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Potsdam Park Babelsberg von oben: Drohnen-Fotos im Wikimedia-Projekt
Lokales Potsdam Park Babelsberg von oben: Drohnen-Fotos im Wikimedia-Projekt
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17:10 29.06.2019
Der Flatowturm im Park Babelsberg. Quelle: Raimond Spekking & Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Potsdam

Ungewohnt abstrakt wirkt die Form des leeren Wasserbeckens und die Sicht von oben auf vier kleine Türmchen rund um eine hohe, adlergeschmückte Spitze. Von oben betrachtet ist der Flatowturm im Babelsberger Park ein Rätsel. Auch die unregelmäßige Dachlandschaft von Schloss Babelsberg mit seinem achteckigen Turmbau lässt sich nicht auf den ersten Blick entschlüsseln. Im Zusammenspiel mit der Havel, dem Park und der Glienicker Brücke am Horizont zeigen die Fotos von Raimond Spekking und Robert Schlappal dagegen ein Idealbild des Potsdamer Weltkulturerbes und seiner Verbindung von Architektur und Landschaft.

Mit Hilfe einer Drohne haben Raimond Spekking und ein Kollege mit dem Künsternamen Superbass Fotos im Park Babelsberg für Wikimedia und die Schlösserstiftung gemacht. Hier die schönsten Impressionen vom Flatowturm.

Erstmals hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) vor wenigen Tagen den Aufstieg einer Kamera-Drohne im Park Babelsberg erlaubt. Hintergrund ist die Zusammenarbeit der Stiftung mit Wikimedia. Die amerikanische Stiftung ist vor allem für die Online-Enzyklopädie Wikipedia bekannt und hat das Ziel, das Wissen der Menschheit frei zugänglich zu machen.

Kooperation von Wikimedia und Schlösserstiftung

Der deutsche Wikimedia-Verein als Ableger der US-Stiftung kooperiert schon länger mit der Schlösserstiftung. Auf gemeinsamen Spaziergängen von Fachleuten der Stiftung mit engagierten, ehrenamtlichen Wiki-Autoren entstehen beispielsweise Fotos von Innenräumen der Schlösser. Die zugehörigen Artikel wiederum gewinnen durch den Austausch an Qualität.

Die Tour der Wikimedia-Drohnen-Fotografen führt auch zum Schloss Babelsberg. Erneut ließen sie ihre fliegenden Kameras steigen und schossen tollen Aufnahmen.

Seit über einem Jahrzehnt engagieren sich die zwei Kölner Spekking und Schlappal für freie Inhalte im Netz, haben zahlreiche Artikel geschrieben und verbessert oder mit Bildern angereichert. „Meine Motivation ist es, dass es kein Wissensmonopol geben darf. Das hört sich groß an, aber ich kann dabei im Kleinen mitwirken“, sagt Spekking (55), der im Alltag Software-Berater ist. Sein Schwerpunkt dort: Firmen-Wikis.

Sein Mitstreiter Robert Schlappal (50) leitet ein sozialpsychiatrisches Zentrum. Freie Inhalte sind für ihn Teil der Demokratie. „Es ist wichtig, dass die Menschen neben Bezahl-Inhalten auch auf Inhalte stoßen, die keine Urheberrechtsschranken haben“, sagt er.

Wikipedia-Drohnenteam am Flatowturm Potsdam: Raimond Spekking (mit Fernbedienung) und Robert Schlappal (rechts davon) mit Wikimedia-Mitstreitern. Quelle: Raimond Spekking & Superbass

Seit dreieinhalb Jahren nutzen sie eine Drohne, die der Wikimedia-Verein zur Verfügung stellt. Über ein Jahr Vorlauf waren für den Flug über dem Park Babelsberg nötig. Nicht nur die SPSG, sondern auch die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg, sowie die Flugleitung des Hubschrauber-Landeplatzes des Bergmann-Klinikums mussten zustimmen.

Nähe zum Forschungsreaktor Wannsee

Wegen der Nähe des Schlosses zum Forschungsreaktor Wannsee telefonierten die Fotografen kurz vor dem Flug sogar mit dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und erhielten schließlich ein genaues Zeitfenster für ihren Drohnenflug. Die Mühe hat sich gelohnt – einerseits stimmten Licht und Wetter mit malerischen Wolken als Zutat am Himmel – vor allem stehen die Fotos auf der Wikimedia-Seite in voller Auflösung bereit. Jeder darf sie nutzen, unter Beachtung der Lizenz sogar für kommerzielle Zwecke.

Schlösserstiftung will weltweite Präsenz

Auch die SPSG ist zufrieden. „In der Kooperation mit Wikimedia Deutschland geht es uns weniger um die Drohnenaufnahmen. Viel wichtiger für uns ist es, dass die Schlösser und Gärten in Bild und Text mit ihren vielen architektonischen, kunst-, kulturhistorischen und historischen Facetten weltweit im Netz präsent sind“, erklärt Elvira Kühn vom Marketing der SPSG. Die Stiftung will präsenter in der Enzyklopädie und der Mediensammlung von Wikimedia sein, schließlich gehören diese zu den meistbesuchten Internetseiten der Welt.

Weitere Fotoprojekte geplant

Weitere Drohnenflüge sind leider nicht geplant. Doch Wikimedia und SPSG arbeiten an weiteren Touren am Boden. 2020 sollen der Neue Garten und das Schloss Cecilienhof anlässlich des 75. Jahrestags der Potsdamer Konferenz in den Mittelpunkt rücken. Auch Rheinsberg oder Schloss Charlottenburg sowie die Werkstätten der Stiftung stehen auf dem Plan. Die Zusammenarbeit dient allen: Die Hüter des Welterbes erzeugen große Resonanz für die Schönheit ihrer Anlagen – und die Menschen außerhalb Potsdams dürfen daran am Bildschirm auf teils spektakuläre Weise teilhaben.

Von Peter Degener

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