauftragter für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Bereich Sozialgesetzbuch II. Zudem soll der Ein-Euro-Job durch die Teilhabe am Arbeitsleben eine Brücke zum Arbeitsmarkt schlagen.

Laut einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verbessern Ein-Euro-Jobs tatsächlich die Eingliederungschancen von Langzeitarbeitslosen – allerdings hängt dieser Erfolg stark von deren Einsatzfeld ab. Demnach würden vor allem Frauen profitieren, die in den boomenden Bereichen Gesundheit und Pflege sowie in der Kinderbetreuung und Jugendhilfe eingesetzt sind. Düster sieht es hingegen für ostdeutsche Männer aus, die in Umweltschutzprojekten und in der Landschaftspflege unterkommen – ein wichtiges Betätigungsfeld für die in Potsdam eingesetzten Ein-Euro-Jobber neben dem Bereich Soziale Dienste, Migration und Willkommenskultur.

Bis zu 340 Personen können profitieren

„In der Regel umfasst ein Ein-Euro-Job auch im kommenden Jahr 20 Stunden pro Woche, erlaubt sind maximal 30“, sagt Oliver Schwab. Die Mehraufwandsentschädigung – also der Zuschuss zum Arbeitslosengeld II – bleibe stabil und werde auch 2019 bei 1,50 Euro pro Arbeitsstunde liegen. Die meisten Ein-Euro-Jobs dauern sechs Monate; die Plätze in den meist auf zwölf Monate angelegten Maßnahmen werden also doppelt vergeben. Für Potsdam bedeutet das, dass von den 170 für das kommende Jahr avisierten Plätzen bis zu 340 Personen profitieren können.

Wie viele Ein-Euro-Jobs überhaupt angeboten werden, richtet sich laut Oliver Schwab nach dem Bedarf, den die Betreuer der Jobcenter-Kunden ermitteln. Die Situation auf dem Potsdamer Arbeitsmarkt sei derzeit sehr positiv, so Schwab. Im August waren in der Landeshauptstadt 5362 Menschen arbeitslos gemeldet, darunter sind 1552 Langzeitarbeitslose.

Träger müssen sich in den kommenden drei Wochen bewerben

In den kommenden drei Wochen können nun Träger, die Ein-Euro-Jobs anbieten möchten, ihr Interesse beim Jobcenter bekunden und ihre Konzepte einreichen. Ein spezieller Arbeitskreis überprüft die eingereichten Maßnahmen auf ihre Förderfähigkeit, auf Bedarf, Qualität und Wirtschaftlichkeit. Grundsätzlich erwartet das Jobcenter, dass Ein-Euro-Jobber durch den Träger durchgehend angeleitet und sozialpädagogisch betreut werden. Motivierende, abwechslungsreiche Tätigkeiten sind erwünscht.

Interessierte Träger können sich mit ihren Fragen an Oliver Schwab unter 0331/8806625 oder per E-Mail an oliver.schwab@jobcenter-ge.de wenden.

Der Weg für interessierte Träger

Arbeitsgelegenheiten – umgangssprachlich Ein-Euro-Jobs – sind laut der Bundesagentur für Arbeit sozialversicherungsfreie Tätigkeiten, die im öffentlichen Interesse liegen müssen.

Ein-Euro-Jobs sind für Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II eine Hilfestellung auf dem Weg zurück ins Berufsleben.

Nicht jedes Unternehmen darf Ein-Euro-Jobs anbieten, sondern nur geeignete Träger. Dabei kann es sich etwa um Arbeit in einem Verein oder bei einer öffentlichen Einrichtung handeln. Die Tätigkeit darf aber keinen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gefährden.

Wer einen Ein-Euro-Job hat, erhält vom Jobcenter einen Zuschuss zum Arbeitslosengeld II. Dem Träger werden die Kosten für die Arbeitsgelegenheit erstattet.

Interessierte Träger haben bis 26. September Gelegenheit, sich beim Jobcenter am Interessenbekundungsverfahren fürs Ein-Euro-Job-Jahr 2019 zu beteiligen.

Das Jobcenter erwartet auf maximal drei Seiten ein schlüssiges Konzept sowohl im Hinblick auf die Tätigkeiten der Teilnehmenden als auch auf Umfang, Qualität und Metholden der Anleitung und Begleitung. Auch eine sozialpädagogische Begleitung soll angeboten werden.

Einzureichen sind die Unterlagen per Post: Jobcenter,Landeshauptstadt Potsdam, Horstweg 102-108, 14478 Potsdam; per Mail: Jobcenter-Landeshauptstadt-Potsdam.Leitung@jobcenter-ge.de

Von Nadine Fabian

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