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Potsdam Stadt Potsdam will 2020 wieder kommunaler Kita-Träger sein
Lokales Potsdam Stadt Potsdam will 2020 wieder kommunaler Kita-Träger sein
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06:24 30.08.2019
Die Stadt Potsdam will wieder eigene Kitas betreiben. Quelle: Peter Degener
Potsdam

Die Stadtverordneten sollen noch in diesem Jahr eine Grundsatzentscheidung mit weitreichenden Folgen treffen: Das Rathaus will bereits ab dem Kitajahr 2020/21 wieder selbst Trägerin von Kindertageseinrichtungen und Horten sein. Bislang werden die 123 Einrichtungen im Stadtgebiet von 48 nicht-städtischen Trägern sowie Eltern-Kind-Gruppen und Tagespflegepersonen betrieben.

Eine kommunale Kita und ein Hort in jedem der sechs Sozialräume

Künftig will die Stadt neben ihnen wieder selbst als Träger auftreten. „Ziel ist, langfristig in jedem Sozialraum mindestens eine Kindertagesstätte, einen Hortstandort und eine Kindertagespflegestelle zu betreiben“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichen Beschlussvorlage des Rathauses.

Das bedeutet, dass die Stadt langfristig jeweils mindestens sechs Horte und sechs Kitas im gesamten Stadtgebiet betreiben will – mit entsprechenden Kosten für Personal, Unterhalt und Bau der Einrichtungen. In der Vorlage ist von „erheblichen zusätzlichen finanziellen und personellen Auswirkungen“ die Rede.

Eine Projektgruppe im Fachbereich Bildung, Jugend und Sport soll „mit sofortiger Wirkung“ etabliert werden, „um eine den rechtlichen und qualitativen Anforderungen entsprechende Umsetzung sicherzustellen“ und im Dezember einen ersten Bericht dazu geben. Auch sollen „erste konzeptionelle Ansätze“ für die Bildungsarbeit der Einrichtungen erarbeitet werden.

Flexible Angebote und Kita-Plätze außerhalb des Schuljahresbeginns

Das Rathaus nennt als Vorteile der eigenen Trägerschaft unter anderem die Erprobung „flexibler Betreuungsangebote“ und „die Sicherstellung von Bedarfen außerhalb des Kita-Jahreswechsels“.

Damit reagiert die Stadt auch auf Elternbeschwerden. Bislang ist es besonders schwer einen Betreuungsplatz abseits des Schuljahresbeginns im August zu bekommen, wenn viele Kitakinder in die Grundschule gehen.

Betriebskitaplätze für die Mitarbeiter der Verwaltung

Auch Betriebskitaplätze für Mitarbeiter der Verwaltung könnten dann laut der Vorlage geschaffen werden. Durch den Betrieb eigener Einrichtungen erhält die Stadt zudem ein Satzungsrecht, dass ihr sonst durch das Landeskitagesetz verwehrt würde.

Mit der Satzung erhält die Stadt die Hoheit über die Kitabeiträge. „Bislang handelt es sich dabei nur um Empfehlungen, denen die verschiedenen Träger nicht folgen müssen“, erklärte ein Stadtsprecher.

Kis prüft mögliche Standorte – etwa in Bornstedt und Babelsberg

Der Kommunale Immobilienservice (Kis) soll nun infrage kommende Standorte, Zeitschienen und Baukosten ermitteln. Zwei Kita-Standorte in kommunaler Trägerschaft stehen dabei anscheinend schon fest: Das Papier nennt die Hermann-Mattern-Promenade, die westlich des Volksparks im Bornstedter Feld liegt, und die Karl-Marx-Straße in Neubabelsberg.

In Bornstedt seien die Mittel für den Bau bereits beim Entwicklungsträger Bornstedter Feld eingeplant. Dort ist laut den Entwicklungszielen des Bornstedter Felds eine Kita mit 90 Plätzen geplant. Die Fertigstellung ist allerdings nicht für kommendes Jahr, sondern erst für 2021 angekündigt.

Auch in der Babelsberg Karl-Marx-Straße plant die Stadt 90 Betreuungsplätze. Diese Kita soll nahe der Allee nach Glienicke am Westende des Griebnitzsees entstehen. Das Geld für diesen Bau ist allerdings noch nicht in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2024 enthalten. Die Mittel müssten „gegebenenfalls zu Lasten anderer Vorhaben gesichert werden“, heißt es in der Vorlage.

Bis Dezember sollen Kostenschätzungen vorliegen

Bis zum Dezember will die Verwaltung die konkreten Sach- und Personalkosten für den dauerhaften Betrieb der zwei Einrichtungen für eine Entscheidung der Stadtverordneten berechnen.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte bereits Mitte 2018 in seiner Funktion als Jugendbeigeordneter angekündigt, dass die Stadt zur kommunalen Trägerschaft zurückkehren könnte und eine Prüfung veranlasst. Als Risiken nannte er damals neben den Kosten, dass es gerade schwer sei pädagogisches Personal zu finden.

2008 gab Potsdam die letzte Kita an einen freien Träger ab

1999 begann die Stadt mit der Abgabe der Kitas und Horte an freie Träger. 2003 wurde der letzte Schulhort in der Babelsberger Stephensonstraße abgegeben, 2008 der letzte Kindergarten in Neu Fahrland.

Diese Kitas eröffnen bald

Fünf Kitas mit insgesamt 542 Plätzen werden derzeit allein durch den Kommunalen Immobilienservice Kis in Potsdam neu errichtet oder erweitert. Insgesamt werden dort 22,9 Millionen Euro investiert.

Die Kita „Löwenzahn“ in Waldstadt IIwird von 113 auf 283 Plätze erweitert und soll im Oktober fertiggestellt sein.

Der Neubau für die „Fahrländer Feldmäuse“ für 124 Kinder wird im Dezember eröffnet.

Im Zentrum Osthaben in der Kita Sausewind künftig 488 statt 249 Kinder Platz. Dazu kommt ein Hort für 234 Schüler. Fertigstellung ist im November.

In der Burgstraße in der Innenstadt soll im Februar 2020 der Neubau für die „Inselmäuse“ fertig gestellt werden, die dann 100 statt 63 Plätze hat.

Die Erweiterung der Kita „Regenbogenland“ am Stern von 164 auf 240 Plätze soll im Dezember beendet werden.

Von Peter Degener

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