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Potsdam Die Biosphärenhalle bleibt
Lokales Potsdam Die Biosphärenhalle bleibt
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01:16 04.02.2019
Nach dem fünften Workshop zur Biosphäre mit der Abschlusspräsentation (v.l.): Andreas Klemund (Pro Potsdam), Kieran Stanley (Dan Pearlman), Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) und Bert Nicke (Pro Potsdam). Quelle: Bernd Gartenschläger
Bornstedter Feld

 Das Ergebnis wurde am Freitag nach der letzten von fünf Werkstattrunden von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD), Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) und dem Geschäftsführer der kommunalen Bauholding Bert Nicke bekannt gegeben.

Die Pro Potsdam ist über ihre Tochterfirma PMSG Betreibergesellschaft der Biosphärenhalle und Konzermutter des Entwicklungsträgers Bornstedter Feld.

Im Ergebnis des Workshops soll den Stadtverordneten noch im März eine Vorlage zukommen. Ziel sei ein „Grundsatzbeschluss“ noch vor der Kommunalwahl, sagte Schubert: „Ich freue mich über das gute Zwischenergebnis.“

Polarwelt in der „Biosphäre 2.0“. Quelle: Dan Pearlman

Baudezernent Rubelt lobte die „sehr positive Auseinandersetzung mit dem baulichen Bestand“. Das Ergebnis sei „sehr zufriedenstellend und kraftvoll“: „Die Schleife, die wir da gedreht haben, war stadträumlich und baulich wichtig“, sagte er mit Verweis auf den im Juni 2018 verabschiedeten Beschluss zu erneuten inhaltlichen Prüfungen. „Definitiv“, sagte Rubelt, sei es „sehr gut investiertes Geld“.

Als Geschäftsführer des Entwicklungsträgers lobte Bert Nicke die im Konzept vorgesehene Öffnung der Biosphäre ins Wohnumfeld hinein. Wie berichtet, soll es auch Angebote für Anwohner geben.

Wolkenbrücke in der „Biosphäre 2.0“. Quelle: Dan Pearlman

17,3 Millionen Euro wären für die Sanierung und Kompletterneuerung der Potsdamer Tropenhalle nach einer Kalkulation der Hamburger Profund Consult nötig.

Zu dem vom Berliner Kreativbüro Dan Pearlman entwickelten neuen Konzept unter dem Arbeitstitel „Biosphäre 2.0“ gehören neben einer Erweiterung der Tropenhalle um weitere Klimazonen ein Ausbau des Erlebnisbereichs mit insgesamt sieben Erlebniswelten, Großgastronomie und einem Partnerhotel.

Konzept mit Wüste und Polarwelt soll Biosphäre retten

Umbau der Biosphäre würde 17 Millionen Euro kosten

Wüstenlandschaft in der „Biosphäre 2.0“. Quelle: Dan Pearlman

Die Stadt werde nicht der Hotelbetreiber sein, sagte Schubert. Konsens sei im Workshop gewesen, dass die Biosphäre auch künftig in kommunaler Hand bleibt. Über den Verkauf eines angrenzenden Grundstücks sollen allein rund 3,6 Millionen Euro zur Finanzierung des geplanten Umbaus eingespielt werden.

Oberbürgermeister Schubert erinnerte an das Projekt eines Science-Centers für Potsdam: „Wir haben mit einer Reihe von Instituten schon erste vorsichtige Gespräche geführt.“ Der Stadt schwebe mit der „Biosphäre 2.0“ ein Projekt „ähnlich dem Klimahaus in Bremen“ vor.

Der geplante neue Vorplatz. Quelle: Dan Pearlman

Die Halle habe „insbesondere einen Bildungsauftrag“, sagte Nicke: Die Stadt rechne mit lediglich 25 Prozent „Vollzahlern“, „der Rest“ würden Kinder und Jugendliche mit ermäßigten Eintrittspreisen sein: „Das Ding wird nie Gewinn abwerfen.“

Der durchschnittliche Eintrittspreisreis werde 8,80 betragen. Heute liege der Durchschnittspreis laut Biosphäre-Geschäftsführer Eckhard Schaaf ein 7,50 Euro. Der Eintritt für Erwachsene wird sich voraussichtlich von 10 auf 16 Euro erhöhen. Schubert versprach für die Potsdamer die Einführung einer Jahreskarte analog zum Museum Barberini.

Auch die Erlebniswelt Kleingartenanlage „Vier Jahreszeiten“ ist im Konzept der „in der Biosphäre 2.0“. Quelle: Dan Pearlman

Nach dem Stadtverordnetenbeschluss soll ein Umsetzungskonzept mit Betreiber- und Finanzierungsmodell erarbeitet werden. Dann gelte es zu prüfen, ob und in welcher Höhe Fördermittel eingeworben werden können.

Zur Bauzeit wollte sich Dezernent Rubelt mit Verweis auf den ausstehenden Stadtverordnetenbeschluss noch nicht äußern. Offen ist ebenso, ob die Biosphäre bei laufendem Betrieb umgebaut werden soll. Rubelt sagte, es werde eine Herausforderung sein, „die Besucherströme nicht abreißen zu lassen“. Nicke sagte: „Wir haben noch kein Baukonzept.“ Bisher existiere „nur eine Nutzungsgrundidee“.

Die Anzahl der Besucher könnte sich nach den im Workshop vorgestellten Kalkulationen im Vergleich zu aktuell 150.000 Gästen jährlich fast verdoppeln. Der jährliche Zuschuss von derzeit 900.000 Euro würde sich etwa um ein Drittel verringern.

Unterwasserlandschaft in der „Biosphäre 2.0“. Quelle: Dan Pearlman

CDU-Fraktionschef Matthias Finken sagte resümierend: „Für das Bornstedter Feld ist es eine gute Woche gewesen.“ Auch das Hotel werde ein Gewinn für das Wohngebiet sein. „Ich denke, dass es genau der richtige Weg ist.“

Die Biosphäre wurde zur Bundesgartenschau für rund 29 Millionen Euro errichtet. Ein Privatbetreiber scheiterte schon kurz nach der Eröffnung. Bis 2017 wurde das Haus offengehalten, weil sonst die Rückforderung von Fördermitteln drohte. Seither wird über Abriss oder den Betrieb nach einem neuen Konzept diskutiert.

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