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Potsdam Ein Angriff durch die kalte Küche
Lokales Potsdam Ein Angriff durch die kalte Küche
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15:15 04.02.2020
Das Epizentrum des Streits mit der Baustelle für den Garisonkirchturm (l.), dem Rechenzentrum und dem Portal des Langen Stalls. Quelle: Manuela Clemens
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Innenstadt

Erzürnt haben CDU und die Initiative Mitteschön auf die von der SPD signalisierte Kurswende zum Umgang mit dem Rechenzentrum reagiert. Während der Kooperation mit der SPD im Rathaus habe er „einen anderen Partner kennen gelernt und gern mit ihm zusammen gearbeitet“, sagte der damalige CDU-Fraktionschef Matthias Finken. „Im Moment scheinen einige Führungskräfte der SPD jegliches Augenmaß für eine ausgewogene Stadtentwicklung verloren zu haben.“

Mit dem Erhalt des Rechenzentrums sei „in Wirklichkeit durch die kalte Küche irgendwie die Verhinderung der Garnisonkirche gemeint“, erklärte Finken.

Barbara Kuster von Mitteschön pflichtete ihm mit Blick auf das geplante Kreativquartier als Alternative zum Kunsthaus im Rechenzentrum bei: „Jeder Künstler, der jetzt nicht an der Verhinderung des Garnisonkirchenschiffs interessiert ist, freut sich, und das tun im Rechenzentrum nicht wenige.“

Wie berichtet, hatte SPD-Fraktionschef Daniel Keller im Ergebnis der Anhörung zur Garnisonkirche bekannt gegeben, dass seine Fraktion nunmehr „ergebnisoffen“ über den weiteren Umgang mit dem Rechenzentrum diskutiere. Die Optionen: „Erhalt, Abriss oder Teilerhalt.“

Nach aktuellem Stand soll der DDR-Bau 2023 mit der Eröffnung des Kreativquartiers abgerissen werden, um Platz für den späteren Wiederaufbau des Garnisonkirchenschiffs zu schaffen.

In der Anhörung von Befürwortern und Gegnern der Garnisonkirche hatte sich nur Mitteschön für die originalgetreue Rekonstruktion des Schiffs ausgesprochen, ein CDU-Antrag mit dem gleichen Ziel wird im nächsten Hauptausschuss diskutiert.

Der evangelische Kirchenkreis hingegen erklärte, keinen Bedarf zu sehen, und selbst die Garnisonkirchenstiftung winkte ab: Das Schiff stünde aktuell nicht auf der Tagesordnung, so Kommunikationsvorstand Wieland Eschenbuurg sinngemäß.

Die Junge Union wirft der Kirche einen „Offenbarungseid vor dem Zeitgeist“ vor. Tatsächlich ist ohne die evangelische Kirche ein Schiff gar nicht zu haben.

Denn wie seinerzeit umfassend berichtet, hatte die evangelische Landeskirche 2016 mit ihrem 3,25 Millionen Euro-Kredit für den Bau des Kirchturms eine Dienstbarkeit ins Grundbuch eintragen lassen, nach der es ohne die Zustimmung der Landeskirche keine Baugenehmigung für das Kirchenschiff geben werde.

Stiftungs-Kommunikationsvorstand Eschenburg sieht in all dem kein Problem. Er mahnt: „Man muss doch mal die Kirche im Dorf lassen.“ Am Beginn einer Debatte über den Wiederaufbau des Kirchenschiffs stünde der Inhalt und erst am Ende die Form.

Mehr zum aktuellen Streit

>>> So lief die Anhörung zur Garnisonkirche

>>> Potsdams SPD diskutiert Erhalt des Rechenzentrums

>>> Parteijugend bringt sich in Position

Schwieriger sei es für ihn, wenn, wie von der SPD vorgebracht, Ideen für einen Architekturwettbewerb zu einem Grundstück geäußert würden, ohne den Eigentümer zu fragen. Keller hatte gegenüber MAZ Überlegungen zu einem Wettbewerb für das Grundstück des Rechenzentrums und die Fläche des einstigen Garnisonkirchenschiffs skizziert.

Von Volker Oelschläger

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