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Potsdam Potsdam will Radwege bis ins Umland ausbauen
Lokales Potsdam Potsdam will Radwege bis ins Umland ausbauen
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14:52 14.01.2017
Das Radfahren in Potsdam soll in den nächsten Jahren einfacher werden. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Wird Potsdam doch noch zum Fahrrad-Mekka? Nichts weniger strebt die Landeshauptstadt mit ihrem Radverkehrskonzept an. Dessen Fortschreibung für die Jahre 2017 bis 2025 liegt nun als 302 Seiten starker Entwurf vor und soll in den kommenden Wochen von den Stadtverordneten verabschiedet werden. Darin enthalten: Maßnahmen und eine Prioritätenliste zur Verbesserung der Radverkehrsin­frastruktur, ein aus- und überarbeitetes Radwege-Zielnetz sowie eine Dokumentation der bestehenden Rad-Anlagen. Der Entwurf, an dem auch Bürger mit ihrer Kritik und ihren Anregungen mitgewirkt haben, ist im Internet auf der Stadtseite unter www.potsdam.de/verkehrsentwicklung einzusehen.

Der Entwurf knüpft an das Konzept von 2008 an

Bereits 2008 hatte die Stadtpolitik ein erstes Radverkehrskonzept beschlossen. „Sehr viele Maßnahmen daraus wurden realisiert, weitere sind derzeit in Planung und werden vorbereitet“, sagt Potsdams Radverkehrsbeauftragter Thorsten von Einem. „Daher ist es nur folgerichtig, das Konzept fortzuschreiben. Nur so können wir nahtlos an die Umsetzung unserer Ziele zur Förderung des Radverkehrs in Potsdam anschließen.“

Das Radverkehrskonzept ist ein Baustein des umfassenden Stadtverkehrskonzepts, betont Stadtplanungschef Andreas Goetzmann. „Die Frage, die all dem zugrunde liegt ist: Wie wird Mobilität in einer Stadt – und gerade in einer so zügig wachsenden wie Potsdam – organisiert? Das Radverkehrskonzept ist ein großer Schritt nach vorn in der Verkehrsentwicklung“, sagt Goetzmann. „Wir steigen jetzt bewusst in die zweite Stufe ein.“ Dabei gehe man auf die kontinuierlich steigende Zahl der Radfahrer ein, aber auch auf neue Entwicklungen, etwa die zunehmende Verbreitung von Pedelecs, mit denen jedermann bequem auch weitere Distanzen zurücklegen kann. Ein wichtiges Element sei zudem der Ausbau der Radverkehrsverbindungen in die Ortsteile und Nachbargemeinden.

Stadt erhofft sich millionenschwere Förderung

Der Finanzbedarf, das Konzept in Gänze umzusetzen, ist enorm – zumal auch die bestehenden Radverkehrsanlagen instandzuhalten sind, was natürlich teurer wird, je mehr es davon gibt. „Der Bund empfiehlt Städten, die Vorreiter in Sachen Radverkehr sein wollen, einen Betrag von 18 Euro pro Einwohner pro Jahr in den Haushalt einzustellen“, so von Einem. Potsdam liegt mit seinen Satz von 10 Euro in den Jahren von 2015 bis 2020 zwar deutlich darunter, spekuliert aber auf 21,9 Millionen Euro Fördermittel aus dem Stadt-Umland-Wettbewerb. Davon sollen bis 2022 parallel zur Bahn- eine Fußgänger- und Radfahrbrücke zwischen Werder und Potsdam sowie die Radschnellverbindung nach Stahnsdorf gebaut werden.

Bescheidener sind die Ziele für dieses Jahr. 2017 werden laut Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) etwa 1,5 Millionen Euro für den Radverkehr eingesetzt. Sie fließen unter anderem in den Bau des Radparkplatzes am Bahnhof Charlottenhof. Der war zwar schon fürs 2016 geplant. Weil man aber auf einem Grundstück der Deutschen Bahn baut, braucht es auch eine Genehmigung von dieser. „Die Gestattung kam leider erst im Oktober“, so von Einem. Man habe das Vorhaben daher verschieben müssen.

Apropos Parken: Im ADFC-Fahrradklimatest hatten die Potsdamer bemängelt, dass es in der Stadt zu wenig Abstellmöglichkeiten gibt. Die Stadt will nun Abhilfe schaffen. So stehen auf der Prioritätenliste Radparkplätze an den Bahnhöfen Griebnitzsee, Park Sanssouci, Babelsberg und Marquardt sowie weitere am Hauptbahnhof. Auch die Tram-Haltestellen Campus Fachhochschule, Campus Jungfernsee und Kirschallee sind vorgemerkt.

Auch die Ortsteile stehen auf der Prioritätenliste

Das fortgeschriebene Radverkehrskonzept wird nach Beschluss der SVV als Entscheidungsgrundlage der Politik und Verwaltung für das weitere Vorgehen dienen.

Maßnahmen an Kreuzungen und Strecken, die Priorität genießen, sind in den Kapiteln 7 und 8 zu finden. Sie sollen schrittweise bis 2025 umgesetzt werden.

Auch die Ortsteile sollen profitieren. Etwa durch den Bau eines gemeinsamen Geh- und Radwegs zwischen Fahrland und Satzkorn, durch den Bau eines Geh- und Radwegs zwischen Fahrland und der B 273, einer Radverkehrsanlage zwischen Groß Glienicke und Berlin.

Von Nadine Fabian

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