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Potsdam Erstmals Ankauf eines Unikats von 2019 geplant
Lokales Potsdam Erstmals Ankauf eines Unikats von 2019 geplant
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21:23 09.07.2019
Stellen das Projekt vor: die Kulturbeigeordnete Noosha Aubel, Tina Flau, Steffen Schildberg und Birgit Malik (v.l.). Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Zwei Werke, die unterschiedlicher nicht sein können, werben in diesem Jahr um Paten innerhalb des „Buchpatenprojekts“ der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. Es sind das historische Werk „Pison“ des Naturkundlers Leonhard Thurneysser aus dem 16. Jahrhundert und „Midgardzormr“ (Midgardschlange) von der Potsdamer Buchkünstlerin Tina Flau.

Projekt gewürdigt

Noosha Aubel, Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, stellte die beiden Werke am Dienstagnachmittag in Potsdam vor und unterstrich die Erfolgsgeschichte des Buchpatenprojektes, das 1997 „aus der Not geboren“ wurde und seither von 192 engagierten Potsdamern unterstützt worden ist.

Potsdamer, die Bücher lieben

Die Bibliotheksverantwortlichen hatten zwei dieser Potsdamer – Birgit Malik und Steffen Schildberg – eingeladen. Seit 2011 ist das Paar Buchpate und hat seither vier Neuerwerbungen und vier Restaurierungen finanziell unterstützt. „Wir sind Potsdamer und lieben Bücher. Das war anfangs unser Beweggrund“, erzählt Malik. Über die Jahre hätten die beiden erlebt, mit wie viel Liebe dieses Projekt von der Bibliothek verfolgt wird. So seien sie zu Wiederholungstätern, ja Überzeugungstätern geworden.

Engagement fortgesetzt

2019 wollen sie Paten für Tina Flaus Buch werden, das Kunst, Literatur und Wissenschaft verbindet. „Wir unterstützen mit ,Midgardzormr’ ein Buch, das in 100 Jahren antiquarisch sein wird“, begründen Malik und Schildberg ihr erneutes Engagement.

Klimaforschung und Mythen

Flau hat in dem Kunstbuch Forschungsergebnisse des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PiK) sowie Texte einer auf Island forschenden Meeresbiologin verarbeitet. Alle 38 Seiten, davon 17 mit Malereien und Zeichnungen, hat die Künstlerin handgefertigt. Eineinhalb Jahre hat sie dafür gebraucht. Es gibt nur drei Exemplare.

„Uns liegt hier ein Künstlerbuch vor, welches die Aspekte der schleichenden und damit nur allmählich wahrnehmbaren Klimaänderungen mit den großen Mythen der Menschheit in Verbindung bringt“, beschreibt der stellvertretende Direktor der Bibliothek, Frank Dirk Hoppe, das Kunstwerk.

555 Bücher restauriert

Seit dem Start des Projektes, das unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg steht, haben die Bürger fast 177.000 Euro gespendet.

Bis 2016 konnten davon insgesamt 555 Bücher aus dem Bibliotheksbestand restauriert werden. Seitdem sind neun Bücher erworben worden.

Jährlich lädt die Bibliothek die Bücherpaten zu einer Dankeschön-Veranstaltung ein. Im Frühjahr wurden dabei 16 Paten geehrt, die 3030 Euro für vier seltene Werke gespendet haben.

Frank Dirk Hoppe, stellvertretende Direktor der Bibliothek, betont, dass keines der Bücher in den Archiven schmort. Jeder Besucher kann sie anschauen und in ihnen lesen.

Für den Kauf antiquarischer Bücher sucht die Stadt- und Landesbibliothek stets Werke aus, die eine Verbindung zum Land Brandenburg haben. So ist das auch mit „Pison“. Thurneysser stellte in ihm Messgeräte vor, mit denen man damals die Wasserqualität von Spree, Oder und Havel ermitteln konnte. Der Autor hat damals zwar einerseits bereits systematisch und analytisch gearbeitet, war andererseits jedoch mystischen und okkulten Dingen verhaftet. Gedruckt wurde das Buch 1572 in Frankfurt (Oder).

Für den Ankauf beider Bücher benötigt die Bibliothek aktuell noch 2700 und 1150 Euro. Hoppe, hofft, dass es mit dem Engagement der Potsdamer gelingen wird, bis zum Herbst diese Summen aufzubringen.

Von Elvira Minack

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