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Potsdam Potsdamer Einzelhandel wächst stetig
Lokales Potsdam Potsdamer Einzelhandel wächst stetig
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19:15 28.03.2014
Die Magnetwirkung des Stern-Centers bereitet den Innenstadthändlern Sorgen – das Weihnachtsgeschäft war 2013 schlechter als im Vorjahr. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Die sogenannte Kaufkraftbindungsquote in Potsdam kann sich sehen lassen, sie beträgt 108 Prozent. 100 Prozent hieße, dass die Potsdamer sich nur in Potsdamer Geschäften versorgten. Zahlen über 100 Prozent belegen, dass Potsdam auch Käufer aus dem Umland anzieht. "Angesichts des immer stärker zunehmenden Onlinehandels und des Kaufkraftmagneten Berlin in unmittelbarer Nachbarschaft ist das ein bemerkenswerter Wert", sagte Antje Schnacke-Fürst vom Büro Acocella, die die Studie miterarbeitet hatte. Auch die Zukunft sieht die Studie positiv: Bis 2015 wird die Zahl der Verkaufsflächen um mindestens drei und höchstens fünf Prozent wachsen, bis 2020 um sechs bis 19 Prozent und bis 2025 um sieben bis 30Prozent.

Die Händler in der Innenstadt teilen diese optimistische Sicht nicht. So warnte der Investor und Projektentwickler Jörg Beyer im Bauausschuss vor einer Schwächung der Innenstadt. Er habe große Kunden wie die Restaurant-Kette Vapiano oder die Modelabel Zara und Mango an der Hand, die gerne in die Innenstadt zögen, wegen der Denkmalschutzvorschriften zu den Fassaden aber regelmäßig absprängen und dann in die Center wie die Bahnhofspassagen oder das Stern-Center auswichen.

Selbst bei Karstadt als "Anker" der Innenstadt befürchte er "das Schlimmste, selbst eine Insolvenz". Der Handel mag zwar wachsen, aber an den falschen Stellen, gab Beyer zu bedenken. Onlinehandel sei eine Herausforderung, die Sortimentserweiterung in den Bahnhofspassagen ebenfalls. Man sei bereit, sich dem zu stellen. Komme aber die umstrittene Erlaubnis für eine Erweiterung des Stern-Centers um 9000 Quadratmeter, sehe es düster für die Innenstadt aus. Auch wenn der Umsatz in Potsdam gesteigert werde, werde er zugleich auch umverteilt. In der Innenstadt hätten laut Beyer im Weihnachtsgeschäft 2013 viele Händler schon nicht mehr die Umsätze von 2012 erreicht. Trotz dieser Warnung beschloss der Bauausschuss die Fortschreibung des Konzepts, in dem auch die Erweiterung des Stern-Centers diskutiert wird. Eine Vorentscheidung sei das aber noch nicht, betonte die Stadtverwaltung. Ob das Center wirklich expandieren dürfte, werde die neugewählte Stadtverordnetenversammlung beschließen. Wegen der Skepsis, ob man im Konzept nicht bereits die Weichen dafür stelle, leistete der Baubeigeordnete einen öffentlichen Schwur, dass dem nicht so sei.

KAUFKRAFT STEIGT, ABER DIE KONKURRENZ IST GROSS

  • Die Kaufkraft der Potsdamer steigt den Prognosen der Acocella-Studie zufolge bis 2020 um 9,4 bis 14,4 Prozent gegenüber dem heutigen Stand.
  • Damit haben die Landeshauptstädter dann zwischen 869 und 908 Millionen Euro pro Jahr zum Ausgeben.
  • Prognostiziert bis 2020 werden es sogar 910 bis 984 Millionen Euro sein – eine Kaufkraft-Steigerung von 14 bis 24 Prozent gegenüber dem heutigen Wert.
  • Grund dafür ist unter anderem das stetige Bevölkerungswachstum der Landeshauptstadt.
  • Das Gutachten warnt aber auch davor, dass die Potsdamer nur dann weiterhin fleißig hier einkaufen werden, wenn es eine hohe Identifikation mit der Stadt und ihren Verkaufseinrichtungen gibt und der Einzelhandel attraktive Angebote macht sowie einen guten Funktionsmix aus Verkauf, Dienstleistungen und Gastronomie bietet.

Von Jan Bosschaart

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