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Potsdam Vorstoß für einen Friedwald in Wildpark
Lokales Potsdam Vorstoß für einen Friedwald in Wildpark
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19:34 22.02.2019
Die Förster Johanna Krause und  Knut Krause betreuen den Friedwald Nuthetal-Parforceheide.
Die Förster Johanna Krause und Knut Krause betreuen den Friedwald Nuthetal-Parforceheide. Quelle: Heinz Helwig
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Pirschheide

Die Stadt soll prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen im Wildpark ein sogenannter Friedwald eingerichtet werden kann. Einen entsprechenden Auftrag des Umwelt- und Ordnungsausschusses nahm die Friedhofsverwaltung am Donnerstagabend entgegen – aber nur widerstrebend.

In Potsdam-West und der Brandenburger Vorstadt gibt es keinen Friedhof. Die nächsten Friedhöfe im Stadtgebiet sind der Alte und Neue Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee oder der Friedhof in Eiche, der für Beisetzungen nur der Bewohner des Ortsteiles Eiche vorbehalten ist.

Nach Angaben der SPD-Fraktion haben viele ältere Hinterbliebene Mobilitätsprobleme, ihre Verstorbenen zu besuchen beziehungsweise die Gräber zu pflegen. Familien lebten heute auch meist nicht mehr an einem Ort, begründet die SPD ihren Antrag: „So ist es auch für jüngere Familienmitglieder oft ein Problem, die Gräber verstorbener Angehöriger zu besuchen. Daher kommt es seit Jahren immer häufiger zu Bestattungen auf der grünen Wiese. Auch Bestattungen in einem Friedwald oder Naturfriedhof gewinnen an Zuspruch.“ Es sei viele Menschen „ein tröstlicher Gedanke, in der Natur ein Teil dieser zu werden.“ Auch für Menschen, die keine Familienangehörigen haben, entfalle so die Sorge der Grabpflege. Der Wildpark grenze unmittelbar an ein Wohngebiet. Für die Anwohner sei er fußläufig zugänglich und ansonsten gut mit dem Bus erreichbar.

Günther Butzmann, Chef der Friedhofsverwaltung, kann das Anliegen zwar nachvollziehen und will es gemäß dem Auftrag der Stadtverordneten auch prüfen, er machte aber schon auf Probleme aufmerksam: So hat Potsdam auf 13 kommunalen Friedhöfen mit 33 Hektar Bestattungsfläche genug Platz für Urnenbestattungen ohne Steinaufstellung, sogar immer mehr, weil Sarg-Beerdigungen abnehmen. Die Flächen im Wildpark seien Bundeseigentum und müssten durch die Stadt gekauft werden. Und im Friedwald gebe es keine Wege und wahrscheinlich keine Bänke, so Butzmann, was ungünstig für mobilitätsbeschränkte Menschen sei. Die hätten es viel leichter, am Bahnhof Pirschheide oder anderswo in Potsdam-West die Straßenbahn zu nehmen und am Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee auszusteigen.

Von Rainer Schüler

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