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Potsdam Genossenschaften: Neue Wege im Umgang mit Stadt-Wachstum
Lokales Potsdam Genossenschaften: Neue Wege im Umgang mit Stadt-Wachstum
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09:57 30.08.2019
Für die Wiederauferstehung des sogenannten Blocks III am Alten Markt werden vorrangig Genossenschaften zuständig sein. Quelle: Repro: MAZ
Potsdam

Unter dem Motto „Wir können mehr“ ist am Donnerstag der Genossenschaftstag im Alten Rathaus begangen worden. Hintergrund für das gewählte Thema: Das unverminderte Wachstum der Stadt. Mit dem Zuzug steigt der Bedarf nach Wohnraum, Infrastruktur, aber auch nach Räumen für Soziales, Kunst und Kultur. Dabei verstehen sich die Wohnungsbaugenossenschaften als Mitgestalter des Wandels, die dabei aber noch mehr bieten wollen als bezahlbaren und sicheren Wohnraum. Beispiel: Verkehr. Angesichts des Stellplatzmangels versucht man künftig neue Wege zu gehen – zum Beispiel durch Car-Sharing oder durch Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, wie Bodo Jablonowski, Vorstand bei der WohnungsgenossenschaftKarl MarxPotsdam, am Donnerstag gegenüber der MAZ erklärte. Zudem überlegt man, für die Mitglieder ein „Genossenschaftsticket“ für den öffentlichen Nahverkehr aufzulegen, eventuell in Kooperation mit den Verkehrsbetrieben.

Tausend Wohnungen bis 2030

An der Veranstaltung im Potsdam-Museum am Alten Markt, die unter anderem Vorträge sowie eine Diskussion mit Experten und Publikum zum Inhalt hatte, nahmen zahlreiche Genossenschaften teil: Der Bogen spannte sich von der Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft (PBG) über die Potsdamer Wohnungsgenossenschaft (PWG) 1956, die WohnungsgenossenschaftKarl Marx“ und die WBG 1903 bis hin zur WBG Potsdam-West, der GWG Bauverein Babelsberg, der Gewoba e.G. Babelsberg sowie der Kolonie Daheim.

Alle Genossenschaften zusammen wollen bis 2030 tausend neue Wohnungen bauen – dies sieht eine Kooperationsvereinbarung mit der Landeshauptstadt vor. Alle Genossenschaften haben zudem ihre Absicht erklärt, 500 Wohnungen in Krampnitz zu bauen. „Die Frage ist: Wie kann die Stadt uns unterstützen, an geeignete Baugrundstücke zu kommen, um dauerhaft eine günstige Wohnraumversorgung für die Potsdamer sicherzustellen?“, sagte Klaus-Dieter Boshold, Vorstandsmitglied der PWG 1956, am Donnerstag zur MAZ.

Genossenschaften sind auch mit an Bord beim Bau des neuen Karrees, das bald auf der Fläche der abgerissenen Fachhochschule in der Potsdamer Mitte entstehen soll. Während die WohnungsgenossenschaftKarl Marx“ an jener Karreeseite präsent sein wird, die in Richtung Stadt- und Landesbibliothek blickt, ist die PWG 1956 an der Seite vertreten, die vis-à-vis vom Landtag gebaut wird. Wie berichtet, hat die PWG den Zuschlag für den Plögerschen Gasthof an der neu entstehenden Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Schlossstraße erhalten sowie für das Knobelsdorffhaus an der Ecke Schlossstraße/Alter Markt und zwei dazwischenliegende Hausnummern.

Plögerscher Gasthof wird wieder Gaststätte

Im Plögerschen Gasthof wird es – getreu dem historischen Vorbild – eine Gaststätte geben, zudem in den oberen Etagen Räume für Vereine und Büros. Im Knobelsdorff ist unten ebenfalls Gastronomie vorgesehen; oben sind Büroräume eines Unternehmens geplant. Die geplanten PWG-Wohnungen im Karree sollen für die Dauer von zehn Jahren zum Preis von zehn Prozent unter dem Mietspiegel vermietet werden, betonte Boshold.

Die „Karl Marx“ wird die beiden Eckbauten an der Friedrich-Ebert-Straße/Schwertfegerstraße sowie an der Schwertfegerstraße/Alter Markt errichten. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende eine Baugenehmigung vorliegen haben“, sagte Jablonowski. Voraussichtlich im Frühjahr 2020 ist dann Baustart –avisierter Fertigstellungstermin ist Ende 2022.

Am Eckgebäude zum Alten Markt – dem Baulos 5 – hin plant die Wohnungsgenossenschaft eine Nutzung, deren Fokus auf Bildung und Kultur liegt – dabei sei man auch schon mit der Landeshauptstadt im Gespräch. „Wir würden uns freuen, wenn zum Beispiel das Bildungsforum in den Räumlichkeiten gute Präsentationsmöglichkeiten sehen würde“, so Jablonowski.

Von Ildiko Röd

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