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Potsdam Potsdamer Design-Studenten zeigen ihre Arbeiten
Lokales Potsdam Potsdamer Design-Studenten zeigen ihre Arbeiten
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13:56 14.07.2019
Laurin Buchholz mit seinem Semester-Projekt, für das er seinen Plastik über drei Monate gesammelt und verarbeitet hat. Quelle: Varvara smirnova
Potsdam

Ein Sessel aus dem Plastikmüll, der sich in einem Semester in seinem Zwei-Personen-Haushalt angesammelt hatte – das ist eine der Semesterarbeiten, die Laurin Buchholz (26), Produktdesign-Student, am Wochenende bei der Werkschau der Fachhochschule (FH) Potsdam ausgestellt hat. „Um zu verdeutlichen, was so anfällt“, sagt er.

Student verarbeitet 360 Liter Plastik

360 Liter Plastik hat er in seinen Kurs mitgebracht und verarbeitet – sechs große schwarze Säcke, die gleich mit eingebaut wurden. Um darzustellen, dass nur 20 bis 25 Prozent des Plastiks auch effektiv recycelt werden, hat Buchholz noch ein Kissen in der entsprechenden Größe gemacht. Und er möchte nicht nur den Besuchern etwas vermitteln, er selbst hat auch etwas für sich mitgenommen: „Ich werde jetzt peinlich genau darauf achten, nur noch unverpackt zu kaufen. Denn die Beklemmung ist erst richtig da, wenn man das alles zu Hause lagert.“

Bei der jährlichen Werksausstellung der FH zeigten Studierende der FH am Wochenende ihr Können. Interfacedesign, Kommunikationsdesign, Produktdesign, Gestaltungsgrundlagen und Werkstatt, Europäische Medienwissenschaft sowie Urbane Zukunft und Architektur – sie alle waren vertreten und präsentierten ihre Arbeiten. Auch Arbeiten mit digitalen Medien sowie Bachelor- und Masterarbeiten wurden vorgestellt.

Mona Salimi (29) hat für den Kurs „Schauplatz oder Schublade – Die Küchenmaschine“ eine neue Art eines Entsafters entworfen: Ein schlichtes, hohes Gefäß, das ein wenig an eine Thermoskanne erinnert, vielleicht auch eine Vase ohne Öffnung. Im unteren Bereich umgibt das Gerät einige Zentimeter Kork. „Für die bessere Haptik“, wie die Produktionsdesign-Studentin erklärt. „Ohne die zwei seltsamen Ausgänge und mit einem natürlicheren Design.“

Werkausstellung findet jährlich statt

Wie Buchholz und Salimi haben am Wochenende zahlreiche Studierende an der FH bei der jährlichen Werkausstellung mitgemacht. Interfacedesign, Kommunikationsdesign, Produktdesign, Gestaltungsgrundlagen und Werkstatt, Europäische Medienwissenschaft sowie Urbane Zukunft und Architektur – sie alle waren vertreten und präsentierten Arbeiten zu Themen wie „Lichtfänger“ (Fotografie), „Design Thinking – Druckausgleich“ (Visual Interfacedesign), Kalligrafie, „Typografie trifft Bauhaus 4.0“, „Farbwege von der Fläche zum Farberaum“ (Atelier Farbe) oder „Make Bleisatz great again“ (Grafikdesign).

Mona Salimi zeigt ihr Projekt Ela, einen neuartigen Entsafter. Quelle: Varvara Smirnova

Auch Arbeiten mit digitalen Medien sowie Bachelor- und Masterarbeiten wurden vorgestellt. Werke aus Papier zeigten, dass dieses Material vom überdimensionalen Käfer bis zu Kleidungsstücken alles hergibt. Unter dem Titel „Praktisch Pop – der Sneaker“ entwarfen Studierende ihre eigenen Schuhe. Kai Kirstaedter (23) entwarf mit Josephine Kugel den „T-Zip“-Schuh, bei dem verschiedene Bestandteile über Reißverschlüsse befestigt werden. Das sei nicht nur für Modebewusste interessant, sondern auch nachhaltig, so Kirstaedter, da man kaputte Einzelteile einfach austauschen könne. Für die Studierenden war es das erste Mal, dass sie sich an Schuhen versucht hatten, auch das 3D-Modell mussten sie dafür selbst herstellen. Probleme habe bei der Produktion lediglich die Kurve mit dem Reißverschluss gemacht.

Werkschau der Fachhochschule Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova

Mit Kurven hatte Friedemann Gutsche (30) nicht zu kämpfen. Er entwarf im Industrialdesign-Kurs „Tables“ einen multifunktionalen Ausstellungstisch, der sowohl niedrig oder zusammengeklappt als auch hoch verwendet werden kann. Die Idee des einfachen Designs – am besten in Betongrau – sei aus der Architektur hergeleitet, erklärt Gutsche. „Er soll im Raum wirken, als würde er dazu gehören, damit er nicht vom Ausstellungsobjekt ablenkt.“ Ein anderer Tisch, der auch tatsächlich für eine Ausstellung in 30-facher Stückzahl produziert werden soll, ist der japanischen Kultur angelehnt, verschachtelt, gut auseinanderzubauen und zu lagern und optisch ohne Schrauben.

Von Konstanze Kobel-Höller

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