Potsdamer Andreas Möckel mit Corona infiziert: Bericht vom Weg der Besserung
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Potsdam Potsdamer Corona-Kranker auf dem Weg der Besserung: „Kraft und Energie kehren zurück“
Lokales Potsdam Potsdamer Corona-Kranker auf dem Weg der Besserung: „Kraft und Energie kehren zurück“
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20:55 04.04.2020
Andreas Möckel ist Zahnarzt in Potsdam und an Corona erkrankt.
Andreas Möckel ist Zahnarzt in Potsdam und an Corona erkrankt. Quelle: privat
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Potsdam

Es gibt auch sie noch: gute Nachrichten in einer Krise, die sich derzeit immer weiter zuspitzt. Vor zwei Wochen berichtete der Potsdamer Zahnarzt Andreas Möckel der MAZ zum ersten Mal über seine Coronainfektion – eine Krankheit, über die er in seinem zweiten Bericht schrieb: „Es ist die schlimmste Erkrankung, die ich durchgemacht habe, seitdem ich mich bewusst erinnern kann. Und es ist ja noch nicht vorbei“.

Nun ist es noch immer nicht ganz vorbei, doch der 58-Jährige ist auf dem Weg der Besserung – und alles scheint, als habe er Covid-19 besiegt.

Bericht der Genesung

„Mittlerweile bin ich schon fünf Tage fieberfrei und so langsam kehren die Kraft und die Energie wieder zurück. Aber es dauert halt seine Zeit, elf Tage Fieber steckt man nicht einfach so weg. Nach wie vor ist die Nase voll mit blutigen Krusten, Husten war ja bei mir nie ein wesentliches Symptom und schon kleine Anstrengungen lassen die Luft knapp werden. Zum Glück scheint das Herz keinen Schaden genommen zu haben, denn in den Medienberichten war ja als mögliche Komplikation eine Herzentzündung beschrieben worden. Da macht man sich schon so seine Gedanken.

Zum Glück ist das Wetter ja gerade nicht schlecht, das tägliche Sitzen an der frischen Luft und „Sonne tanken“ hat mir viel Kraft gegeben. Da meine Frau aus der Quarantäne entlassen worden ist, ist nun auch unser Alltagsleben leichter geworden, wir sind nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen. 18 Tage von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, dass belastet emotional schon sehr.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich für die vielen Genesungswünsche bedanken, die mich über Facebook, E-Mail und per Post erreichten. Gerade in der häuslichen Isolation haben mir diese Grüße sehr geholfen, denn man ist doch ganz schön einsam in Quarantäne.

Und weil wir gerade beim Lob sind – vielen Dank an die fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, jeden Tag bekomme ich einen freundlichen, aufmunternden und auch sehr persönlichen Anruf von dort.

Andreas Möckel ist mit Corona infiziert und berichtet über den Verlauf der Krankheit. Quelle: privat

Ich hoffe nun, dass nächste Woche auch für mich die Quarantäne vorbei geht und die Kontrollabstriche negativ sein werden, damit wieder vollständige Normalität in mein Leben einkehren kann. Auch meine Mitarbeiterinnen sind zwischenzeitlich alle aus der Quarantäne entlassen. Zum Glück ist keine ernsthaft erkrankt gewesen, auch von meinen Patienten ist mir diesbezüglich nichts bekannt.

Wenn ich mir so meine eigene Corona-Geschichte ansehe und lese, was da gerade im Klinikum „Ernst von Bergmann“ passiert, dann kann ich jeden nur warnen, denn Corona ist ein Clown mit vielen Gesichtern. Da ist nichts vorhersagbar. Diese Infektion kann jeden mit voller Wucht treffen, es ist nicht gesagt, dass es bei einem leichten Verlauf, wie viele glauben, bleibt. Und offenbar verbreiten Virenträger, bevor bei ihnen irgendwelche klinische Symptome, wie Husten oder Fieber auftreten, das Virus bereits massiv weiter. Deshalb ist es so wichtig, sich einfach bedingungslos an die Abstandsregel zu halten, nur so kann effektiv die Weitergabe des Virus unterbunden werden.“

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Betroffener berichtet: „Die Coronainfektion ist wie ein Clown“

Von MAZonline