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Potsdam Potsdamer Bar engagiert sich gegen Rassismus
Lokales Potsdam Potsdamer Bar engagiert sich gegen Rassismus
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14:30 30.07.2019
Ronny Rammelt ist nicht nur Mitinhaber der Bar Fritz’n in der Dortustraße, er ist auch Botschafter von „Gastronomie gegen Rassismus“. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

In der Potsdamer Bar-Szene regt sich offener Widerstand gegen Rechtspopulismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Die Bar Fritz’n haben sich dem Verein „Gastronomie gegen Rassismus“ angeschlossen. Der im Sommer 2015 gegründete Verein mit Sitz in Berlin will zeigen, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in der Gastronomie haben – gerade in einem Berufszweig, in dem sich alles um Gastfreundschaft dreht, sei es wichtig, klar und deutlich zu sagen, dass das für Menschen jeder Herkunft, jedes Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung und Identität sowie jeden Glaubens gilt.

„Es geht um gesunden Menschenverstand“

„Rassisten und Rechtspopulisten haben in unserer Bar nichts zu suchen“, sagt Bar-Fritz’n-Mitinhaber Ronny Rammelt (36). „Es geht hier nicht darum, besonders links zu sein – es geht um gesunden Menschenverstand.“

Die Bar Fritz’n stellen sich mit ihrem Bekenntnis bewusst in die Toleranz-Tradition ihres Heimatortes, die sich zum Beispiel in dem tief in der Stadtgesellschaft verwurzelten Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“, in der „Für Vielfalt und Toleranz, gegen Hass und Hetze“-Haltung des SV Babelsberg 03 und auch in den jüngsten Auftritten des Oberbürgermeisters widerspiegelt. „Die klare Kante, die Mike Schubert in den letzten Wochen gegenüber den demokratiefeindlichen Aussagen der AfD gezeigt hat – das war ganz groß“, sagt Ronny Rammelt. „Wir haben eine Kommunalwahl mit erschreckenden Ergebnissen hinter uns, wir stehen kurz vor einer Landtagswahl mit besorgniserregender Prognose – es ist unser aller Verantwortung, für eine offene und gerechte Gesellschaft einzustehen. In Potsdam kann man sicher vieles kritisieren, in Potsdam können sich aber noch immer alle Menschen wohl fühlen – egal, welchen Background sie haben. Wir wollen, dass das so bleibt.“

Das Logo des Vereins „Gastronomie gegen Rassismus“ zeigt eine von umschlungenen Händen umfasste Ananas. Quelle: GGR

Die Bar Fritz’n möchten Aufmerksamkeit schaffen und ihre Gäste ermutigen, sich gegen Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art auszusprechen. Und sie wollen in der Potsdamer Gastro-Szene für „Gastronomie gegen Rassismus“ werben. „Die ersten Kollegen haben wir schon angesprochen“, sagt Ronny Rammelt. Demnach haben sich bereits das Szenelokal „Hafthorn“, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant „Kochzimmer“ und die „Theaterklause“ – mittags eine muntere Kantine für die Mitarbeiter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, abends in ein Restaurant – als Mitstreiter gewinnen lassen. Allein diese Gruppe an Interessenten zeige die Vielfalt in der Potsdamer Gastro-Landschaft, sagt Ronny Rammelt. „Vielfalt und Individualität sind immens wichtig – die Gastronomie in einer Stadt sollte nicht nur aus gesichtslosen Ketten bestehen.“ Läden wie das Kult-Café „La Leander“ zum Beispiel – seit seiner Gründung 1998 eine der wichtigsten Anlaufstellen für Homosexuelle in Potsdam – dürften nicht aussterben. Auch darum geht es bei „Gastronomie gegen Rassismus“.

Deutschlandweit sind Bars, Restaurants und Hotels im Verein engagiert

Der Verein, der laut Satzung den Grundsatz von Toleranz und Neutralität – insbesondere in parteipolitischer, religiöser und kultureller Hinsicht – vertritt, setzt sich für Sensibilisierung und Aufklärung ein, will den öffentlichen Diskurs befördern und Gastro-Mitarbeiter fortbilden. Das schwarz-weiße Vereins-Logo zeigt eine Ananas, die von verschlungenen Händen umfasst wird – ein Symbol für unbegrenzte Gastfreundschaft und Unterstützung. Das Logo ist inzwischen deutschlandweit an Türen von Bars, Restaurants und Hotels zu finden – auch die Bar Fritz’n haben einen Sticker ans Schaufenster geheftet. T-Shirts und Buttons fürs Team sind bestellt.

Von Nadine Fabian

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