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Potsdam Potsdam warnt vor Bürgerbegehren-Erfolg
Lokales Potsdam Potsdam warnt vor Bürgerbegehren-Erfolg
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14:14 20.05.2016
Das „neue Alte“ gegen das Hochhaus aus den 1970er Jahren: Potsdam streitet um die Gestaltung der Stadtmitte.
Das „neue Alte“ gegen das Hochhaus aus den 1970er Jahren: Potsdam streitet um die Gestaltung der Stadtmitte. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Verwaltung der Landeshauptstadt warnt vor den Auswirkungen des derzeit laufenden Bürgerbegehrens, das sich gegen den Abriss von drei zentralen DDR-Gebäuden im Stadtzentrum – Hotel Mercure, Staudenhof-Wohnblock und Fachhochschule am Alten Markt – wendet. Die Botschaft: Falls das Bürgerbegehren erfolgreich ist, würde das die Entwicklung der Innenstadt nachhaltig hemmen.

Papier zur Stadtmitte

Das geht aus einem 18-seitigen Papier hervor, in dem die Stadtverwaltung 25 Fragen der Rathauskooperation aus SPD, CDU/ANW, Bündnisgrünen und Potsdamer Demokraten zu den Konsequenzen des Bürgerbegehrens beantwortet hat. Unter anderem könnte dies Nachteile für die positive Entwicklung beim Innenstadt-Tourismus nach sich ziehen. Außerdem könnte es den Verlust von Fördermitteln im Sanierungsgebiet Potsdamer Mitte sowie mögliche Rückforderungsansprüche von bereits geflossenen Fördermitteln zur Folge haben. Auch beim Steueraufkommen würde es wohl Einbußen geben – rund 600 000 Euro pro Jahr, so die Schätzung. Das städtebauliche Ziel der Wiederannäherung an den historischen Stadtgrundriss wäre „dramatisch erschwert beziehungsweise könnte im Ergebnis lediglich fragmentarisch erfolgen“, heißt es in dem Papier, das der MAZ vorliegt.

Das Mercure kann weg – es entsteht ein Hotel an anderer Stelle

Auch die Zukunft des Mercure-Hotels wird in dem Papier thematisiert. Fazit: Das Angebot des Mercure als Hotelstandort wird derzeit zwar benötigt. Allerdings sei es perspektivisch verzichtbar, weil ab 2021 in der nördlichen Speicherstadt in Bahnhofsnähe ein Hotel und ein Boardinghaus mit insgesamt 350 Zimmern eröffnen. Dies würde „bei Schließung des Hotel Mercure wegfallende Kapazitäten ersetzen beziehungsweise deutlich überkompensieren“, heißt es.

Das seit April laufende Begehren der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“ hat bislang 11 600 Unterschriften gesammelt. Für einen erfolgreichen Abschluss sind etwa 13 700 gültige Unterschriften notwendig. Während die Fraktionen „Die Linke“ und „Die Andere“ das Begehren unterstützen, setzt sich die Rathauskooperation für eine Wiederannäherung an den historischen Stadtgrundriss ein. Anstelle des Fachhochschul-Gebäudes sollen zwei Wohnblöcke gebaut werden. Auch der benachbarte Staudenhof-Block soll nach aktuellem Stand langfristig einem Wohnkarree weichen.

Nur der Staudenhof findet Gnade im Rathaus

In der Großen Anfrage der Rathauskooperation wird auch die Frage aufgeworfen, inwieweit es möglich wäre, Fachhochschule, Staudenhof und Mercure „städtebaulich verträglich zu integrieren, ohne das Gesamtbild der historischen Mitte zu beeinträchtigen“. Die Antwort: Bei der Fachhochschule sei dies nicht möglich, „da es als solitäre Großform bewusst in Proportion und Gebäudestellung davon abweicht“. Um den Staudenhof-Block zu integrieren, wären bauliche Ergänzungen denkbar. Keine Gnade findet das Mercure-Hochhaus. Denn: „Die Integration dieses Baukörpers würde nicht zu einem stimmigen Gesamtbild führen.“

Auch vor Ort wird nun für die Umgestaltung der Mitte geworben: Am Donnerstag eröffnete der Sanierungsträger Potsdam an der Friedrich-Ebert-Straße/Schlossstraße am Landtag eine Rote Infobox, um die Bevölkerung über die Pläne zu informieren.

Von Ildiko Röd