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Potsdam Potsdam verzeichnet 2018 Besucherrekord
Lokales Potsdam Potsdam verzeichnet 2018 Besucherrekord
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01:15 07.03.2019
Das preußische Rokoko war 2018 als Touristenattraktion ungeschlagen. Schloss Sanssouci rangierte bei Besucherzahlen vor Museum Barberini und Filmpark Babelsberg. Quelle: Peter Degener
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Potsdam

Die Stadt Potsdam hat einen neuen Besucherrekord aufgestellt und zum siebten mal in Folge mehr als eine Million Übernachtungen verzeichnet. Rund 1,28 Millionen Mal haben Besucher 2018 in Potsdamer Hotels übernachtet – ein Zuwachs von über 100 000 Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Gäste, die Potsdam nicht nur im Rahmen eines Tagesausflugs besucht haben, stieg um über acht Prozent auf 550 000 Menschen.

„Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt“

Die Rekorde wurden am Montag von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte verkündet. „Ich erinnere mich noch an die Diskussion zur Einführung der Bettensteuer, als Potsdam erstmals die Millionenmarke knackte und vor einem Einmaleffekt gewarnt wurde“, so Schubert. Doch der Trend nach oben halte an, der Tourismus sei „einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt“ von dem nicht Hoteliers, sondern auch Einzelhandel und Dienstleistungssektor profitieren würden.

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V.l.n.r. Ortrud Westheider, Direktorin in Museum Barberini, Heinz Buri, Marketingdirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Anne Robertshaw, Leiterin der Abteilung Marketing der Potsdam Tourismus-Servicegesellschaft PMSG und Sigrid Sommer, Bereichsleiterin Marketing der Landeshauptstadt Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova

330.000 Besucher im Schloss Sanssouci, 316.000 im Barberini

Bei den beliebtesten Sehenswürdigkeiten steht nun auch wieder Schloss Sanssouci an der Spitze. „Wir hatten 2018 etwa 330.000 Besucher“, sagte Heinz Buri, Marketing-Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) auf MAZ-Anfrage. Damit zog das Barockschloss am Museum Barberini vorbei, das im Premierenjahr 2017 über eine halbe Million Besucher hatte. 2018 waren es laut Direktorin Ortrud Westheider 316.000.

„Das ist nach dem Hype der Eröffnung noch immer überragend und weitaus mehr, als wir kalkuliert hatten“, sagte Westheider der MAZ. An dritter Stelle der beliebtesten Touristenziele, die Eintritt verlangen, ist der Filmpark Babelsberg, den in der Saison 2018 nach Angaben des Betreibers 300.000 Menschen besuchten.

Das Museum Barberini zog 2018 insgesamt 316.000 Besucher an. Im Eröffnungsjahr 2017 waren es sogar 525.000 Menschen. Quelle: Varvara Smirnova

Ab Mittwoch präsentiert sich Potsdam auf der Tourismusbörse ITB

Nicht nur die guten Zahlen des letzten Jahres, sondern der Blick nach vorn waren für Schubert, Buri und Westheider das Thema im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Von Mittwoch bis Sonntag präsentieren sich Stadt, Schlösserstiftung und Barberini gemeinsam auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin. Am Stand 101 in der Brandenburg-Halle auf dem Messegelände geht es dabei vor allem um das italienische Themenjahr der Stadt. Ortrud Westheider kündigte an, dass das Museum Barberini schon ab Juli „verstärkt in die Stadt und die Parks ausströmen“ wolle.

Günther Jauch spricht eine App für das Barberini ein

Parallel zur Barockausstellung „Wege des Barock“ wird die Museums-App um einen Audioguide in den Stadtraum erweitert. „Günther Jauch wird der Sprecher sein“, kündigte Westheider an. Derzeit entstehen die Texte, aber Im Frühjahr beginne die Produktion des Guides, der den Arbeitstitel „Rom in Potsdam“ trägt. Beim Spaziergang durch die Stadt können Besucher dann geführt von dem in Potsdam wohnenden, bekannten TV-Moderator erkennen „wie eng an italienischen Vorbildern in Potsdam gebaut wurde“, so Westheider.

TV-Moderator Günther Jauch bei der Einweihung der Neptungrotte im Park Sanssouci im Oktober 2018. Quelle: Bernd Gartenschläger

Schlösserstiftung kündigt „Die Neuordnung der Welt“ für 2020 an

Bei der Schlösserstiftung richtete Marketingchef Buri den Blick bereits auf das Jahr 2020. Er kündigte angesichts des 75. Jahrestags der Potsdamer Konferenz eine mehrmonatige Sonderausstellung im Schloss Cecilienhof mit dem Titel „Die Neuordnung der Welt“ an. Ab 1. Mai 2020 wird dabei das Schloss Cecilienhof auch große Teile des seit fünf Jahren leerstehenden Hotelbereichs öffnen, um der Schau deutlich mehr Fläche zu geben.

Kurator Matthias Simmich hat Churchills Sekretärin ausfindig gemacht

Durch Kurator Matthias Simmich habe man außerdem neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen. „Er hat die Sekretärin des britischen Premiers Winston Churchill ausfindig gemacht und getroffen“, so Buri. Während der Potsdamer Konferenz führte Joy Hunter ein detailliertes Tagebuch, welches sie für die Ausstellung zur Verfügung stellt. „Sie wird möglicherweise auch zur Eröffnung kommen“, so Buri.

Stadt will Nebensaison mit Kongressen und Tagungen stärken

Die Stadt will ihre Besucherzahlen vor allem auf zwei Wegen weiter verbessern. Mit zwei neuen Internetauftritten spricht das Marketing einerseits verstärkt englischsprachige Besucher und andererseits geschäftliche Besucher an, die in Potsdam tagen und konferieren sollen.

Damit soll vor allem die Zeit von Oktober bis März stärker ausgelastet werden. „Es ist das Ziel in der Nebensaison weitere Gäste zu gewinnen. Auch die neue Biosphäre könnte ein solches Highlight in den Wintermonaten sein“, sagte Schubert.

Von Peter Degener

MAZ-Service: BestFewo

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