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Potsdam Bergmann-Klinikum drängt in die Jugendhilfe
Lokales Potsdam Bergmann-Klinikum drängt in die Jugendhilfe
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19:14 20.10.2019
Das Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ . Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Sozialarbeit an Grund- und Oberschulen, Familienzentren, Hilfen zur Erziehung: Das städtische KlinikumErnst von Bergmann“ will sich neue Arbeitsfelder erschließen. Die Tochtergesellschaft „Ernst von Bergmann Sozial“ mit insgesamt 55 Mitarbeitern hat im Landkreis Potsdam-Mittelmark die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe beantragt – der Jugendhilfeausschuss des Kreistags soll in den kommenden Tagen darüber beraten.

Voraussetzung, um Fördermittel erhalten zu können

Ein „anerkannter Träger der freien Jugendhilfe“ genießt in vielerlei Hinsicht einen bevorzugten Status gegenüber nicht anerkannten Trägern. Das Prädikat ermöglicht es dem Träger beispielsweise, im Jugendhilfeausschuss mitzuwirken. Mitunter ist die Anerkennung auch Voraussetzung, um Fördermittel erhalten zu können. Auch für die Zusammenarbeit mit dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe – dem Jugendamt – ist sie von Belang.

Das Bergmann engagiert sich bereits auf dem Gebiet

Auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendfürsorge sei man in Potsdam-Mittelmark schon lange tätig, sagt Daniela Wiederhold, die Prokuristin der EVB-Sozial. Im Kreis zeichne man – wie auch in der Landeshauptstadt – unter anderem für das „Netzwerk Gesunde Kinder“ verantwortlich. Das Netzwerk organisiert beispielsweise Krabbelgruppen, ein Schwangerenfrühstück und ein Familien-Café, die Mitarbeiter machen Hausbesuche und laden zu pädagogischen Themenabenden ein. Auch eine Frühförder- und Beratungsstelle gehört zum Angebot – sie ist für Kinder gedacht, bei denen eine Entwicklungsverzögerung oder -beeinträchtigung, eine Behinderung oder eine andere Auffälligkeit zu vermuten oder bereits diagnostiziert ist.

Nach der Einschulung ist Schluss – das will das Bergmann ändern

Das Problem, das die EVB-Sozial mit ihrem Kreistags-Antrag nun lösen möchte: Die Mitarbeiter begleiten die Kinder und Familien von der Geburt an bis zur Einschulung – danach ist allerdings Schluss. „Wir wollen die Kinder gern weiter begleiten und nicht mit dem Schuleintritt abgeben“, sagt Daniela Wiederhold. „Wir wollen Hilfen aus einer Hand bieten. Das wünschen sich auch viele unserer Klienten, die uns immer wieder sagen: Hier würden wir gern weiter herkommen.“

Ein logischer Schritt

Der Schritt weiter hinein in die Jugendhilfe ist laut Damaris Hunsmann, Sprecherin des Bergmann-Klinikums, nur die logische Konsequenz des bisherigen Engagements. Anders als vom Landkreis in der Beschlussvorlage formuliert, wolle man aber „kein freier Träger“ werden. „Wir sind eine kommunale gemeinnützige GmbH und auch die Tochtergesellschaft, die ,Ernst von Bergmann Sozial’, ist eine gemeinnützige GmbH“, betont Hunsmann.

„Wir sind nicht interessiert daran, anderen irgendetwas wegzunehmen.“

Die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe ist laut Daniela Wiederhold eine Formalie: „Wir kommen immer wieder auf neue Ideen, die aus unserem Tun heraus entstehen. Wir haben über die Jahre immer wieder Konzepte entwickelt, was man den Familien noch bieten kann. – Für einige Ideen fehlt uns aber die formale Grundlage. Wir stellen den Antrag, um dort, wo wir den Bedarf und das Potenzial sehen, neue Angebote schaffen zu können. Wir sind nicht interessiert daran, einem anderen Träger irgendetwas wegzunehmen.“

Konkrete Pläne habe man noch nicht, sagt Daniela Wiederhold. Es sei auch nicht abzusehen, ob die EVB-Sozial ihr Jugendhilfe-Engagement in Potsdam ebenfalls ausweiten werde. „Es ist für uns einfach wichtig, die Anerkennung zu haben, um reagieren zu können, wenn es erforderlich ist.“ Der Weg sei lang – man habe den Antrag im Mai eingereicht.

Von Nadine Fabian

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