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Potsdam Bürgerinitiative empört über Schuberts Garnisonkirchen-Pläne
Lokales Potsdam Bürgerinitiative empört über Schuberts Garnisonkirchen-Pläne
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11:26 11.09.2019
Barocker Kirchturm mit barockem Schiff – so wird das Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche wohl nicht aussehen. Quelle: Michael Hübner
Potsdam

Kein Applaus für Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD): Die Bürgerinitiative Mitteschön hat am Mittwoch mit deutlichen Worten auf den am Dienstag bekannt gewordenen Vorschlag reagiert, anstelle des Kirchenschiffs der Garnisonkirche eine internationale Jugendbegegnungsstätte zu errichten. „Der neue Vorstoß des Oberbürgermeisters in punkto Garnisonkirche trifft bei Mitteschön auf entschiedene Kritik“, sagte Barbara Kuster als Sprecherin der Initiative.

„Schlag ins Gesicht der vielen Engagierten“

Kernpunkt der Kritik: die Errichtung eines modernen Gebäudes zur Unterbringung der Begegnungsstätte. „Der schlägt den vielen Engagierten, die sich viele Jahre um die Wiedererrichtung des Potsdamer Wahrzeichens bemühen, ins Gesicht“, so Kuster weiter. Während ein Haus, das der internationalen Jugend offensteht, ebenso begrüßenswert sei wie die Aufarbeitung der Geschichte, müsste die Funktion der Kirche doch „vielschichtiger“ sein.

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Kuster sieht das Kirchenschiff mit seiner „einmaligen Akustik“ als prädestiniert an für Konzerte – dafür fehle es an Platzkapazitäten in Potsdam.

BI-Sprecherin Barbara Kuster (r.) – hier mit Designer Wolfgang Joop und dessen Ex-Frau Karin am Alten Markt. Quelle: Christel Köster

Turm der Garnisonkirche „verlangt nach originalem Kirchenschiff

Zur geplanten Nutzung der Bildungsstätte als Ort er Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit äußert sich die Mitteschön-Sprecherin folgendermaßen: „Die Aufarbeitung der Nazi-Zeit, die hier immer wieder angeführt wird, ist wichtig, bringt es aber nicht alleine. Wichtig wäre auch der Blick nach vorne in die Zukunft, und das mit der ganzen Gesellschaft! Die Garnisonkirche,die jetzt wiederaufgebaut wird, ist ein Projekt für zukünftige Generationen. Wird die internationale Jugendarbeit, die heute schon in der Nagelkreuzkapelle praktiziert wird, denn gar nicht wert geschätzt?“

Schlicht eine „Katastrophe für den Stadtraum“ wäre es aus Sicht von Mitteschön, „einen modernen Bau an den Turm zu hängen“. Denn: „Es gibt schon so viele schlechte ,Adaptionen’ von historischen Bauten.“ Der Turm verlange ästhetisch nach dem originalen Kirchenschiff, verweist Kuster auf eine Aussage des Turm-Architekten Thomas Albrecht.

Garnisonkirche. Potsdam. Thomas Albrecht-Architekt. Quelle: Varvara Smirnova

„Alles in allem, nicht Fisch nicht Fleisch“, erteilt Kuster den Plänen von Schubert eine eindeutige Abfuhr. Hier werden nach Kompromissen gesucht, die „letztendlich nicht zu einem guten Ergebnis führen“.

Von Ildiko Röd

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